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petern. Aus mlat. patrinus m. Pate, geist- licher Vater», einer Abl. von pater Vatery. Obd. mit Lautverschiebung Pfetter, noch els.; mhd. pheter, pfetter.
petto, nur in den RA. in petto haben æin Bereitschaft, auf dem Herzen haben», 1801 bei Campe in petto behalten«verschweigen». «Die Päpste pflegten die Namen derer, die sie zu Kardinälen machten, oft eine Zeitlang ge- heim zu halten, welches man in petto behallen nanntey. Ital. petto m.«Brusts, aus lat. pectus n. 1727 bei Sperander havere d petto auf dem Herzen haben».
Petünie, f.(Pl.-n): die Pflanzengattung petunia, die aus Brasilien stammt.
Petz, m.(-es, Pl.-e): trauliche Benennung des Bären. 1531 bei H. Sachs 5, 243 belz. Früher auch Bätz geschrieben. Koseform zu Bär, wie Spatz zu Sperling. Bei H. v. Kleist Hermannsschlacht 5, 16 Petze f.«Bäriny.
Petze, f.(Pl.-n): Hündin; Hure. Erst im 17. Jh., z. B. 1673 bei Weise Erzn. 123 Pätz u. Bätz, auch vom Hunde, wie bei Voß Id. 8, 116(1801 Werke 2, 140) die Pez. Un- erklärt. Viell. nach Weigand aus*bekze u. zu ags. bicce f., engl. bitch, anord. bibleja f., norw. bilcje, älterdän. bilchee«Hündin).
petzen, pfetzen, v.: zwicken, kneifen (Goethe Urfaust 659);(bildl.) heimlich angeben (namentlich in der Schülersprache, in Leipzig, Magdeburg usw., 1781 bei Kindleben anpetzen). petzen ist md. u. nd., obd. pfetzen. Bei Luther 3. Mos. 19, 28. 21, 5 u. 1540 bei Alberus dict. HH32 u. kk 22 pfetzen«einzwicken, drücken?, 1561 bei Maaler pfätzen«rupfen u. übel reden, schelten»(was die obige 2. Bed. anbahnt), 1482 im voc. theut. n 2² pfotzen«stimulare?, in der 1. H. des 15. Jh. pfetzen«mit Krallen packend klemmen», mhd. pfezzen«berühren, kitzeln». Von Weigand aus afrz. apiter«mit den Fingerspitzen berühren», span. apitr canhetzeny abgeleitet. Kaum richtig. 48L. Petze, f.: Angeber, in der Schülersprache.
Pfad, m.(-els, Pl.-e): schmaler betretner Weg. 1664 bei Rachel 6, 253. 8, 147 Ntr. Mhd. pfat m.(Pl.-de) u. n.(Pl. pfat, pfeder), md. pat, pfat, ahd. pfad, fad, pad(Pl. pedi) m., auch Ntr.(Pl. pfad); dazu ndl. pad, ags. pœd m., engl. path, afrs. pad n. Weigand nahm Entl. aus gr. r oc m.«betretner Wego, was, da wir frühe Entlehnungen aus dem Griech. haben, vgl. Pfeidler, durchaus möglich ist. Viell. aber doch eher aus dem Skythischen, vgl. awest. papd- f.«Pfad, Weg». Vgl. noch Zupitza 24.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Pfaffe, m.(-n, Pl.-n): Geistlicher, jetzt meist in verächtlichem Sinn, wie schon bei Luther. Auch Aventin(+† 1534) in seiner bayr. Chron. bemerkt, es sei ein cunehrliches u. Schmähwort». Dagegen noch bei Keisers- berg(T† 1510) nur in würdevoller Bed. Mhd. phaffe, pfaffe m., md. paffe, pfaffe, ahd. phapho, phaffo, pfaffo m., nd.-ndl. pape«Geistlicher», dann mhd. Weltgeistlicher»(im Gegensatze zum Klostergeistlichen u. Laien), auch(eben- falls erst mhd.)«Schriftgelehrter, Gelehrter». Nicht aus lat. papa, was«Bischof bedeutet, sondern nach Kluge aus gr. ordc«geringrer Geistlicher»,(woher auch russ. pop), durch gotische od. osteuropäâische Vermittlung. Vgl. Kluge Btr. 35, 127. 4BL. Pfaffentum, n., bei Luther. Pfäfferéi, f., bei Luther An den Adel 78 Pfafferei. Pfaffheit, f., mhd. pfafheit f.«die Geistlichkeit». pfäffisch, adj:: nach der Art der Pfaffen(verächtlich). Bei Keisersberg dreieckecht Spiegel 56 b. ZU0S. Pfaffengasse, f.: das Land am Rhein von Chur bis Köln. Nach Frisch von den Soldaten wegen der vielen Bistümer u. Klöster so be- nannt. 1529 bei Aventin 1, 196, 27.
Pfahl, m.(-Lels, Pl. Pfähle): starkes zu- gespitztes, gewöhnlich rundes Holz zum Ein- schlagen usw. Mhd. pfäl m.(Pl. pfcœle, md. pféle), auch pföl, md. pãl, pol, ahd. phãl, pfãl; dazu and. pãl m.«Pfahl, Pflock, Nagel», ndl. paal, afrs. pãl, pél, ags. päãl m., engl. pole, schwed. ple, dän. päl. Entl. aus glbd. lat. pälus m. Wohl als Wort der römischen Soldatensprache früh zu uns gekommen. 43L. pfählen, v., mhd. phœlen Pfähle machen»; auf einen od. mit einem Pfahl spießen, in der Carolina Art. 131. ZUS. Pfahlban, m.(Pl. bauten, u. danach der Sg. Pfahlbaute f.): An- siedelung auf Pfählen im Wasser, zuerst 1820 im Zürchersee entdeckt. Pfahlbürger, m.: ein außerhalb der Stadtmauern, aber inner- halb der aus Pfählen u. Gräben bestehenden Außenwerke wohnender Bürger mit geringern Rechten; daher jetzt verächtlich wie Philister. Mhd. 1353 phäl-, phöl-, pälburger m. Pfahl- graben, m.: mit Pfählen besetzter Grenz- graben, bes. der römische in Süddeutschland. 1409 pälgrabe(Weist. 3, 451). Alter dafür pfäl (1287 bei Baur Arnsb. Urk. 736, ebd. 298, 441 von 1315 md. päl). Schon Ahd. Gl. 2, 726 vallos, quos dicimus phũli. Pfahlmuschel, f.: die an Pfählen lebende Bohrmuschel.
Pfaidler, öst. Schreibung für Pfeidler(s.d.).
Pfalz, f.(Pl.-en): Wohnung(Palast) des
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