Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
201-202
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201 Mittfasten

dungen wie mhd. ze mitter naht, näch mitter naht, ahd. ze mittero naht, in mitteru naht. Der Nom. Sg. lautete ahd. mittiu naht(vgl. Mittag), lat. media noæ; daneben ahd. mittinaht, spätmhd. bis ins 17. Jh. mittnacht, nd. noch heute mid- nacht f., ags. midniht f., engl. midnight, anord. midnchtti f., schwed.-dän. midnat. 4L. mit- ternächtig, adj.: zur Mitternachtszeit(1777 bei Adelung); nördlich, 1647 bei Rompler Reim- getichte Vorr. 19, dafür im 16. Jh. mittnächtig (1541 bei Frisius 115²). mitternächtlich, adj.: zur Mitternachtsstunde, bei Klopstock Mess. 4, 799, dafür im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 2, 491, 21 mitnechtlich; nördlich, 1777 bei Adelung. mitternachts, adv. Mittfasten, Pl.: der dritte Mittwoch nach

dem Aschermittwoch als Mitte der Fastenzeit. Mhd. ze mitter vasten, auch mittervasten(noch

bayr. Mitter fasten f.), dann mit te)-, mittenvaste u. mittelvaste f., mnd. im 14. Jh. midvasten, ags. midfœsten n., zgs. mit dem Adj. mitte(s. d.).

Mittler, m.(-s, Pl. wie Sg.): Zwischen- person zur Versöhnung, Vermittler; der mit Gott oder überhaupt einem höhern Wesen Versöhnende(bei Luther 1. Tim. 2, 5). In der 1. Bed. mhd. mitteler, im 12. Jh. mitelare, mndrhein. im 12. Jh. middelére m. Als Uber- setzung von lat. mediãtor m. von mitteln(s. Mittel) abgeleitet.

mittlerweile, adv., aus dem Dat. Sing. mittler Weile, 1517 im Teuerdank 43, 146 miller wegl, 1575 bei Fischart Garg. 257 mitler- Wweil, dafür bei Luther 1. Makk. 6, 55 mitler zcit.

Mittsommer, m.: Mitte des Sommers. Wohl nach glbd. engl. midsummer. Um die Mitte des 19. Jh.

Mittwoch, m.(-S, Pl.-e), im mittlern Deutschland auch Mittwoche, f.(Pl.-en): die Mitte der Woche, d. h. der vierte Wochentag. Ursprüngl. Fem., mhd. schwach mit(fe)zwoche, mitweche, auch mit(ti)che, miteche, dann aber nach Vorbild der übrigen Wochentage Mask., spätmhd. mittooch(e), auch mittich(e), mitteche; ahd. mittaocha f., älter am Ende des 10. Jh. mittawecha f., zgs. aus ahd. mitti(s. mitte) u. wecha, wehha f.«Woche»: dazu mnd. mid(de)- Wweke m., und. mideken f. Dafür westfl. Gunsdag, mnd. Gudens-, Godens-, Guns-, Göns- dach, mndl. Woensdach, Goensdagh, afries. Wernisdei, Wernsdai, ags. Wodnesdœg, engl. mednesdag, anord. Odinsdagr, schwed.-dän. Onsdag, der dem obersten Gott ahd. Wuotan, nd. Wuodan, Wodan, ags. Woden, anord. Odinn «geheiligte Tag, lat. dies Mercurii. Der Gen.

Mode 20²

Mittavochs als Adv., älternhd. 1539 bei Alberus widder Witzeln G des Mitwochens, mnd. im 14. Jh. des middezweke(ne)s.

mitunter, Mitwelt, s. mit.

Mixtür, f.(Pl.-en): Mischtrank als Arznei. Mhd. miætre f.«Mischung, Gemisch, aus glbd. lat. miætäãra f., von miscére mischen.

Mnemonik, f.: Gedachtniskunst(Herder z. Relig. 5, 284, von 1774). mnemönisch, adj.: die Gedächtniskunst betreffend(Herder 2. Rel. 6, 2, 47), gebildet nach dem gr. lat. Adj. mnéemonicus, gr. uvnpovixwéc zur Er- innerung gehörig, das Gedächtnis betreffends, von uvfuwv eingedenk, sich erinnernd»; M. aus dem Fem. des Adj.(uvnuovicn, nämlich réxvn f.«Kunst).

Moh, m.(-S): Pöbel. 1840 bei Heine 6, 212. Aus engl. mob.

Möbel, n.(-s, Pl. wie Sg., im 18. Jh. meist Möbeln, auch Möbels): Hausgerät zu größrer Bequemlichkeit, zum Vergnügen, zur Ver- schönerung usw. Im 17. Jh.(1694 bei Neh- ring Meuble, 1668 bei Böckler Kriegsschule 1027 Meubles) eingebürgert aus frz. meuble m. &Stück, Hausgerät», von glbd. mlat. mobile n., eig. Ntr. des lat. Adj. möbilis,«beweglich, be- hend»(zu movére cbewegen»). Bei den- mischen Juristen sind die res mobiles die ganze bewegliche Habe(s. Mobilien). Schon im 15. u. 16. Jb. in den Weistümern des Mosellandes mubel, mübel, möbelm.«fahrende Habe»(Weist. 2,242 u. 246 von 1477, mubel Luxemb. Weist. 597 aus dem 15. Jh., nuebelguter 466), aus afrz. moble, meuble n. Dazu möblieren, v.: einen geschlossnen Raum mit Hausgerät versehen, im 17. Jh. bei Nehring meublieren, aus glbd. frz. meubler.

mobil, adj.: beweglich(Goethe 33, 51); marsch-, zugfertig(Goethe 29, 91), daher m. machen in militärischem Sinn. Aus glbd. frz. mobile, von lat. mõôbilis cbeweglich». Mobil, n.: Bewegendes, Bewegungskraft, bei Herder Ideen 2, 179 f., aus dem N. möbile des lat. Adj. möbilis. Mobiliãâr, n.(, PL-e): Ge- samtheit an beweglicher Habe, insbes. an Haus-, Stubengerät(Goethe 30, 121), aus einem neu- lat. mobiliare n. Mobilien, Pl.: die beweg- liche Habe(in der Schweiz Fahrhabe), 1648 bei Kemnitz, schwed. Krieg 1, 250 b u. 1663 bei Schuppius 102, aus glbd. mlat. mobilia, Pl. von mõbile(s. Möbel).

Mocke, f. weibliches Schwein, s. Muckce.

Mode, f.(Pl.-n/): Zeitsitte, Kleidersitte. Bereits im 17. Jh. völlig geläufig(1652 bei