Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
203-204
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203 Model

mogeln 204

Lauremberg 2, 53, bei Logau 3, Zugabe 57), zu frühest in der Formel d la mode(1646 bei Moscherosch 2, 3, alamode 2, 4, la modo u. alamodo 1628 bei Opel u. Cohn 30 jähriger Krieg 412). Aus glbd. fra. mode f.(seit 15. Jh.), entl. aus lat. mocus m.«Maß, Art u. Weisey, im Mlat.«Sitte, Brauch». Vgl. modisch, Modist. 2US. Modefarbe, f.: Farbe, die gerade in der Mode ist;(jetzt) ein helles Braun(so schon bei Goethe Farbenl. 1,§ 845. Modekrank- heit, f., 1809 bei Campe.

Model(öst. nur so), Modul, m.(*, Pl. wie Sg., ⸗n und mundartl. Mödel): Maß bei Säulenordnung; Form wozu, Musterbild, Vor- bild, Muster. Mhd. model n. m.«Maß, Form, Vorbild, Modell», ahd.ocal n.«Formels, aus lat. modalas m.«Maß, Maß für die Anlegung der Säulen u. ihrer einzelnen Teile u. Verzie- rungen*, Dim. von modas m.(s. Mode). Vgl. Modell. modeln, v.: formen, gestalten; Fi- guren(Bilder) eingraben(1741 bei Frisch); (refl.) sich ändern. In der 1. Bed. mhd. mo- delen, von mlat. modulare, lat. moduläri «messen, abmessen, gehörig einrichtenp.

Modéll, n.(-S, Pl.-e): Musterform. Im 17. Jh.(1668 bei Böckler Kriegsschule 1027) entl. aus glbd. ital. modello m., von lat. modulas m., woher schon früher Model(s. d.). model- lieren, v., 1747 bei Wolfk mathem. Lex. ² modelliren, nach ital. modellare cabformeny.

modeln, s. Model.

Moder, m.(-s): gegen den Zutritt der freien Luft mehr od. minder abgeschlossnes in Feuchtigkeit Verwesendes. Md. im 14. Jh. moder m.«in Verwesung übergegangner Kör- pery», 1429 im Liber ord. rer. 2d moter«fauler Schlamm, Kot», 1478 möder Pl.«Sumpf-, Moor- geländey; dazu mnd. modder, und. madder, ndl. modder m.«Schlammo, engl. mother Boden- satz, Hefey. Von md.(13. u. 14. Jh.) mot n. Schlamm, Torferde», im 16. Jh. Modt, Mott m., ahd. motto«rancor»(ahd. Gl. 2, 155, 26), mnd. modde, mudde, 1477 clev. mod m., mengl. maudde, engl. mud«Schlamm». Vielleicht zu aind. mätram n.«Harnꝰ, awest. mäpra- n. Ex- kremente, Unrat». Vgl. noch Btr. 26, 303. 4BL. mod(e)rig, adj., 1741 bei Frisch moderig, 1691 bei Stieler modericht, 1477 clev. modderich ckotig». modern, v.: zu Moder werden, 1654 bei Logau 3, Zugabe 27, mhd. in vermoderen.

modérn, adj.: neumodisch, nach dem neusten Geschmack. 1728 bei Sperander modern cneu, von gegenwärtiger Zeit, auf die jetzige Zeit gerichtety, 1717 bei Nehring alamode

moderne«nach der neuen Art», aber schon im 16. Jh. modernisch(1566 bei Paracelsus Wundarznei 236, von 1528). Aus frz. moderne, ital. moderno cheutig, neuy, von spätlat. mo- dernus jetzig, heutigꝰ; dieses Adj. kommtvom lat. Adv. modo«eben, jetzte. modernisieren, v.: modérn machen, im 18. Jh.(bei Wieland 49, 36 Gruber), aus glbd. frz. moderniser.

modifizieren, v.: dem Maße nach be- stimmen, mäßigen(ein Maß setzen); anders, u. zwar näher bestimmep, beschränken. 1728 bei Sperander; aus lat. modificãre«gehörig abmessen, mäßigen», von lat. mocdlificus ab- gemessen», einer Bildung von lat. modus m. «Maßy u. einer Ableitung von facere«machen. Modifikatiön, f., 1728 bei Sperander, 1446 bei Janssen Reichscorr. 2, 93 modiftcdcien Pl., aus lat. modificãtio f. Abmeéssung.

modisch, adj.: der Mode(s. d.) gemäß. 1691 bei Stieler, früher alda)modisch(1629 Ellinger uber den heuttigen allmodischen oder a-la-modischen Kleiderleuffe!) Modist, m. (en, Pl.-en): Verfertiger von u. Händler mit modischem Putze; Freund modischen Putzes in seiner Kleidung; Putznarr. Im 19. Jh. aus dem jung. frz. modiste m.«Putzmacher, Modewaren, Putzhändlery. Dazu Modistin, f. Verschie- den hiervon 1421 modiste m.«Kunst- u. Muster- schreiber», glbd. mit 1423 u. 1424 kindelérer (Kinderlehrer), 1531 bei Frangk Orthographia C Modisten odder Stuelschreiber, noch 1715 bei Weismann 1, 2382 u. 2, 261 2 modlist m. Rechen-Schreiber, logographus», eig. Kenner der modi scribendi, wie bei Frisch Mocdlisten & Musikanten», d. h. Kenner der musikalischen modi(Tonarten), u. noch schwäb. Modist m. «Musiklehrer»(Schmid 388).

Modul, s. Model. modulieren, v.: den Ton, Gesang od. Harmonie, durch verschiedne Tonarten führen. 1571 bei Rot modulirn, aus lat. modalãri«abmessen, gehörig einrichten?, von modalus m.(s. Model). Dazu Modula- tiön, f., 1571 bei Rot.

Modus, m.(Gen. ebenso, Pl. wie Sg. od. Modi): Redeweise, ein Kunstausdruck der Grammatik beim Verbum. Lat. modus m. Art u. Weise», von Quintilian im 1. Jh. n. Chr. schon in der heutigen Bed. gebraucht. Im 17. Jh. schlechthin durch Weise f. verdeutscht (1641 bei Schottel 413); Rederweise scheint erst um 1820 aufgekommen zu sein.

mogeln, v.: beim Spiel betrügen. Studen- tisch(1781 bei Fischer kom. Burschiade 34), aus der Gaunersprache entnommen(wo mohel