801 Schuppe
Schurf 802
len Stoß zu kurzem Schwung od. schaukelnd bewegen, mhd. schupfen, schupfen, selt. schuffen, md. schuppen, ahd. in verscupfen, seit dem 18. Jh. vorherrschend schuppen(Adelung 1780), aber noch obd. schupfen; dazu clev. 1477 u. mnd. schuppen, mndl. Schoppen, schuppen. Intensiv- bildung zu schieben(s. d.).
Schuppe, f.(Pl.-n): kleinesfestes Plättehen zur Körperbedeckung, z. B. an Fischen usw. Bei Luther Schup(p)e, schon zu Anfang des 13. Jh. nach dem Niederrhein hin schuppe f. (Wigalois Pf. S. 345, 179, 1 nebenschuoppe 179,3), ebenso im Wittich vom Jordan V. 1433, md. im 14. Jh. schüpef.(Myst. 1, 74,30), mhd. schaop(e), f.(auch«Schuppen der Kopfhaut), ahd. scuopa, schpa, scuobba f.; dazu elev. 1477 schoebe, schuebe, mnd. schubbe, ndl. schob. Wohl von schaben (8. d.), also urspr. von der Fischschuppe, die ab- geschabt wird; ähnlich gr. Aewic f. Schuppen von Xereiv«schälen, abschuppen». Es könnte aber auch zu Schäbe(s. d.) od. zu glbd. lat. sguã ma f.(aus*squapsma) gehören.
Schüppe, bayr. nur Schippe, f.(Pl.-n): Metallschaufel, auch Grabscheit, Spaten; un- mutig aufgeworfne Unterlippe. Md. 1540 b. Al- berus dict. Rr 1², cc 1² u. Qq 4 ⁵ Schüpp, Schöpp f.«Feuerschaufels, im 15. Jh. schopp, 1664 bei Duez Schüppe, Schuppe f.«Schaufel», md. meist Schippe(Stieler 1691, Lessing 3, 409); dazu clev. 1477, mnd. schuppe f., nnd. schuppe, schüppen, schüppe, schippef., mndl. schoppe, schuppe, unndl. schop f. Zu schuppen, schupfen(s. d.). RA. jem. die Sch. geben: ihn abweisen, 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 268(dann die Sch. behommen 1691 bei Stieler), nach einem Volksbrauch, der noch in Dithmarschen besteht, daß man einen unwillkommnen Freier im Hause des Mädchens eine Schaufelaufstellt, um ihm eine abschlägige Antwort zu ersparen.
Schüppen, n.: Spielkartenblatt mit dem Zeichen der Schappe od. des Spatens, entspre- chend dem fræ. pigue m., dem Bild der eisernen Spitze der Pike(frz. pique f.). 1664 bei Rachel Ged. 4, 4 Schüppen, 1577 bei Apherdian 122 u. mnd. schuppen, nnd. auch schippen, nndl. schop- Pen f.«Pik).
Schuppen, m.(-s, Pl. wie Sg.): vorn ohne Wand errichteter einstöckiger Schutzbau. Alternhd. im 16. u. 17. Jh. u. noch bayr alem. Schopf m., mhd. schopfle) m., ahd. scopf, scof m. (auch Vorhalle, Vordach), im 18. Jh. Schoppen (1734 bei Steinbach schop m., bereits im 15. Jh. in Mainzer Chron. 1, 46, 9ff.) u. im 19. Jh. Schup- Pen vorherrschend(schon 1651 b. Colerus 167 5b
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Schuppen, dafür 1596 Schupffen, noch öst. z. B. bei Anzengruber Schupfen), woneben mhd. im 14. Jh. schupfe, schüpfen f., ahd.(bayr.) scuffa f., 1691 bei Stieler Schoppe, Schuppe f. u. Schupf m.; dazu ags. Schpen f.«Kuhstall⸗ u. sceoppa m. «Werkstatt, entsprechend nordengl. shippen «Stall⸗ u. engl. shop«Laden». Eine Bildung zu schieben(s. d.), urspr.«Vorrichtung, unter die man Ackergerät u. Vorräte zum jeweiligen Ein- stellen zuschieben pflegt⸗. Aus dem Germ. entl. frz. échoppe f. ckleine Budes, afrz. escoppe.
¹schuppen, v. stoßen, s. schapfen. 2Schup- pen, v.: stark reiben, jucken, gew. refl. in Nieder- u. Mitteldtschld., aus nd. u. clev. 1477 schubben, zu schieben(s. d.). 3schuppen, v.: durch Schaben von den Schuppen ent- blößen, md. im 15. Jh. schäpen, Schuppen, 1540 bei Alberus dict. q 1 b schüppen, mnd. schobben, schubben, anders mhd. geschippet«mit Schuppen verseheny, abgeleitet von Schappe(s. d.), wie schuppicht, schuppig, adj., bei Luther 1. Sam. 17, 5 schlüppicht, spätmhd. schapecht, schiepet, im 12. Jh. scuopocht, ahd. scpic, im 15. Jh. schüpig, schuppig.
Schuppenpelz, m.: Pelz aus Waschbär- fellen(Schuppenbãlge 1784 b. Jacobsson). Um- gedeutet aus russ. Juba f.«Pelza.
schupsen, auch schubsen, v.: stoßen. Eine Weiterbildung von schuppen. Md. u. nd. Erst im 19. Jh. belegt.
Schur, f.(Pl.-en): das Abscheren; als Ge- winn Abgeschornes. Mhd. schuor f.«die Sche- rung(Seifr. Helbling 3, 228), im 15. Jh. schur f. «Abtrieb eines Waldes u. das davon gewonnene Holzy, überhaupt«Ernten, daneben um 1200 schuer m.«Schererei, Plage»(St. Ulrichs Leben 813), in letzter Bed. noch bayr.-öst.-ostmd. schãr m., nd. Schör m., aber Gotter bei Goethe 56, 68 (IJ. H.) Schur f.«absichtliche Kränkungs. Von scheren(s. d.). 4BL. schürig, in Zss. wie ein-, æwwei-, halbschürig.
schüren, v.: anreizen; durch Rühren usw. besser brennen machen. In beiden Bedd. mhd. schürn, md. schurn, zu mhd. schor f.«Schaufel⸗ (auch Haue, Spitzhaues), schorn emit d. Schau- fel zusammenscharren, zusammenkehrenv, ahd. scora f.«Schaufel⸗, got. winpiskauro f.«Worf- schaufel⸗.
Schurf, m.(-els, Pl. Schürfe): Graben od. Grube zur Entdeckung eines Erzganges. 1546 b. Agricola de re metallica 478 Schorf, 1532 b. Lori Bergr. 204 b Schurf m. Von schürfen, v.: die Erde von der Oberfläche entblößen, um nach Erzlagern zu suchen, 1546 bei Agricola a. a. O.
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