Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
799-800
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799 Schulter

Schupf 800

nen hören», mnd.«sich verborgen halten, lau- ern, mndl. sculen, ndl. schuilen, verw. mitanord. skjöol n. Zufluchtsort, Schutzy, ska¹lacschützens, dän. skjul«Versteck». Schüler, m.(*s, Pl. wie Sg.): Unterricht Empfangender, mhd. schuo- lœre, schuoler, md. schnlér(e), im 15. Jh. schüler, ahd. scuolari, mnd. scholer m., wohl umgebildet aus mlat. scholaris m., dem subst. lat. Adj. scho- läris czur Schule gehörig; davon schüler- haft, adj., 1734 b. Steinb. ZUS. Schulfuchs, m.: überkluger pedantischer Kathederlehrer (1609 bei Sommer Ethographia mundi 1, E 4); Schüler, Student vor der Immatrikulation(zu Anfang des 18. Jh. bei Günther 415), Abiturient (1725 bei Steinbach). Schulgeld, n., 1556 bei Frisius 822 b Schulgält. Schulhaus, n., spät- mhd. schalhds, ahd. scuolahnsn. schulkrank, adj.: 1702 bei Kramer. Schulkrankheit, f., 1664 bei Duez(ironisch). Schullehrer, m., 1691 bei Stieler«Direktor einer Schule», 1702 bei Kramer Lehrer an einer Schule», in der älternhd. Bed.«Lehrer der scholastischen Wis- senschaft⸗ b. Luther 1, 122 Schullerer. Schul- mann, m., 1673 bei Weise Erzn. 85. Schul- meister, m., mhd. schuol(e)ymeister, md. schãl- meister m.«Schuldirektor, Schullehrerꝰ, spät- ahd. im 12. Jh. scolmagister m.; davon schul- meistern, v.: Schulmeister sein(Voß Ged. 3, 142); wie ein Schulmeister pedantisch zurecht- weisen(Goethe 28, 284). Schulrute, f., 1468 schuolruot bei Diefenb. nov. gl. 171 b, dagegen mhd. schuolerruot f. zuchtrute». Schulsack, m.: Büchertasche der Schüler, b. Luther 5, 125 b. Schulwesen, n., 1663 b. Schupp 26. Schul- zucht, f., 1664 bei Duez.

Schulter, f.(Pl.-/): Körperfläche über u. hinter dem Oberarm. Mhd. schulter, schulder f.(auch Vorderschinken»), ahd. scultarra, scultirra, scult er)ra f.(auch«Vorderbug des Tieres»); dazu(entl. and. scultira) mnd. schul- der f., mndl. scoudere, nndl. schouder m., afrs. sculder, scholder f., ags. sculdor, sculdar m., engl. shoulder, schwed. skuldra f., dän. skulder. Ent- weder mit l aus F zu ahd. skerti f.«Schulter- (noch schweiz. Scherti f.), od. zu gr. cxexoc n. «Schenkel), ckekic f.(Gen. ckeXidoc) Hinterfuß u. Hüfte des Tieres», aind. kafas m., katis, Kati

f.«Hüftey(aus kaltas usw.), Btr. 20,51. 4B L.

schultern, v., 1691 b. Stieler schultern, schul- dern, schulleren. ZUS. Schulterblatt, n., frühmhd. sculter(ren)blat, mndl. schouderbladt.

Schultheiß, m.(-en, Pl.-en): Ortsvor- steher usw. Mhd. schaltheize, im 15. Jh. Schalt- heyß, md. scholtheize, ahd. sculthaieo,-heizzo,

sculdheizo m.«Verpflichtungen od. Leistungen Befehlender, Zivilrichter, Vogts; dazu and. sculthétio, mnd. schalthete, mndl. scoutheet, afrs. skeltata, ags. scyldhũοta m., langobard. sculdhais; daher mlat. scultetus, scoltetus, in Italien scul- dasius. In Altbayern u. Obersachsennicht volks- üblich. Zgs. aus ahd. sculd f.«zu leistende Ver- pflichtung od. Verbindlichkeit»(s. Schald) u. einem von ahd. heizan cheißen»(s. d.) abgel., in Zss. vorkommenden ahd.-heiz(e)o, asächs. hétio m. der Heißer, Befehlendes, got.-haitja(in dulganaitja m.«Schuldfordrer, Gläubiger). S. Schulze. 4B L. Schultheißin, f., 1417 schles. schultissinne f. Schultheißeréi, f.: Ortsvor- steheramt, schles. 1410 schaltisse, 1417 scholtis- sie f., daher heute schles. Scholtiséi, Schultiséi f.

Schulze, m.(-n, Pl.-n): Schultheiß. 1334 köln.-hochd. overscolze Oberschulzey(Höfer Urk. 273), 1429 im Liber ord. rer. Siults Richter», 1439 bei Schöpflin Alsatia dipl. 1317 schultz m. Gekürzt aus mhd. schaltheize(siehe Schultheißß), im 15. Jh. schulteiß, schultiße, schalteß, schultes(Diefenbach gl. 521); dazu mnd. scultete, schulte, und. schulte, schult, mndl. scoutet, scout, nndl. schout, afrs. skelta m.

schummeln, v.: geschäftig laufen(Voß Idyll. 6, 1, refl. 1669 im Simpl. 88«sich schnell wegstehlen»); schlottrig einhergehenmit vielen unnötigen Bewegungen(1780 b. Adelung, umb- schümmeln«taumelnd umfallen» bei H. Sachs 9, 142); eilig Küchenarbeit verrichten, scheuern (1702 bei Kramer, mndl. scommelen, nd. schum- meln); durch Geschwindigkeit od. Listbetrügen (1780 bei Adelung). Dunklen Ursprungs.

schummerig, adj.: dämmerig. Nâd. 1741 b. Frisch. Von Schummer, m.: Dämmerung, Abenddämmerung(ebd.), mnd. schummer m., im Ablaut zu Schimmer(s. d.); dazu schum- mern, v.: dämmern(Frisch 1741), auch«ver- schwommenschattierens, u. Schummerung, f.: Dämmerung(mnd. schummerYnge), sanfte Schattierung.

Schund, m.(-els): unbrauchbares Zeug (Lessing 5, 40). 1558 bei Lindener Katziporus 335 Schundt m., Unrat, Kot», eig.«Abfall beim Schinden, Unflat», 1691 b. Stieler das Schinden, (schimpflicher) Geldgewinn». Vonschinden, s. d.

schunkeln, v.: schaukeln. Md. u. nd. zu schaukeln. 1761 b. Matthiae Manualelex. 1, 985 b.

Schupf, m.(Lels, Pl.-e): Stoß, mhd. schupf, schuf m.«Schwung, schaukelnde Bewegung», md. 1442 schaup m., seit dem 18. Jh. gebräuch- licher Schuppm.(Adelung 1780); dazund. schap, ndl. schop m. Von schupfen, v.: durch schnel-