501 Quantität
Quarte 50²
fang des 15. Jh. kúnten anzünden»(Diefenb. gl. 291 b), ahd. cuntisal, chuntesal n.«Brand. Die Vokalfärbungen der Stammsilbe dieser Wörter erklären sich durch urspr. anlaut. qu.
Quantität, f.(Pl.-en): Größe, Vielheit; Laut-, Silben-, Tondauer. In der 1. Bed. 1559 b. Ryff Chirurgei 34 ² u. 1571 b. Rot Cuantitet, in der 2. Bed. 1734 bei Bodmer krit. Ged. 1, 58 Neudr. Aus lat. guantitas f.(Gen.-tis)«Größe, Anzahl, Menge», von lat. guantus«wie groß. quantitativ, adj.: der Vielheit, dem Um- fange nach, im 19. Jh. aus dem spätmlat. Adv. quantitative«der Größe, Zahl nach, nicht viels.
quantsweise, adv.: nur zum Scheine, nicht im Ernst, angeblich. Bei nordd. Schriftstellern (1595 bei Hennenberger Landtafel 79 quantz- Weis), aus mnd. quant s)ise, mndl. quantsuls, guansays, nndl. Kaoanswijs. Zgs. mit mnd. quant m.«Tand, was nur zum Schein geschieht, Schein», dann«Schalk, Schelm(in letzter Bed. auch bei Schottel 1663, Krämer 1678, Stieler 1691, ndl. keoant). An Gewand u. gewandt angelehnt 1691 bei Stieler gezwwantsweise, bei Ludwig 1716 u. b. Lessing 8, 89 gewwandtsweise, 11, 408 gewandsoweise(wie 1696 bei Olearius persian. Baumgarten 87).
Quappe, f.(Pl.-n): Fisch mit breitem dickem Kopfe, Döbel, gadus; der aus dem Ei geschlüpfte junge Frosch. In der 1. Bed. 1482 im Voc. theut. aa 2 b u. im mrhein. Voc. ex quo 1469 guappe f., aus altem quappa(10. Jh.) mnd.-mndl. quappe, guabbe f.; in der 2. Bed. norddeutsch und wohl urverw. mit apreuß. gabaao, abg. Zaba f.«Krötey. In der 1. Bed. nach Weigand entl. aus lat. capito m.«Dõöbel)?, wobei dann eine Vermischung mit dem alten Quappe eingetreten sein müßte. S. Aalguappe, Kaulquappe.
Quarantäne(spr. ka-), f.(Pl.-n/): Reise- sperre von urspr. 40 Tagen gegen Schiffe u. Reisende aus Gegenden, die der Pest oder überhaupt einer ansteckenden Krankheit ver- dächtig sind. Im 17. Jh. aus glbd. frz. quaran- taine f., eig.«Anzahl von 40», dann Zeit von 40 Tageny, von dem aus lat. quadr äãginta ge- wordnen frz. quarante«vierzig». Jene Reise- sperre findet sich zuerst bei den Venetianern im 15. Jh.
Quark, m.(-els, Pl.-e u. Quurke): Käse- matte; Kot(1586 bei Mathesius Syrach 1, 48²); Sache ohne Wert(1658 bei Schoch Studenten- leben 72, 4 Ndr.); gar nichts(1575 im Garg. 382). Einheimisch im östl. Mittel- u. Norddtschld. (nicht in Thüringen). Im 15. Jh. guark m.
«weicher Käse von frisch geronnener Milchs, auch guarg(Diefenb. gl. 243 a), guarch(Diefenb.- Wülcker 809), mit qu aus tu aus glbd. mhd. (md.) tewarc m.(Pl. twerge), 1429 kearkcch, 1420 kewarg, im 15. Jh. zwarg(Diefenb. gl. 2432, auch 1645 bei Gueintz Rechtschreib.), aus dem Slav., wend.-tschech. tvaroh, poln. tuarog, russ. twarogũ m.«Quarkkäses». 4B L. quarkig, adj. ZUS. Quarkkäse, m., 1673 b. Weise Erzu. 196.
Quarre, f.(Pl.-n): vielweinendes Kleines Kind, bes. aber zänkische Frau(1663 b. Schup- pius 263 Quarr). Bei norddeutschen Schrift- stellern, namentl. in der RA. Erst die Pfarre, dann die OQ. cman soll nicht heiraten, bevor man eine Familie ernähren kanny». Von quarren, v.: anhaltend weinen, weinerlich tun;(vom Frosche gesagt) seufzend, dumpf schreien(Brockes ird. Vergnüg. 2, 61); murren. Aus mnd. quarren«grollende brummende Töne ausstoßenv. Gleich dem mhd. karren«dumpf brüllen, knarren?, zu ahd. gueran seufzen», kerran, mhd. kerren«grunzen, knarren», ur- verw. mit ai. Jaraté cruftꝰ, gr. deplai Aoidopiai, ir. berran«Kummers», vgl. Zupitza 78.
Quarré, ältre Schreibung für Karree(s. d.).
Quart, n.(-els, Pl.-e): ¼ wovon, insbes. ¼ eines Maßes; Viertelbogengröße, Viertel- bogenform(1719 b. Frisch frz.-teutsch. Wtbch. Quart, 1712 bei Hübner Quarto, 1664 bei Duez in quarto, ebenso 1634 bei Hornschuch Ortho- tygraphia). Spätmhd. quart n. das Viertel wo- vony, im 15. Jh. quarte f. u. im 14. Jh. guart n. cein Weinmaß», ebenso 1477 clev. qwart, ndl. kwart, aus mlat. quartum n. u. quarta f.(zu ergänzen pars f.«Teil)«Viertel eines größern Maßes», dem subst. N. u. F. von lat. quartas «der vierte.
Quarta, f.: die vierte Klasse der höhern Schulen. Von lat. quarta«die vierten, F. von guartus. 4BL. Quartäner, m.
Quartäl, n.(*s, Pl.-e): Vierteljahr. 1562 bei Mathesius Sarepta 25 a, 1932(der Pl. Quar- talien schon 1535, vgl. Germ. 29, 392). Aus mlat. quartäle anni Viertel eines Jahres», dessen quartãle das subst. N. eines mlat. Adj. quartãlis ist, abgl. von lat. quartus«der vierte?. ZUS. Quartälssäufer, m.: period. Trinker.
Quartänt, m.(-en, Pl.-en): Buch in Viertel- bogenform, 1741 bei Frisch, Cuartant-Buch 1734 bei Weber. Aus lat. quartans(Gen. guar- tantis), dem Part. Präs. von mlat. quartare«in vier Teile teilen?, zu lat. quartus«der viertey.
Quart(e), f.(Pl.-n): der vierte Ton vom Grundtone aus(mhd. quarte f.); die vierte
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