1101 übersee
Ubertrag 1102
kommen machen.— 2überschlägen, v.: auf der Oberfläche durch Anschlagen überziehen; durch Herumschlagen übergehen; oberflächlich berechnen(Luk. 14, 28);(refl.) kopfüber fallen. Mhd. äberslahen«schlagend überwuältigen, be- siegen, an Höhe überragen, kurz über etw. im Reden hinweggehen, kurz erzühlen, nach Wahr- scheinlichkeit schätzen oder berechnen, mut- maßen», ahd.(um 1000) uberslahen«an Höhe, an Zahl übersteigen oder übertreffen». Mhd. auch sich überslahen«sich kopfüber stürzen?. — überschnappen, v.: im eig. Sinne vom Schloß 1691 bei Stieler, dann von der Stimme; verrückt werden(1778 bei Hermes 4, 146, 1780 bei Adelung«im gemeinen Leben»).— über- schréiten, v.: über etw., über Maß u. Ziel gehen. Mhd. iberschriten«über etwas hinaus- schreiten(z. B. einen Bach), besteigen(ein Roß).— Uberschrift, f.(Pi. n): das Uber- geschriebne, urspr. von der Münze(Matth. 22, 20), dann in einem Buch, Kapitel; Adresse(im 18. Jh.); Epigramm(bis ins 18. Jh.). Mhd, iber- schrift f.«Auf., Inschrift, Epigrammy.— Tber- schuh, m.(- els, Pl.-e): über einen andern ge- zogner Schuh. 1691 b. Stieler.— bperschuß,
m. 8 es, Pl.-Schüsse): was über das bestimmte Maß usw. ist. Mhd. überschuz m.«Uberschuß,
Rest». Von veraltetem iberschießen«über plei- ben.— Oberschwang, m.(ls): übermäßige Fülle. Bei Luther 2. Kor. 8, 14 uberschawang. Mhd. äberstwanc m. cberfließen, Uberströmer, 2gs. mit mhd. siwanc m.«schwingende Bewe- gungy(von überströmender Bewegung des Wassers, der Liebe), s. Schwankt. Davon über- schwänglich, adj.: übermäßig. Bei Schiller J. v. Orl. Prol. ũberschwenglich, b. Luther uber- schewenglich. Daneben äberschwenklich(b. Ade- lung, Duez), md. überswenclich von md. Aber- swenke«überschwenglich, gewaltig, schwer, großy durch den Einfluß von schoenken neben schwingen.— Uberschwelle, f.: Tragebalken über der Tür. 2. Mos. 12,223; Jes. 6, 4. Veraltet. —überschwémmen,v: unterWasser setzen.
1561 bei Maaler. Zu schoemmen«schwimmen machen.
Übersee, ohne Artikel und Flexion: Land jenseits des Meeres. Zusammengerückt aus über See. In neurer Zeit im Importhandel. Schon mhd. üher sé cjenseit des Meeres.. über- seeisch, adj., 1822 b. Heinsius. überséhen, v.: über etw. hinsehen, in seinem Gesichtskreis haben; über etw. hinsehen, ohne etwas unbe- merkt zu lassen; über etw. hinsehen, ohne es zu bemerken; mit Uberlegenheit sehen über. Mhd.
übersehen, auch chingehen lassen, verzeiher, ahd. ubarschan«bemerkend über etwas hin- sehen; dazu asächs. obarsehan«überschauen?, ags. oferséon«beobachten, nicht sehen wollens. — 1übersetzen, v.: über den Fluß bringen. 2übersétzen, v.: überfüllen(veraltet, aber noch im 18. Jh.); übervorteilen(Hes. 18, 8); in eine andre Sprache übertragen(1678 bei Kramer, wohl nach der doppelten Bed. von lat. trãdicere, transferre). Mhd. übersetzen«wohin versetzen, übermäßig besetzen, übermäßig be- steuern, schriftlich verfassen,, ahd. ubarsezzan cübersetzeny. Davon Übersétzer, m., 1678 bei Kramer; Ubersétzung, f., eines Buches, a. a. O.; am Fahrrad, in neuster Teit.— Pber- sicht, f: Gesamtüber blick. Nach Adelung nur von einigen eingeführt. Zu überséhen. Mhd. übersiht f.«Weitsichtigkeits, wovon nochüber- sichtig, adj., mhd. im 14. Jh. uübersihticstraboy. Dazu übersichtlich, adj.: eine Übersicht ge- während. 1811 b. Campe.— überspännen, v.: zu sehr spannen(1678 bei Kramer). Das Part. überspännt, adj.: geistig nicht ganz normal, 1780 bei Adelung, bei Wieland Musarion.— überständig, adj.: was zu lange steht. Zuerst vom Holz, 1763 bei Heppe. Mhd. überstanden. — überstéhen, v.:(eig.) stehen, bis etw. vor- über ist, 1618 bei Schönsleder. Mhd. berstän. — überstéigen, v.: über etw. steigen; gehen
über. Mhd. überstigan«höher steigen als, über-
treffenꝰ, ahd. ubarstigan, got. ufarsteigan.— überstudiert, adj.: durch zuviel Studieren ohne Verstand. Nach Adelung im gemeinen Leben.— überstürzen, v.: zu sehr(be)eilen. Erst b. Campe in dieser übertr. Bed. Mhd. iber- stürzen«über einen stürzen.
übertéuern, v.: zuviel fordern. Mhd. äüber- tiuren can Wert übertreffen, aber übertiure adv. zu teuer».— übertölpeln, v.: grob be- trügen. 1575 im Garg. 302 abertölpelen, bei H. Sachs Fab. 206, 101 uberdolpen. Daneben auch schon im 16. Jh. über den Tölpel werfen. Viell. zu einem ältern dolb«Keule, Knüttel». Vgl. noch ZfdW. 4, 330.
Ubertrag, m.(Lels, Pl.-träge): das Uber- tragen der Summe der einen Seite auf die andere. Wohl Verdeutschung von Transport. 1801 b. Campe.—überträgen, v: übersétzen; von einem zum andern tragen(Krankheit), von einer Seite auf die andere schreiben(1780 bei Adelung); anvertrauen. In allen diesen Bed. (die meisten erst bei Campe) im Anfang des 19. Jhs. noch Ahertragen. Mhd. äbertragen«er- tragen(noch öfter b. Goethe), auffangen, über-


