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ziehen, abnutzen, beraten, übergeben, über- treffeny u. v. a.— übertréffen, v., besser sein. Mhd. übertreffen, auch«übertreten, ahd. abar- treffan.— übertréiben, v.: etw. zu stark tun. Noch b. Luther 1. Mos. 33, 13 ganz sinnlich vom Vieh eu sehr treiben». Mhd. äbertriben«über etw. treiben, zu hoch treiben, übermäßig an- treiben, das Maß überschreiten, überladen, be- drängen, beherrschens.— 1übertreten, v.: über etw. treten, überfließen(vom Fluß); über- gehen(zum Feind, zu einer andern Religion). — zübertréten, v.:(eig.) über etwas treten (Schwelle); jetzt nur bildlich ein Gesetz, eine Vorschrift ã. Mhd. übertreten«treten auf, da- niedertreten, überwinden, hinaustreten über, übertreffen, sich vergehn. Bei Luther auch absolut«sündigen 1. Sam. 2, 24. Davon Uber- trétung, f.: leichteres Vergehen;(bei Luther) Sünde. Mhd. äbertretunge f. übervörteilen, v.: seinen Vorteil zum Nachteil eines andern erlangen. Bei H. Sachs Fab. 206, 96 und oft in der Bibel. überwältigen, v. durch Gewalt unter sich bringen, bezwingen. Bei Luther uberweldigen. Zu mhd. waltigen, weltigen«einem die Gervalt übergeben.— überwéisen, v.:(kaufm.) zum Empfang einer Zahlung an einen andern weisen. Im 15./16. Jh. häufig. Mnd. 1391 bei Sattler Handelsrechn. d. dtschen. Ordens 321. Davon Uberwéisung, f., seit 1669 zu belegen.— lüberwerfen, v.: bedeckend worüber werfen. züberwérfen, v.:(refl.) sich veruneinigen. 1678 b. Kramer. Eig. wohl sich übereinander- werfen beim Streity. Mhd. überwerfen das Roß umwenden, übertreffen,(refl.) sich schwin- gend um u. um drehen».— überwiegen, v.: stärker sein als; überwültigen(Apostelgesch. 20, 9), das Ubergewicht fühlen lassen(Sir. S,2). Bei Luther in der Form éberzegen. Mhd. aber- wegen«(intr.) Ubergewicht haben,(trs.) an Ge- wicht übertreffen, mit Übergewicht vergelten, überwältigen, erwägen», ahd. ubarwegan«ge- nauerforschen, genau bedenken, bewältigenn.— überwinden, v.:(eig. wohl) ringend über- wältigen; besiegen. Mhd. überawinden«über- wältigen, überreden, verwinden, verschmerzeny, ahd. uarwindan überwältigen, besiegeny. Da- neben steht mhd. bertwinnen cüberwinden, be- siegen», ahd. abarwinnan, ags. oferwinnan zu winnen«kämpfen?, s. gewinnen. Doch ist die Annahme nicht nötig, daß-windeen eine Abl. von winnen ist. Vgl. winden. Dazu UÜberwin- der, m.: Sieger. Mhd. überwinder m.; UÜber- windung, f. mhd. überwindunge f.
überzéugen, v.: durch Zeugen, Gründe zum Anerkennen einer Tatsache bringen. Mhd. überziugen, eig.«durch Zeugen überführen». Davon UÜberzéugung, f.: feste Ansicht von etwas. 1811 bei Campe; damit zgs. UÜber- zéugungstreue, f.: Schlagwort wohl aus der Zeit der Burschenschaften u. d. Turnens(1815 bis 19). Vgl. Ladendorfu. Zfd W. 3,155.— Uber- zieher, m.: Mantel, Uberrock. Erst um die Mitte d. 19. Jhs. von äberziehen.— UÜberzug, m.(-Lels, Pl.-elge): was über etwas(Bett usw.) gezogen wird. Im 15. Jh. überzuc m.— über- zwérch, adv.: über Kreuz; quer(südwestd.). Spätmhd. berzwerch, zgs. mit zwerch(s. d.).
üblich, adj.: im Gebrauch herrschend. 1664 bei Duez. Von mhd. aοeᷣ(Gen.-bes) m.«Ge- brauch, Sittey zu üben.
übrig, adj.: überflüssig(noch im 18. Jh. u. in ein übriges tun); außer anderm vorhanden (übrigbleiben, Alassen); anderer. Mhd. äüberec «mehr als genug seiend, überflüssig, übermäßig, überhoben od. ledig(mit Gen.). Von dber. Adv. im übrigen: sonst, 1664 bei Duez. übrigens, adv.: hierzu noch. 1716 bei Ludwig. Gebildet
Ubung, s. iben. wie drittens, viertens.
Uchse(mit 7), f.(Pl.-n): Achselhöhle. Noch schweiz.-bayr. öst. Mhd. uohse, dehse f., ahd. aoοmisa, uohsina; dazu ndl. osel m., ags. öæn f., öhsta m. Im Ablaut zu Achsel.
Uchte, f. Morgenfrühe, Dämmerung. Noch in nd. Ma., z. B. westfäl. Mnd. Ahte f., asächs. Ahta f.«Morgens, spätmhd. Aochte f.«Nacht- weidey, ahd.(bei Notker) uohta f. Morgen- dämmerung»; dazu ags. ht a) m., anord. ötta f., norw. Alterdän. otte, schwed. offa, got. Anlood f. Morgendämmerung». Verw. mit aind. axtus m. «Strahl, Dunkelheit, Nachts, gr. àxricf.«Strahl, lit. ankst, apreuß. angstainai«früh am Morgen' und wohl im Ablaut zu Nacht. ZUS. Ucht- land, nur Freiburg im TI. Ljcht bedeutet aber hier«Weidey, weil das Vieh morgens auf die Weide getrieben wurde.
Ufer, n.(, Pl. wieSg.): Erdrand fließenden u. stehenden Gewässers. Bei Luther u. Dieten- berger 2. Kön. 2, 13 M. Dem Oberd. fremd. Md. uover n., afer, Aber n., mnd. õbeFr m. n., 1477 clev. u. mndl. oever, ndl. oebver m., ags. õfer m. Verw. mit gr. ineipoc f.«Festland, Ufer» aus*dperjos. Mhd.(bayr.) urvar«Landungsstelley ist ein andres Wort, 2gs. aus ar(s. d.) u. var«Fahrts. ZS. uferlos, adj., Schlagwort seit den 90 er Jahren d. 19. Jus. Vgl. Ladendorf.
uff! Interjektion des schweren Aufatmens, der Erleichterung. Bei Lessing Freigeist5, 6up.


