1105 Uhlane
um 1106
Uhläne, s. Mäne. Uhle, uhlen, s. Vle, ulen.
Uhr, f.(Pl.-en): Stunde; Zeitmesser, zeiger. Spätmhd. r)«Stundesaus dem Ndl., 1477 clev.- mndl. ure f., aus lat. hôrd, gr. ôpo f. Stunde». Daß das Wort schon früher entl. ist, zeigt die Entwicklung zu Auer(noch wetterau.), 1540 b. Alberus dict. dd 12 u⁵†⁵ f., Q 4 ein sonnavwer. ZUS. Uhrmacher, m., 1678 bei Kramer. Uhrwerk, n., 1678 bei Kramer.
Uhu, m.(-s, Pl.-e): größte Ohreule. Bei Luther u. Dietenberger 5. Mos. 14, 16 Uhu, im 16. Jh. auch Huha. Offenbar lautnachahmend, vgl. Luther W. 8, 211 wie die nacht raben heulen sie und, uhn. Mhd. dafür hüve, 1476 hürbe, ahd. nnuο u. Nuο(s. Auf). Vgl. Suolahti 308 ff. Der Pl. lautet nicht selten Vhas, z. B. Schiller Räuber 4, 5, Goethe 8, 133.
Ukas, m.(-Ses, Pl.-Se): kaiserlicher Befehl. Aus russ. uxãν m. Befehl, Gesetz», von russ. uxasat?«weisen, zeigen, verordnen, befehlen. 1780 bei Adelung. Zfd W. 8, 98 Beleg von 1761.
Ukelei, m.(Lels, Pl.-eu.-s): karpfenartiger Fisch, cyprinus alburnus. Aus poln. uõéj m., russ. ukléja. 1780 bei Adelung.
Ulän, bayr. auch Uläne, m.(-en, Pl.-en): Lanzenreiter. Aus poln. ulan m.«polnischer Tatar in Litauen, leichter tatarischer Reiter mit Lanze, Säbel, Pistolen von türk. oghlan«junger Mensch, Bursche». 1791 b. Roth. Dazu Ulänka, f.(Pl.-s): Waffenrock der Ulanen. Aus glbd. poln. Alanka.
Ule, f.(Pl.-n): Federwisch an einer Stange zum Reinigen. Ndd. Form von Wale(s. d.). 4B2L. ulen, v.: mit der Ule reinigen. Bei Voß 70. Geburtstag 48 uhlen.
Uli, s. Urich.
Ulk, m.(-*Lels, Pl.-e): lustiger Streich, Pos- sen. Bei Adelung, Campe, Heinsius nicht ver- zeichnet und erst durch die Studentensprache allgemein bekannt geworden. Aber 1755 bei Richey hamb. u. ditmarsisch UIck«Unglück», 1611 b. Helvig 288 Uck vulgus nostrum usurpat pro afflictione et calamitate. Westfäl. ulk wie hochd., obhess. UIch«lustiges, loses Treiben in Gesellschaft, wo es hoch hergeht», elsäss. ul* «Feuersbrunst», mnd. ulll«Lärm, Unruhe, Be- lästigung». Die Bedeutungsentwicklung«Un- glücksfall, Lärm dabei, Lärm, lustiger Lärm» ist durchaus verständlich, aber die Herkunft des Wortes dunkel. 4BL. ulken, v.: Unsinn treiben.[neben Tl.
Ulk, m.(Jels, Pl.-e): Iltis(s. d.). Ndd.
Ulme, f.(Pl. n): die Rüster, ulmus cam- pestris. 1691 b. Stieler Vôm m., 1678 b. Kramer
Weigand, Deutsches Wörterbuch.
5. Aufl. II. Bd.
NMmbaum, mhd. selten(im 12. Jh. Sumerl. 19,70. 29, 42) ulmboum. Aus glbd. lat. ulnus f., das damit verw. Wort ist Jme(s. d.).
Ulrich, Mannsname. Mhd. Volrich, mäd. Ulrich, ahd. Volrach, Vodalrih; dazu ags. Edelric. Zgs. aus ahd. uodal«Erbguts(s. Adel) u. rich(s. reich). Koseformen dazu sind Vz, ahd. Vozo u. Uli. RA. Sankt Ulrich anrufen sich erbrechen». 1575 im Garg. dem Utzen ruffen u. ö., Beleg von 1560 bei Vilmar. Noch hess.-els.-schweiz. dem Ueli riüefen. Nach Weigand geht dies auf den 993 heilig gesprochenen Bischof Mrich von Augsburg(f† 978) zurück, dem zu Ehren und zum Liebesgedächtnisse Schwerbeängstigte u. solche, die in Not u. Gefahren waren, tranken, häufig auch bei Gastmählern u. Gelagen, indem er selbst den Trunk, der über Gebühr geschah, segnete. Vgl. Obhess. Intelligenzbl. 1845 Nr. 83. Davon auch ein ulrichen, v.: erbrechen und Ulrich, m.: Erbrechen vom Trunke.
Ultimäãtum, n.(-“, Pl.[löst. nur]-S, Lbayr. nur]-ta): letzte Aufforderung. 1727 bei Spe- rander. 1703 bei Wächtler altimalo«zuletzty. Zu lat. ultinus cletzters.— Ultimo, m.(18, öst.- bayr. auch wie Nom., Pl.- u.-mi): letzter Tag des Monats. Aus ital. ultimo von lat. ultimus (s. o.). Aus der Börsensprache. 1527 Inventur der Fugger(Strieder) 57.
Ultramarin, n.(-Lels): Lasur-, Korn- blumenblau. 1562 b. Mathesius Sar. 187 b. Aus mlat.(1502) ultramarinum(nämlich azurum) cder Lasurstein», aus dem, ganz fein gerieben, die Farbe gewonnen wird(s. Azur), eig. über- seeischy, zgs. aus lat. ultra«jenseits» u. einer Abl. von mare n. Meer», weil er aus Asien kam.— ultramontän, adj.:(eig.) von jenseits (lat. ultra) der Berge stammend(montan zu lat. mons m. Berg»). 1728 bei Sperander ultra- montain im eig. Sinne als Ausdruck der Italiener, wurde aber schon im 18. Jh. in der Form ultra- montanisch Schlagwort für päpstlich Gesinnte. Vgl. Zfd W. 3, 335 und Ladendorf.
um, 1. Präp. mit Akk.: rings(ganz od. teil- weise) einschließend; im ungefähren Umfang in Beziehung auf(auch zeitlich, z. B. um die neunte Stunde usw., auch gr. àuꝙHν εov uepac «um Mittag»); in Beziehung auf, betreffend; wechselnd auf; in Verlust betreffend(z. B. um etzo. kommen); um— willen aus Ursachey. In der Weise einer Konjunktion: in der Absicht (2. B. um zu kommen). 2. Adv.: ringsher, in der Krümme;(zeitlich): zu Ende. Mit dem Ton bei Zss. mit andern Adverbien, Verben u. Subst. verhält es sich wie bei äber, also dar-, her-, war-
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