Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1-2
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1 Lab

Labyrinth 2

L

Lab, n.(-els, Pl.-e): Mittel zum Ge- rinnenmachen. Mhd. lap n., labe f., ahd. lab, mnd. laf n. Verw. mit mhd. liberen, ahd. libe- rõn«gerinnenꝰ(s. geliefern), auch mit älternhd. Luppe, Lippe, Lippe f., Lipp n.(mnd. 1p) «die Milch gerinnen machender Saft», mhd. kœæseluppe, liüppe, ahd. chésiluppa f., sowie mhd. läppe n., ahd. Ippi n.«tödlicher Saft, Vergiftung, Zauber, Zaubereiꝰ, got. luhjaleisei f. Giftkunde, Zauberei?, ags. ον n. Arznei, Gift», anord. If n.«Heilkraut, Arzneiy. Falls zu letzterm air. luib«Kraut, Strauch, Pflanzey gehört, wäre es nicht mit L. verwandt. 43L. laben, v.: durch L. gerinnen machen, bei Schottel 1663 lädhen, im 15. Jh. leben(Diefenb. gl. 128). ZUS. Labkraut, n.: die Pflanze galium verum. Im 16. Jh. Im Berner Ober- land Chäslablcraut, benannt, weil Blüten, Kraut u. Wurzel als Lab dienen. Labmagen, m.: der als Lab dienende Magen junger saugender Wiederkäuer usw., 1642 bei Duez.

Laban, m.(-s): schlaffer Mensch, bes. in

der RA. langer L. Nordd. Auch ins Dän. ge-

drungen. Daneben schles. Labänder, els. Laber

«großer, unverständiger Mensch». Wohl auf

den Namen Lahban zurückgehend unter Ein- wirkung des folgenden lab-«schwach, schlaffy. Vgl. aber auch Schröder Streckf. 42.

labb(e)rig, adj.: gehaltlos, fade(von Flüssigkeiten). In Norddtschld. weit verbreitet. Vonlabbern, v.(Seemännisch)schlaff werden, ndl. Iabberen, labben. Dazu auch Labbe f. (s. labern). Vielleicht mit Lappen verwandt (s. d. und labern).

Labe, f.(chne Pl.): Belebung zu frischerm Dasein. Mhd. labe, ahd. laba f. laben, v., mhd. laben, ahd. Iabõn, labén«waschen, er- quicken», aus lat. lavãre«waschen, badenꝰ. 4B2L. Labung, f., mhd. labunge, ahd. la- bunga f.; Labsal, n.(-Lels, Pl.-e), unüblich f., mhd. labesal n.

Laberdan, m.(-s, Pl.-e): gepökelter Kabeljau. 1687 bei Hohberg 2, 605 2; 1644 bei Duez 27 Laperthau, nd. labberdãn, aus ndl. labberdaan, abberdaan f., 1598 abberdaen,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

auch slabberdaen, dazu engl. haberdine, afrz. habordean«Labberdan. Ursprung unbekannt, weder von der Stadt Aberdeen in Schottl., noch dem baskisch. Landstrich Labourdain(tractus Laburdanus) bei Bayonne(lat. Laburdum). labern, v.: einfältig reden, schwätzen(md., auch bei Wieland); leckend trinken(schles.). Von md. nd. Labhe(Pl.-n) f.«Lippe, Mundy, eig.«Hängelippe»(1691 bei Stieler), s. Laffe. labét in I. sein, I. werden: das Karten- spiel verloren haben, verlieren und dafür den Strafeinsatz setzen müssen. 1673 bei Chr. Weise Erzn. 169 Lahbeth sein, 1675 bei Abele künstl. Unordn. 4, 268 Labeten spielen, 1678 bei Krämer Labet werden, Labetspiel. Aus frz. la béte(ital.-lat. bestia f.)«Tier, Dumm- kopfy, im Kartenspiel«Strafsatz, Spieleinsatz des Verlierenden⸗(in der frz. RA. faire la béte«einen dummen Streich ſgleichsam den Dummkopf] machen, das Spiel verlieren und so den Strafsatz tragen», eig.«das Lasttier machen)). Labkraut, Labmagen, s. Lab. laborieren, v.: mit Mühe arbeiten, bes. chemische Arbeiten verrichten; an etw. leiden, womit behaftet sein. 1617 im t. Michel 26. 1418 sich I.«sich mühen, tätig sein»(Lilien- cron 1, 236 b, 456), aus lat. Iabördãre arbeiten, leidend, krank sein). Laboränt, m.(-en, Pl.-en): chemischer Arbeiter, 1694 bei Neh- ring, aus lat. laböõrans(Gen.-antis), Part. Präs. von lãbbräre. Laboratörium, n.(-s, Pl.-rien): Arbeitsstätte des Chemikers, Apo- thekers usw., 1562 bei Mathesius Sar. 265 b. Labyrinth, n.(-els, Pl.-e): Irrgebäude, Irrgarten usw.; unentwirrbare Sache. Bei Zwingli 2, 2, 245 f., 1561 bei Maaler und noch bei Wieland Idris 138 Mask.; Labrinthumb bei H. Sachs 3, 191 aus gr. lat. labyrinthas, gr.«aßuptvéoc m., das wohl aus der Sprache der vorgriechischen Bevölkerung stammt, ab- geleitet von karisch-kretisch Aüßpuc«Doppel- axt, dem Symbol des kretischen Zeus. Eig. wohl nur Bezeichnung des Palastes der alten kretischen Könige. 4BL. labyrinthisch, 1