1301 Zain
Lapf 1302
zahar m.(pl.-); dazu afrs. fãr m., ags. fœhher, tẽar, tõagor m., engl. fear, anord. täãrn., schwed. taͤr, dän. taar, got. tagr n.«Tränen. Verw. mit gr. ddxpu n., lat. Iacrima, alt. dacruma f., air. dér; dazu ohne anlautendes d aind. agru, agram n., aw. asrun., lit. asarò, arm. artasulch«Pränen', deren Verhältnis zu dakeru nicht ganz klar ist. Wahrscheinl. gehört auch Tyräne u. Tran dazu. Die idg. Grundf. wohl*draku, Gen. dralcnes. Aus ersterer durch Umspringen des r*dakru. Zain, Zein, m.(els, Pl.-e):(Weiden)gerte zum Binden der Reife und zum Korbflechten; Metallstab, stäbchen(bayr.) Braunkohlenmaß; (weidm.) Schwanz. Mhd. zein m., ahd. zein m. «Gerte, Stäbchen, Rohr, Röhre, Pfeilschaft, Pfeib, mhd. auch«Metallstäbchen; dazu and. tén «Stab», ndl. teen«Weidengerte», ags. fã(*) m. Eweig, Gerte, Wahrsager, Losstäbchen⸗, engl. toe in mistletoe«Mistelzweigs, anord. teinn m., wie ags., auch«Metallstab, Spieß⸗, schwed. fen «Metallstanges, dän. fen«Spindel», got. fainsm. .eweig». Aus dem Germ. entl. finn. faina«Pflan- zey. Herkunft unsicher. Formell entspricht lit. dainò f.«Volksliedy genau, doch ist die Bedeu- tungsvermittlung schwierig(vgl. Bezz. Btr. 28, 54 u. Btr. 27,363). Eher zu zwei. 4L. Zaine, Zeine, f.(Pl.-n): Korb. Nach bayr.-basl.-els. Eig. caus Zainen(Ruten) geflochteny». Mhd. zeinef., ahd. zeinna f.; dazu ags. cẽ&nel m., anord. teinur pl. f.«Korbꝰ, norw. teine«Reuse», got. tainjô f.«Korby. ZUs. Zainhammer, m.: Fabrik von Metallstäben. 1786 bei Adelung. Zambo, m.(-J, Pl.-s): Mischling aus Negern und Mulatten. Aus span. aumbo, eig. ckrumm- Zander, s. Sander.[beinigy. Zange, f.(Pl.-n): ein aus 2 an einem Punkt verbundenen u. um diesen beweglichen Teilen bestehendes Werkzeug zum Fassen und Fest- halten. Mhd. zange f., ahd. zanga f.; dazu and. kanga f., ndl. tangf., afrs. tange f., ags. tang() f., engl. tongs, anord. töng f., schwed. fdng, dän. tang. ImGerm. sind verw. ags. getingan drücken, klemmen), ags. getenge, asächs. bitengi«drük- kend, angeklemmt, nahe bei» und zanger(s. d.). Verw. mit aind. ddoςati cbeißts, dacita-«nahe anliegend, dicht gedrengts, gr. ddxveiv«beißeny, eig.«pressen, drückeny. zanger, adj.: scharf; frisch munter, lebhaft, rührig. Noch obhess.-schles.-bayr.; nd.-westfl. langer. Mhd. zanger, ahd. zangar; dazu nâl. bei Kilian tangher. Zu dem Stamm von Zange. Zank, m.(-Lels): heftiger Wortstreit. Bei Luther u. Alberus völlig geläufig. 1513 im Sal- lust B 6 2επ †, 1512 bei Murner Schelm. 30, 37
zanck. Mhd. nicht belegt, wohl aber gezenke n. (bei Jeroschin). Von zanken, v. streiten. 1482 im voc. theut. pp 3 bzangken od. kriegen, conten- dere, bei M. Beheim zanken, aberschonim 14.Jh. einmal zenken(noch 1540 bei Alberus dict. e 3 b ich zenck und nach Weigand wetterau. obhess. zenke). Wohlzu mhd. zanke m.«ZLacken, Spitzes, einer Nebenform zu zinke(s. Zinkce). 4.BL. ZTänker, m., 1540 beiAlberus dict. e8b, daneben zancker. Davon Zänkeréi, Zankeréi, f., 1691 bei Stieler Zänckerey. Zänkisch, adj., 1482 im voc. theut. pp 3 b zanckisch und im 15. Jh. auch zenkisch. ZUS. Zankapfel, m., 1716 bei Lud- wig gebucht, aberschon im 16. Jh., vgl. Gombert 4, 23. Benennung des von Eris, der Göttin der Zwietracht bei den alten Griechen, unter die Götter u. Göttinnen geworfnen goldnen Apfels. Er trug die Aufschrift«der Schönsten». Es ge- schah dies bei der Hochzeit des Königs Peleus mit der Göttin Thetis, zu der Eris nicht einge- laden war. Zanksucht, f., 1691 bei Stieler.
zannen, v.: klaffen, grinsen, weinen. Obd., auch zännen. Mhd. zan(n)en, zennen«Klaffen, knurren, heulen, weinens, ahd. zannén. Herkunft dunkel. Kaum zu Zahn.
Zanze, f.(Pl.-n): unangenehmes Frauen- zimmer. Nordd. Mecklenb. zunzel, zunzel f. clangsames, unsauberes Frauenzimmer,, preuß. zunzel f. altes Weib. Herkunft dunkel.
Zapf, m.(-Iels): Ausschank. Obd. Neben- form zu Zapfen, m.(-s, Pl. wie Sg.): runder, unten etwas verjüngter Körper zum Einstecken indas Loch eines Gefäßes, Flüssigkeitausdiesem abzulassen; ähnlicher Körper(Eis-, Tannen- zapfen, auch bei Balken, um einen in den andern zu fügen). Eigentlich zapfe, doch schon 1542 bei Alberus Barf. Eulenspiegel 252 deszapffens, 1482 im voc. theut. pp 42 20pff m., mhd. zapfe ind. 1. Bed.(aber auch schon êszapfé, tanzapfe), ahd. zapfo m., 1469 mrhein. zappe; dazu mnd. tappe m., ndl. tap m., ags. tœppa m., engl. fap, anord. fappi m., schwed. tapp, dän. tap. Aus dem Germ. entl. frz. tape f., tapon m., tampon m. Wohl verw. mit Zipfel; der Verbindung mit Zopf be- reitet der Vokalismus Schwierigkeiten, sie wird aber doch wohl anzunehmen sein. 4 BL. zap- fen, v.:(eig. den Zapfen ausziehen u. dann) ver- schänken. Mhd. zapfen, zepfen«mit Zapfen ver- sehen, anzapfen». 4.3 L. Zäpfchen, n. vomGau- men niederhangendes zapfenförmiges Fleisch- teilchen im Rachen. 1786 b. Adelung noch Zap- fen, 1647 b. Schönsleder 2ifl im hals. Ebd. auch zupflin eum Stulgang. ZUS. Zapfenkraut, n: die Pflanze uvularia, dann ein Aufguß von ihr
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