Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1303-1304
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1303 zappeln

Zauber 1304

heylet das feucht Halß-od. Zapffengescher, dar- über getrunken(Lonicerus 205 b); dann übertr. wegen der großen Ahnlichkeit mit dieser Pflanze auf den Mäusedorn, ruscus hippoglossum. Bei Dioscorides 139a. Zapfenstreich, m.: Be- zeichnung des militärischen Zeichens, das die Soldaten inihre Quartiere ruft. Ursprüngl. wobl der Streich od. Schlag auf den Zapfen, mit dem die Fässer verschlossen wurden, um dem Aus- schenken Einhalt zu tun, sobald das militärische Zeichen den Anfang der Nachtruhe verkündete. 1669 im Simpl. 181 Trommelschlager, die den Zapfenstreich gethan hätten, bei Weise pol. Näscher 55 dbgeblaßne Zapfenschlag.

zappeln, v.: mit Händen od. Füßen od. auch beiden rasche kurze Bewegungen hin und her machen. 1678 bei Kramer z., 1664 bei Duez za- belen, bei Luther zappeln, zabbeln, auch 1482 im voc. theut. pp 42 mit pp, mhd. zabel(e)n, zaplen, ahd. zabalön. Wohl verw. mit gr. décqeiv, eig. &kneten, walkeny, déieiv«gerben⸗. Vgl. auch zippern. 4BL. zappelicht, zappelig, adj., im Urfaust 987 2appelich.

Zar, m.(-en, Pl.-en): der Beherrscher des russischen Reiches(seit Iwan II. 1547), neuer- dings auch des bulgarischen. Nach russ. car, das auf lat. Caesar(s. Kaiser) zurückgeht. In Adam Olearius' Reisebeschreib. 1647 Czuar und Zaar. Die frühere Schreibung Czar nach poln. caar. 4BL. Zarewitsch, m.(-Tes], Pl.-e): Sohn des Zaren. Zaréwna, f.: Tochter d. Zaren. Zarin, f., auch Zarica, f.(Pl.-zen,-s): Gemahlin des Z.

1 Zarge, f.(Pl.-n): Seiteneinfassung, Einfas- sungsrand. In der Sprache der Gewerke. Mhd. zarge f., auch«Umwallung, ahd. zurga f.«Sei- teneinfassung, umfang; dazu ags. fargef., targa m.«schmaler Schilds engl. farge, anord. targa f. «kleiner Schildy. Urspr.«Rand». Wohl verw. mit abg. pod=ragä m. Rand», gr. dpdcceci«fas- sen, ergreifen?, dpec décuci(Hesych). Vgl. Boisacq. Aber nicht dazu lit. dafzas m. Gar- ten», das wohl aus Zardas umgestellt ist. Ins Rom. entl., s. Tartsche.

²Zarge, f.(Pl.-n): händelsüchtige Weibsper- son. Mhd. zurge f.«alte Schachtel, Schelte für ein altes Weiby. Nach Weigand zu zergen(s. d.) reizen». Viell. aber eins mit Zarge.

zart, adj.(Komp. zarter, bayr. auch zärter, Weigand, Adelung nur so, Sup. zartest, zdrtest): lieblich weich, sanftweich; leicht empfindend. Mhd. zart(Komp. zurter, zerter)«lieb, geliebt, teuer, vertraut, lieblich, schön, fein, stattlich, zärtlich, zart, schwächlich, weichlichs, ahd. zart zarty. Wohl zu aw. a-dorotò«nicht achtendozu

dar«achtew. 4 BL. 1Zärte, f.: Zartheit. Mhd. zerte f.«Liebkosung, Zäͤrtlichkeit, Zartheit, Lieb- lichkeit». 2Zärte, f.(Pl.-n): ein kleiner Fisch. 1741 b. Frisch. Zzärteln, v., fast nur in verzdr- teln: zu zart behandeln, verweichlichen. Mhd. verzerten. Lartheit, f., mhd. zartheit«Fein- heit, Schönheit, Weichlichkeits. zärtlich, adj.: einen hohen Grad der Liebe empfindend u. äu- Bernd. Modewort des 18. Jhs., vgl. Zfd W. 6, 309. Mhd. zart-, zertlich«zart, anmutig, lieblich, liebevoll, wohlwollend, zärtlich, weichlicho, ahd. zurtlih. Davon Zärtlichkeit, f., md. zertlich- heit. ZUS. Zartgefühl, n., 1791 von Campe Sprachbereicherung vorgeschlagen(schon 1789 gebraucht) für Delikatesse u. sehr rasch einge- drungen. Vgl. Zfd W. 6, 324; 8, 140

Zasel, Zaser, f.(Pl.-n): dünner feiner Teil eines Gewebes, auch eines Naturgewebes. 1642 b. Duez Zaser, 1540 b. Alberus dict. Aa3 ², Bb zasel. Aschaffenburg. zasel m.«Blütenkätzchen, kleine langgestielte Traube mit wenig Beeren⸗. Wohl zu nd. tasen pflückem, schwed.-dial. fasa Wolle zupfen», dän. täse«entwirren.

Zaspel, f.(Pl.-/): älteres Garnmaß von 20 Gebinden. Md. im 15. Jh. zaspille f.«Hand voll Garnss(Diefenb. gl. 191 ²), aus cæalspille, zalspil (a. a. O.), urspr. Garnwinde, Haspel, Weife⸗ (Diefenb. gl. 591 b czalspiel), zgs., wie czalspinnel neben weiffe(Diefenbach a. a. O.) zeigt, aus Zahl als«Garnmaß» u. aus Spille«Spindel».

Zäsuür, öst.-bayr. Cäsür, f.(Pl.-en): Vers- einschnitt. 1663 b. Schottel. Aus glbd. lat. cae- sãra f., eig.«Schnitt, Hieb.

zütscheln, v.: zärtlich, verwöhnend behan- deln. 1691 bei Stieler. Herkunft dunkel.

Zauber, m.(*H): bannende Kraft durch Aus- übung übernatürlicher Kunst;(übertr.) starke Einwirkung. Mhd. zouber n. m. Zauber, Zau- berei, Zaubermittel,-spruch», ahd. 2ubar, 20- far n.«Ausübung übernatürlicher Kunst, Wun- der, übernatürliche Erscheinung, Blendwerk»; dazu ags. féafor n.(rote) Farbe, Mennigy, engl. liver«Ocker», anord. taufr n. pl., f. ZLauber- mittel, Amulett». Mit roter Farbe wurden die Runen eingeritzt, doch ist unklar, ob die ags. Bed. älter od. sekundär ist. Herkunft dunkel. Die RA. fauler Z. bezieht sich wohl urspr. auf schlechte Taschenspielerkünste. 4 L. zaube- risch, adj.: schön(wie ein Zauber). Im eig. Sinne 1642 b. Duez. Zaubern, v., mhd. zoubern, ahd. 2uν(e)rön. Davon Zauberéi, f., mhd. 20uberde, 1477 clev. toverij; Zauberer, m., mhd. zouberer, ahd. zouẽ(e)rari m. u. davon Zauberin, f., mhd. zouberinne aus zouberx-