Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1305-1306
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1305 Zauche

Zeche 1306

rinne f. ZUS. zauberhaft, adj., 1716 bei Lud- wig. LZauberkreis, m., Zauberstab, m., erst 1786 bei Adelung.

Zauche, s. Zohe.

zaudern, v.: unentschlossen langsam sein. Erst in der 1. H. des 17. Jhs., z. B. bei Zesen deut- scher Helicon ² 1641, 1 Bl. O 3, dann 1663 bei Schottel, 1664 bei Duez. Thür. z0uie᷑rn. Her- kunft dunkel. Weigand verglich zweifelnd nd. laueln«langsam u. zauderhaft sprechen, die Worte ziehen, die Zeit vertändelm, ditmarsisch «langsam sein, nichts vorsich bringen»(1755 bei Richey 426). Ndd. auch tölen«warten?. Dies viell. zu lat. dãdam«lange schonꝰ, düräre caus- dauern, aushalten», vgl. Walde. 4L. Zaude- réi, f., 1691 bei Stieler. Zauderer, m., 1663 bei Schottel u. 1664 bei Duez.

zauen, v. refl. sich beeilen. Noch nordfränk.- aach.-köln. Bei Luther 2. Sam. 5, 24 sich zauen, mhd. 20uee᷑n«vonstatten gehn, gelingen, eilig sein, eilen, sich beeilen», ahd. eg zaοο:, mit Dat. ces geht schnell vonstatten, es gelingt, es wird zuteil» neben ahd. zouoen«tun⸗; dazu mnd.- mndl. fouwen«zurichten⸗, ags. tauian«bear- beiten», anord. tœja, got. faujan«tuny. Viell. zu gr. do?Xoc m. Sklavey.

zaufen, v.:(zunächst vom Zugvieh) ohne Umkehr rückwäürts gehn, hufen;(übertr.) von einer Behauptung, Unternehmung zurücktre- ten. Noch bayr.-thür.; westfäl. 2uppen«zurück- gehr». Bei H. Sachs, Aventin. Mhd. nicht be- legt. Vgl. noch Schmeller. Viell. zu zupfen.

Zauke, f.(Pl.-n): Maiblümchen, convallaria maialis. 1796 bei Nemnich. Herkunft dunkel.

Zaum, m.(-els, Pl. Zäume): Lenkwerkzeug am Kopf des Pferdes usw. Mhd. zoum m., ahd. zoum m. Seil, Lenkriemen»; dazu andfrk. töm m., ndl. 7000(bei Kilian), afrs. täm m.«LZaum, Nachkommenschaft, Geschlecht», ags. téam m. .ᷣeucht, Nachkommenschaft», engl. team«zug (von Tieren), Gespann', anord. taumr m.«Zügel, Zaumy, schwed. föm, dän. töõmme aum. Wohl aus*tougma- entstanden u. zu ziechen. 4B L. züumen, v., mhd. zoumen«einen Zaum anle- geny; dazu mnd. fömen, ndl.(Kilian) toomen, engl. team«anspannenꝰ.

Zaun, m.(-Tels, Pl. Zäune): Einfriedigung von Holz u. a. Mhd. zun(Pl. 2iune) m., ahd. 20n m.; dazu andfrk. tün m., ndl. tuin, afrs. tũn m. Zaunꝰ, ags. fün m. auch«eingefriedigter Ort), engl. fozwn Stadt, Orts, anord. tün n. einge- zäuntes Stück Land, Hofplatz, Stadty, norw. tun Hofplatz eines Bauernhofss, ältdän. tun«zaum. Es entspricht gall.-dünum«in Städtenamen,

air. dãn«Burg, befestigte Stadt. Hängt dieses mit Düne zusammen, so muß Z. aus dem Kelt. entl. sein. Die RA. vom Zaune brechen bed. «von irgend woher ganz unvermittelt nehmen» (1678 b. Kramer). 4 L. zäunen, v.: mit einem Z. versehen. Mhd. zuunen, ahd. zunan. ZUS. Zaunkönig, m.: der kleinste Vogel Europas troglodytes europaeus. Zuerst md. im 15. Jh. eym czune kunngch(Diefenb. gl. 490 b), mhd. schlechthin chuniclin, ahd. Kuningilen«König- lein». Urspr. wohl Bezeichnung des Gold- hähnchens, der auf dem Kopf lebhaft gefärbte Federn hat, die, wenn siegesträubt werden, eine kronenartige Form annehmen. Schon lat. regu- las, gr. ßBaceνc, Bocickoc, rpavvoc«Goldhähn- chemy. Die Sage von der Königswahl der Vögel ist schon röm.-gr. Vgl. Suolahti. Der Vogel heißt auch Zaunschlüpfer, m., mhd. zn- sluphe. Er bleibt auch im Winter bei uns u. heißt daher auch Schneekénig(s. d.). Zaunpfahl, m., bei Diefenb. 564 b czauvnphol m. RA. Wink mit einem Zaunpfahl, schon mhd.-ironisch imn wirt gewwinket mit der stangen.

Zaupe, f.(Pl.-n): Hündin, liederliches Frauenzimmer. Am Rhein zaup, els. zuνf, 2au⁵&f, auf der Rhön zupp, wetterau. zaupel, auch bayr.- schwäb. u. a., im 15. Jh. bei Beheim(s. Schmel- ler) ein pose czeupin von einer Weibsperson. Wohlmit Zauche, Zohe(s. d.) zusammenhängend.

zausen, v.: hin- u. herschüttelnd ziehen. Mhd. er-, zerzhsen, ahd. zizusön czerzausen, losbindeny. Dazu mnd. tosen«ausen, zerrem, ostfrs. tusen, engl. fouse«zausem u. mhd. 2usach n.«Gestrüppy. Wohl verw. mit lat. dämaus m. &Gestrüpp»(alat. dusεᷣmο⁸), ir. doss«Busch, s. Walde.

zaustern, v.: streitend hin- u. herreden. Nordd. 1771 im Brem. WB. u. 1755 b. Richey. Wohl zu zausen.

Zebaoth, in der bibl. Verb. Herr Zebaoth, eig. Herr der himmlischen Heerscharens. Aus hebr. eνᷣã Ʒt, Pl. von gãbã«Herry.

Zebra, n.(-s, Pl. s): afrikanischer Wild- esel. Im 17. Jh. aus der Sprache südlicher Bantuneger entlehnt.

Zebu, m.(-s, Pl.-s): ostindischer Ochse. Aus dem Indischen.

Zeche, f.(Pl.-n): Ordnung der Glieder einer Gesellschaft zur Übernahme eines Geschäfts (vgl. auch umzechig); Gesamtheit von Personen zu Dienst nach Reihenfolge; Geld zu gemein- samem Trinken(z. B. Goethe Faust Auerbachs Keller) und Essen oder anderm gemeinsamen Zweck zusammenlegende Gesellschaft; Ge-