Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1307-1308
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1307 Zechine

zehn 1308

werkgesellschaft; verliehnes Feld zum Bergbau mit den Grubengebäuden; Wirtsrechnung. Mhd. zeche f.«Ordnung, Reihenfolge, Gesell- schaft zu einem auf gemeinsame Kosten veran- stalteten Schmaus, ihr Zusammensein, deren Ort, zu gemeinsamem Zweckzusammengelegtes Geld, Gelage od. gemeinsamer Schmaus einer Trinkgesellschaft, Wirtshausrechnung für Ge- lage u. Schmaus, Gewerkgesellschaft im Berg- bau, das ihr verliehne Feldy; dazu ags. feoh(h) f. m. n. cGesellschaft, Schary. Dazu zechen, v.: (jetzt nur noch) ein Gelage halten, trinken. Mhd. zechen«fügen, anordnen, veranstalten, auf Wirtsrechnungtrinken», ahd. zehon«usammen- fügen; dazu ags. kiohhian, teohhian«er-, ein- richten, ordnen, urteilen?, die sicher auf eine i- Wa. weisen(Btr. 22, 194). Also wohl zu der Wz. dik' in zeihen, zeigen und nicht zu got. térwa f. «Ordnung». Ebenso bleibt gr. deirvov n.«Mahl⸗ fern, obgleich esim Ablautstehenkönnte. Davon Zecher, m., 1678 b. Kramer. Mhd. zechœre m. Ordners. ZUS. mit Zeche- Zechbruder, m.: einer der gern zecht. 1678 bei Kramer. Mhd. 1352 zechbruoder m. Mitglied einer Zechey. Zechenhaus, n.: Haus zur Versammlungusw. der Bergleute. 1778 im Bergm. WB. 1642 bei Duez Zechhaus Wirtshauss». Zech(en)mei- ster, m., mhd. zechmeister m.«Vorstand einer Zechey. Zechprelleréi, f.: in einem Wirts- haus ohne Bezahlung durchgehen, im 19. Jh. Vgl. Zfd W. 9, 118. Zechstein, m.: Gesteins- art. 1778 im Bergm. WB. das Gestein, das zu- nächst am Gange liegt».

Zechine, f.(Pl.-n): Goldstück im Wert von 7,85 M., in Neapel aber 14,25 M. 1786 bei Ade- lung; 1703 im Zeit.-Lex. Zechini. Aus ital. zec- chino, von la zecca, dem Namen des Münzhauses zu Venedig, wo diese Goldmünze zuerst 1280 geprägt wurde, u. dies von arab. siklca«Präg- stock?.

Zecke, f.(Pl.-n), öst. auch Zeck, m.(Lels, Pl.-e): Wald-, Holzbock, blutsaugendes Wald- insekt. Bei Brant Narr. 93, 2 Zäcke, bei Murner ZE., in der Schweiz auch Zägg, 1482 im voc. theut. pp 4* zeck, mhd. zeche, zecke m. f.?; dazu mnd. téke f., ndl. feex f., engl. tilce, tick. Entl. frz. lique f., ital. zecca. Viell. zu lit. digus«stachlich, scharf, spitzigy, Rguůtis m.«kleiner stachliger Fischy, also eig.«Stechery.

zecken, v. neckend klapsen, schlagen. Gew. in der Verb. necken u. zecken. Bei Dichtern u. mundartl. Mhd. zecken«einen leichten Stoß od. Schlag geben, reizen, necken». Hochd. Form von ticken. Auch Zecke könnte dazu gehören.

Zeder, f.(Pl.-n): ein Nadelholzbaum. Mit Wechsel des Geschlechts(bei Luther noch M.) aus mhd. céder(boum) m., ahd. cédlarboum m., aus gr. Jat. cedrus f., gr. cedpoc m., viell. von hebr. qãtãr«xäuchern?(Levy 34). 4L. zedern, adj., mhd. céderin nach gr. lat. cedrinus, gr. kédpivoc.

zedieren, v.: weichen, abstehn;(ein For- drungsrecht) abtreten. Aus lat. cédere«wei- cheny. Im 17. Jh. entl.

Zeh, m.(-es,-en, Pl. eln]), häufiger Zehe, f.(Pl.-n): eins der durch Spaltung getrennten Fußglieder; diesen ähnlich geteiltes Pflanzen- teilchen, bes. an der Wz., z. B. beim Knoblauch. 1663 bei Schottel Zeh m., dann bei Wieland Endymion 363, Goethe 8, 48, Herder Ideen 1, 187, Bürger u. a., bei Luther Zehe m.(2. Mos. 29,20; 3. Mos. 8, 23. 24; 14, 25. 28, der Pl. zee 2. Sam. 21, 20; Dan. 2, 42, dann zeen 1. Chron. 21, 6). Mhd. 26(he) f., ahd. z6ha f.; dazu mnd. tE(e) f., mndl. te, gew. teen, ndl. feen m., afrs. fãne f., ags. t f., engl. toe, anord. f., schwed. f, dän. taa. Daneben Formen mit, mnd. féze, sudd. 26%h. Grundform*faiνιν. Herkunft dunkel. Kaum zu lat. digitus m., das lautlich nicht stimmt u. auch nur«Finger» bedeutet.

Zeh(e)nt, n., s. u. zehn.

zehn, alleinstehend volkstüml. auch zehne (Goethe 16, 168): 10. Mhd. zehen, zén, ahd. zehan

gebogen Nom. Akk. M. zehant, zehini, Ntr. zehinu, Gen. zeheno, Dat.[bei Notker] z6nen); dazu asächs. tehan, tehin, ndl. tien, afrs. tian, tien, ags. fen, ty¹n, engl. ten, and. fꝰu, schwed. tio, dän. ti, got. taihun. Verw. mit gr. déxo, lat. decem, air. deich-n, lit. désimtis, abg. desęt, alb. dſjeto, arm. fasn, aind. dãcça. Idg. Grundform*dek'(t), zg8. aus de- zu zuoei u. Kit, zu Hand. Auf idg.(de)kmtöm geht hund in hundert zurück, eig. Lehnheit»(von Zehnern). Subst. Zehn, f. (Pl.-en): die 10 im Kartenspiel; n.: Anzahl von Zehn, beide erst nhd. 4 BL. Zehner, m.(-s, Pl. wie Sg.), mhd. zehener m.«eine Münze?. zehnerlei, adv., zgs. mit dem Gen. zehner u. ei(s. d.). Zeh(e)nt, n.(-Lels, Pl.-e): Zahl von Zehn, bes. in Jahrzehnt. zehnte, Ord- nungszahlwort. Mhd. zehende, zénde, ahd. 2- hando; dazu asächs. tehando, ndl. fiende, afrs. kegotha, tianda, ags. téoda, engl. tenth, anord. kiundi, schwed. fionde, dun. fiende, got. faihunda. Genau entsprechend lit. désimtas, abg. desetä, gr. déxaroc, abweichend in der Bildung lat. decimaus, air. dechmad, aind. dacamäs. Zehnte, m.(-ns, Pl.-n), bayr. auch Zeh(e)nt, m.(-els, Pl.-e): der zehnte Teil von Naturerzeugnissen