Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1001-1002
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1001 Sturz

stutzen 1002

stürmen, v., früher auch sturmen, mhd. stiür- men clärmen, schwirren, wüten(von Wind und Wasser), streiten, Sturm laufen, Sturm läuten», ahd. sturman; dazu ags. styrman«stürmen, lär- menp, anord. styrma, umgebildet ndl. stormen, schwed. storma, dän. storme; davon Stürmer, m., mhd. sturmcre cKämpfer». 1744 b. Zacharià Ren. 518 im Sinne von«stürmischer Renommist- (ähnlich 1739 b. Gombert3, 6) u. daraus wohl die Bed. der stud. Kopfbedeckung, 1810 b. Campe «sehr großer dreieckiger Huty als stud., 1816 stud. als«Mütze». Vgl. noch Zfd W. 4,313. stür- misch, adj., mhd. nur als Adv. stürmische. ZS. Sturmflut, f.: durch den Sturm ge- triebne hohe Flut. 1780 bei Adelung. sturm- frei, adj.: frei von Sturm.(Stud. übertragen) vor Uberraschung sicher. Sturmglocke, f., mhd. Sturmglocke,-glogge f. Sturmhaube, f.: Art Helm. 1561 bei Maaler. Sturmleiter,f, 1388 süddeutsch sturmlaiter. Sturm- und Drangperiode, f. literarische Epoche desletz- ten Viertels des 18. Jhs., benannt nach Klingers Schausp. Sturm u. Drang(1776), dessen Titel ein beliebtes Schlagwort war und wurde(vgl. Zfd W. 6, 114). Der Ausdruck selbst erst b. Goe- the zu Eckermann am 10.22.1829. Jetztauch über- tragen. Sturmwind, m., mhd. sturmawint m.

Sturz, m.(-es, Pl. Sturze): heftiger Fall, das Stürzen; steiler Abfall; Deckelzum Uberdecken (jetzt meist Stitrze, s. d.); etwas Uberhängendes (Türsturz 1780 bei Adelung, Helmsturz bei H. v. Kleist); Trauerschleier(veraltet); Stumpf (noch bei Lessing 11, 316). Mhd.-md. sturz m. «Fall, Sturmregen, Deckel, Schleier, Maß von Sechnittwaren», ahd. sturz m.«Fally. Der Pl. lautet mhd. sturze(noch b. Goethe Faust), dann stürze. Wohl erst von stürzen. Sturzacker, m., 1780 bei Adelung neben Stürzacker, also ge- stürzter Acker. Von Stürze, bei Weigand das Umbrechen aus der Brache mit dem Pflugev. Sturzbad, n., im 19. Jh. Stürze, f.(Pl.n): Deckel. Mhd. md. stuürze f.«Deckel zum Uber- stürzen, md. sturze f.«Topfdeckeb. Zu stürzen. Sturzel, Stürzel, m.(-s, Pl. wie Sg.): stumpfes Ende, Baumstumpf, mhd.-md. stäürzel, sturzel. Von Sturz«Stumpf». Stürzen, v.: (intr.) heftig fallen; sich eilig bewegen;(tr.) fal- len machen, rasch umdrehen(ein Gefé, die Kasse st.). Mhd. stäürzen, sturzen«fallen machen, umwenden, umwendend decken; umsinken, fal- len, stürzen», ahd. stürzen tr. u. intr.; dazu mnd.- ndl. storten. Zu mhd. sterzan«sich rasch be- wegen', ags. steartlian«stoßenꝰ, engl. start«sich schnell bewegenꝰ.

Stuß, m.(Gen. Stusses): lächerlicheNarrheit, Posse, Narrenstreich, Spaß, Unsinn. Jüd.-deut. 1781 b. Kindleben Stusse«Torheiten, närrische Dingen. Aus rabb.-jüd. Stãth«Narrheit, Un- sinnigkeit», von rabb.-jüd. Jãtäãh«ein Narr wer- den, unsinnig seiny.

Stute, f.(Pl.-n): weibliches Pferd, Mutter- pferd. 1482 im voc. theut. q studen, md. stũt (Jeroschin 21, 239)«Stutey, sonst mhd.-ahd. stuot f.«Herde von Zuchtpferden, Gestüt»; dazu mnd. sοε f.«Einfriedigung, Umzäunung für Pferde, Gestüty, ags. stöd n.«Anzahl Pferde, engl. stud«Gestüt», anord. stöd n.«Stuten mit Hengsto, schwed. Sto Stute»,(entl.) dän. stod «Anzahl von 12 Pferdeny. Dazu ags. stéda m. euchthengsty, engl. steed, verw. mit abg. stado

n., serb. Stado n., lit. stodas(Entlehnung un- wahrscheinlich.) Zur Wz. stehen, Stute bed. eig. »Standort». 4L. Stuteréi, f., 1664 bei Duez.

Stuten, m.(*J, Pl. wie Sg.): längliches Brot, Weißbrot. Noch mecklenb.-hamb.-westfäl.- wald. 1755 b. Richey«Weißbrot, meist von be- sondrer Formy, 1477 clev. witbroot, wegge, se- mele, stuten, mnd. state m.«schenkelförmiges Weißbrot⸗ zu mnd. Stüt m., s. Steiß. ZUS. Stutenmond, m.,-woche, f.: Flitterwochen. 1810 bei Campe; mnd. stautenzwelce f.

1Stutz, m.(es, Pl.-e): Stoß(nur in der RA. auf den St.«plötzlich, sogleicho, bayr. els.-hess.- thür.-waldeck. u. a.); Widerspenstigkeit(aus St. u. Trutz); mundartl.«Federstutze. Mhd. stautz m. Stoß, Anprally zu stoßen.

2Stutz, m.(-es, Pl.-e): verkürztes abgestutz- tes Ding, z. B. Stutzbüchse, kurze Perücke, Ge- fäß(b. Goethe 12, 101), 1678 b. Kramer u. 1664 bei Duez Stutzen«Muffy. Zu 2stutzen. Z8. Stutzbart, m., 1691 b. Stieler. Stutzbock, m.: stoßender Bock. 1716 b. Ludwig. Bei Bür- ber 109 Stutzebock. Zu Stutz. Stutzbüchse,

f., 1780 bei Adelung. Stutzuhr, f., ebd.

3S8tütze, f. Pl.-n): einem abgestutzten Kegel Ahnliches; mit einer Seitenhandhabe ver sehnes Gefäß von Böttcherarbeit, auch von Blech. Bayr. Md. im 15. Jh. stautze f., stut⸗ m., mhd. stutze m. Trinkbecher». Zu ²2Statz(s. d.).

2Stütze, f.(Pl.-/): stützendes Ding; Ver- trauen gewährender Beistand u. Halt; Dienerin zur Unterstützung der Hausfrau. Mhd. stütze f. in 1. Bed.; dazu mnd. stutte f.Stütze, Stän- dery. Wohl zu stoßen.

Stutzen, m.(s, Pl. wie Sg.): kurz gezognes Feuergewehr. Bayr.-tirol. Eig. Stutze m. zu 2Stutz.

1stutzen, v.: mit kurzem Stoß widerstoßen