999 stümpeln
Sturm 1000
Schweiz. zu Anfang des 15. Jh. stumpe m.«ver- stümmeltes Glied, noch schweiz.-bayr.(auch am Rhein) Stumpen, zu Stummel. 4B L.Stümp- chen, n., 1561 bei Maaler Stümple.
stümpeln, v.: stümpern. 1561 bei Maaler stümplen. Zu mhd. stümbeler m.«Stümper von ahd. stumbal, s. Stummel.
Stümper, m.(I, Pl. wie Sg.): Pfuscher, ohne rechte Kenntnis Arbeitender. 1691 bei Stieler Verstümmelter), ebenso 1590 bei Ringwaldt Eckh. M 6, im 14. Jh. stümper«Schwächlingy. Bei Duez u. Kramer dafür stunpler«Stümpery. Zu ahd. stumbhal, s. Stummel. 4BL. Stümpe- réi, f., 1780 b. Adelung. stümperhaft, adj., im 18. Jh. stümpern, v., 1716 b. Ludwig neben stinmpeln.
Stumpf, m.(-Lels, Pl. Stümpfe): untres Rest- stück. Bei Goethe 33, 245; 35, 176 Stumpfen. Mhd. stumpf(e), md. stump(e), ahd. stumpf; dazu mnd. stump, ndl. stomp, engl. stunp. Entlehnt schwed.-dän. stamp. Engverw. mit ahd. Stumn- bal, s. Stammel. Verw. mit aind. stambhas m. «Pfosten, Pfeiler, Säule», gr. dcreuqhc«festo, lit. Stambas m.«Kohlstrunk», stambras, Stem- bras m. Stengel, Strunk». Entweder mit idg. Wechsel von-b und-bh im Auslaut oder durch Beinflussung eines andern Wortes. In unserm Fall dürfte ahd. Stumbal älter sein.
stumpf, adj.: abgestutzt; nicht ein-, durch- dringend; an Kraft abgenutzt oder unvollkom- men; mehr als 90 habend(vom Winkel, 1716 b. Wolff). Mhd. stumpf, ahd.(selt.) Stumpf, md. stunp, stomp abgestutzt, verstümmelt, nicht scharf, schwach, böse»; dazu md. stzump, ndl. stomp. Zu Stumpf. A4B L. stumpfen, v., 1780 b. Adelung stümpfen(als normal)«stumpf ma- chen». Nur noch selt., dafür abstumpfen. Mhd. stumpfen, ahd. stumpfan. Stumpfheit, f., mhd. stumpfheit f. niederdrückende, aller Er- hebung beraubende Kraftschwächung». ZVUS. Stumpfnase, f., 1780 b. Adelung. Stumpf- sinn, m.: Mangel an Geistesschärfe. 1810 bei Campe aus Herder. stumpfwinklig, adj., 1716 bei Wolff stumpffioincklicht.
Stunde, f.(Pl.-/): kurzer Zeitteil, Zeit- punkt(die St. des Todes«Moment des Todess, namentl. durch den biblischen Sprachgebrauch noch bewahrt); ½4 des Tages(im 15. Jh.); Weg von einer Stunde; Unterricht von einer Stunde und Unterricht überhaupt(im 18. Jh.). Mhd. stunde, stunt f.«Zeitabschnitt,-punkt, Zeit», ahd. stunda, stunt f. zeitpunkt»; dazu asächs. stunda f., ndl. stond f., afrs. stunde, stonde f., ags.-anord.- schwed.-dän. stund f., urspr. überall«zeitpunkt.
Entl. lit. Stundas m.«Stunde». Wohl zu got. standan«stehen,»(s. d.), wie Weile, got. weila f. «Stunde», eig.«Ruhey bed. Anders Btr. 18,216. 4BL.Stündlein, n., bes. in der RA. letztes St., 1561 b. Maaler, mhd. Standelin n.«Augenblickv. stunden, v.: Frist geben. 1663 bei Schottel. Von Stunde in 1. Bed.; davon Stundung, f. stündig, adj., nur in Zss., mhd. stundec«dem Alter nach reify, md. stundig«stündlich», ahd. stuntig in Zss.«zu bestimmter Zeit eintretend. stündlich, adj., 1678 b. Kramer als Adv., spät- mhd. stuntliche adv. ZUS. Stundenglas, n.: Sanduhr. 1664 bei Duez Standglas, im 15. Jh. stuntglas.
Stunze, f.(Pl.-n), auch Stunz, m.(es, Pl. -): kleines hölzernes Gefäß zum Wasserschöp- fen mit nur einem Griff. In nd. u. md. Ma., west- fal. stundse f., osnabrück. stünßken, waldecksch stüntseken, gött. stunzef., kurhess. stunz m., ober- hess. Stο, Stonz. 1663 bei Schottel als nd., 1741 b. Frisch Stuntze aus dem 16. Jh., 1486 bad-, fus- stuncze«kleiner Badezuber für die Füße»(Vil- mar 406). Dunkler Herkunft.
Stupf, m.(-els, Pl.-e): kurzer Stoß mit einer Spitze. Obd. 1482 im voc. theut. aa 2; im 15. Jh. auch Stuppfe m., ahd. stupf m.«Stachel, Stich, Punkt, Mittelpunkt, Tüpfel». 4 BL. stupfen, v., mhd. stüpfen, stupfen mit kurzem Stich od. Stoß berühren, anstacheln, antreiber', ahd. undirstupfen bei Notker. Anklingend an kupfen und stippen. Dafür nd. staps u. stupsen, letztres 1810 bei Campe.
stupid, adj.: dumm, beschränkt. Auch noch stupide. 1727 bei Sperander; 1703 bei Wächtler noch in lat. Form Stupidus«dumm, beschränkts, Dazu Stupidität, f., 1727 bei Sperander.
Stups, m., stupsen, s. Stupf.
sturen, v.: unverwandten Blickes starr sehen. Bei Goethe 2, 187 ansturen. Zu starren und stier. Noch wetterau. sturen.
Sturm, m.(-ſels, Pl. Stürme):(eig. wohl) stark unruhige Bewegung; anstürzender Wind; anstürzendes Unwetter; anstürzende Menge; Kampf, bes. Ansturm auf die Feinde; zu allge- meiner Hilfe in Not antreibende Töne. Mhd. sturm m.«Unruhe, Lärm, Sturm der Elemente, Kampf, heftige Gemütsbewegung, Berennung einer Stadt, Sturmläuten», ahd. sturm m.; da- zu asächs.-ndl.-ags.-engl.-schwed.-dün. Storm, anord. stormr m. cheftiger Wind, heftiger An- griffy. Entl. ital. stormo m.«Auflauf, Angriff, Streity. Zu stören. Vgl. anord. styrr m.«Lärm, Getösey, dän. styr. 4BL. sturm, adj.: auf- geregt, heftig, mhd. sturm. Südwestdeutsch.


