Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
997-998
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997 Stufe

Stumpe 998

Stud. 85. 2Studio, n.(*s, Pl.-s): Arbeitszim- mer, Künstlerwerkstatt. Aus glbd. ital. studio. In neurer Zeit. Studiösus, m.(Gen. wie Nom., Pl. bayr. nur-sen, öst. nur-si): Student. 1572 b. Rot heißt etwwas mehr dann Student. Das lat. studiosus adj.«einer Sache eifrig ergeben, Studierender». Von studére, s. Student. Stu- dium, n.(-S, Pl.-dien): wissenschaftliche Be- schäftigung, Beruf eines Gelehrten, das Stu- dieren. 1572 bei Rot, 1575 im Garg. 273. 1Stufe, f.(Pl.-n): Absatz zum Auf- u. Ab- steigen. Durch Luther schriftsprachlichgewor- den. Obd. im 16. Jh. nicht bekannt. Mhd. staofe f.(Frauenlob 113, 11), ahd.(b. Notker) stuofa f.; dazu asächs. Stõpo m.«Tritts, mnd. stope f. Stufe, Treppes, ndl. stoep f., ags. stõpel m.«Fußstapfey. Im Ablaut zu stapfen. 4 BL. istufen, v.: in, nach, wie Stufen ordnen. Bei Goethe 31, 106. 1, 291. ZUS. Stufenfolge, f., 1787 b. Kramer. Stufenjahr, n.: jedes siebente Jahr im Leben des Menschen. Nachastrologischer Anschauung beginnt damit eine neue Stufe der Entwicklung. 1691 b. Stieler. Stufenleiter, f. eig. Leitermit Stufen, statt Sprossen, jetzt meist übertr. 1810 b. Campe. stufenweise, adj., 1678 b. Kramer. 2 Stufe, f.(Pl.-n):(abgehaunes) Musterstück von der Masse einer Lagerstätte(Gold-, Erz- stufe); vom Berggeschwornen in das Gestein eingehaunes Zeichen. 1780 b. Adelung; 1778 im Bergm. Wb. Stuffe; bayr. Stueff m., salzburg. in der 1. H. des 14. Jh. staef ceinzelnes Stück Erz od. Metall einer Lagerstätte⸗. Unsicher ob eins mit 1Stufe. 4 BL. stufen, v.: ein Gemerk in einen erzhaltigen Stein hauen. Stuhl, m.(els, Pl. Stähle): Sitzgestell, gew. für eine Person, urspr. der Fürsten und Vor- nehmen, wuhrend die Niedern auf der Bank saßen(daher noch der päpstliche Stuhl, sonst meist durch Thron ersetzt); was etwas andres trägt(Dachstuhl 1414); Abtritt(spätmhd.) und die Ausleerung. Bei Luther stuel, mhd.-ahd. stuol m.; dazu asächs. stö! m.«Throny, ndl. stoel, afrs.-ags. Stοl m., engl. Stool«Stuhl ohne Rück- lehne», anord. stolt m., schwed.-dän. stol, got. stols m.«Stuhl). Verw. mit abg. stolu m.«Sessel, Thronp, lit. staälas m. Tisch, pastölas m. Ge- stelly, stuolis m.«Baumstumpf. Es kann aber auch aus*stõdla- entstanden sein, jedenfalls zur Wa. stehen. RA. jem. den St. vor die Tür setzen cihn zum Hause hinausweisen». Es geht wohl auf einen rechtssymbolischen Brauch zurück, vgl. Grimm Rechtsaltert. 188 und Borchardt- Wustmann. Sich zwischen zwei Stühle setzen, schon mhd. ZUS. Stuhlerbe, m.: Thronerbe,

bei Luther W. 12,379. Stuhlgang, m.: Gang auf den Nachtstuhl,(dann) Ausleerung, mhd. stuolgane m. Stuhlrichter, m.: Vorsitzender eines Gerichtshofes(nur noch landschaftl.). 1780 b. Adelung. Stuhlzüpfchen, n.: ein Zäàpfchen von Seife u. dgl., das zur Beförderung des Stuhls in den After gesteckt wird. 1691 b. Stieler Stahl- zãpflein. Stuhlzwang, m., 1780 bei Adelung.

Stukkateur(spr. tör), m.(*s, Pl.-e): Stuck- arbeiter. 1728 b. Sperander. Das frz. stacateur aus ital. staccatore von stuccoo, s. Stucle.

Stulle, f.(Pl.-n): Butterbrot,-bemmchen. Nordd. vulgär. 1780 bei Adelung Butterstolle, eins mit Stolle(s. d.).

Stulpe, f.(Pl.-n): Deckel zum Uberstülpen; (Hut-)Krempe; obrer steifer Teil am Stiefel- schaft; Manschetten(Magdeburg). 1691 b. Stie- ler neben Stulpf, 1678 b. Kramer Stülpe f., 1664 bei Duez Stülp, Stülpen m.«Rand eines Hutsy. Aus dem Ndd., 1582 nd. stülpe f.«Deckel zum Oberstürzen», mnd. stulpe, 1477 clev. stolpe f. chüllender Umschlag, Tuch, Hülle, Schleier». Dazu stülpen, v., mundartl. auch stulpen: etwas zudecken; umkehren. 1580 b. Fischart Hütl. 793 (2, 262 Kz.) äberstülpen. Aus dem Ndd. stulpen, stülpen«mit einem Deckel überstürzen, um- kehrenꝰ, 1477 clev. stolpen«umkehren⸗, 1469 im mrhein. voc. ex quo celãre stulpen, ndl. stul- pen cüberdecken, überstürzenn. Zu ndl. stelpen «zudecken, stopfen, hemmen, stillen». Viell. verw. mit anord. Stolpi m., schwed.-dän. stolpe Pfosten, abg. stläba f.«Stufes, lett. stulbs«ᷣPfo- steny. ZUS. Stulp(en)stiefel, m. 1810 bei Campe Stulpstiefel. Stulpnase, f. aufgeworfne Nase. 1664 bei Duez.

stumm, adj.: ohne Sprache. Mhd. stum (Gen.-mmes u. mhes nach tumbes), ahd. stum; dazu asächs.-afrs. stumn, ndl. stom, entl. schwed.- dän. stum. Zu stammeln, eig. wohlæverstümmelts. 4BL. Stummheit, f., im 15. Jh. bei Diefenb.- Wülcker.

Stummel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Stumpf; Reststück. Um 1300 am Niederrhein stumpel (2ZfdA. 15, 516 vom Lichtstummel). Nach der Mitte des 15. Jhs. in Nürnberg stäümel(Tucher Baumeisterb. 166, 6); dazu nd. 1755 bei Richey stummel. Zu dem Adj. ahd. stumbal«verstüm- melt, stumpfsinnigy, verw. mit stumpf. Vgl. noch lit. stimberis m.«Schwanzstumpf od. Stummeb, stambras m.«Stengel, Strunk». Dazu stüm- meln, v., im 18. Jh. verstämmeln, mhd. stim- meln, stummeln, ahd. bistumbaljan, bistumbilõn.

Stumpe, m.(-/, Pl.-n), Stumpen, m. (*, Pl. wie Sg.):(Baum)stumpf. Bei Salis 79.

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