995 Stüber
Student 996
ihba, ungar. szoba, finn. fupa. Auch im Rom. be- gegnete dasselbe Wort ital. stufa f., span. estufa Ofen, Badestube», frz. Suvef.«Badestube, Darr- ofenꝰ, prov. estuha, stuva. Man leitet dies von einem mlat. vextäfare«mit Dampf heizen» ab (von gr. roõooc«Dampf)». Doch ist dies durch- aus nicht sicher und ebenso unsicher ist, ob die germ. Wörter aus dem Rom. stammen. Nach Martin Einl. zu Murners Badenfahrt XI gehört es zu stieben, wahrscheinlich hat sich aber damit das rom. Wort gekreuzt. Vgl. Idg. Forsch. 18, 273. 4B2L. Stübchen, n.: kleine Stube; Feuerkieke. In 1. Bed. 1465 mrhein. stobchin n. ZUS. Stu- benarrést, m.: Verbot aus der Stube zu gehen (für einen Offizier, auch für einen Kranken). ZfdW. 1,49 Belegv. 1748. Stubengelehrter, m., im 19. Jh. Stubenhocker, m., 1678 bei Kramer stubensitzer, bei Wickram Obsop. A3 b stübenhüter, mhd. stubenheie. stubenrein, adj., vom Hund u. auch scherthaft von Kindern. 1Stüber, m.(I, Pl. wie Sg.): frühere Münze, ehedem am Niederrhein ⅛° Taler. 1678 b. Kra- mer; 1664 bei Duez Stäver, 1663 bei Schottel Stüfer, aus ndl.(1598) stuyver, ndl. stuiver m., luxemb. Sfeiwer, mnd. stuwer. Aus dem Ndl. auch engl. stiver, schwed. styfver, dän. Sty-er. Wohl zu mnd. stuve m.«Stumpf, Rests, d. Stab- ben. Vgl. KZ. 33, 286. „2Stüber, m.,, meist Nasenstüber(s. d.). 1734 bei Steinbach. Viell. zu stupfen.
Stübich, n., s. 2Stübchen,
Stuck, m.(-Le]s): Gipsmischung für Wand- bekleidung. Im 18. Jh.(1757 bei Eggers Stzc) aus glbd. ital. stucco m.(frz. stac m.), das auf ahd. stucchi n.(s. Stiück)«Rinde, harte über- kleidende Decke» zurückgeht. Vgl. Stulckateur.
Stück, n.(Lels, Pl.-e, nach Zahlen Stücx): Teil eines Ganzen(in Stückce schlagen, ein St. Weges, Mundst., Stücke in Esther, Hauptst.); ein Ganzes(aus einen St., St. Vieh, St. fur St.); gewobnes Zeug in seiner Länge, in der es zum Kleinverkauf in den Handel kommt; ein Stück Wein(7 ½ Chm); Geschütz schweren Kalibers; Werk des Handwerks od. der Kunst(Meisterst., Konzertst. Theaterst.); Streich(Schelmenst.) u. a. Aus Stäcke, noch bei Haller 133, Gellert 1, 131, Lessing 1, 72. 150. Mhd. stäück(e), stuck(e) n.«Teil wovon; Abschnitt, Artikel(des Glaubens); 10 einer Mark; einzelner ganzer Gegenstand; Ding, Sache, Angelegenheit; Stück Leinwand» usw., ahd. stucki n.«Teil wovon, harte überkleidende Decke, großes Flüssigkeitsmaß, Wegmaßo; dazu and. Stakxlci n., mnd.-nd. stuck n., mndl. Stike), ndl. Stux n., ags. styccen., anord. styνii, schwed.-
dän. styklce. Meist zu Stock gestellt. Der Pl. lautet noch im 18. Jh. vielfach Stücken, so bei Fleming 203, Weiße Op. 2, 165, Lessing 1, 234; 4, 281. Der scheinbare Pl. Stücker in ein Stücker drei ist aus ein Stuͦck oder drei entstanden. RA. ein starkes St., wohl vom Gastmahl. Große Stücke auf jem. halten, wahrscheinl. vom Wetten hergenommen. 4L. stückeln, v.: in Stücke zerlegen(meist zer'sk.); aus Stücken zusammen- fügen(Schiller Picc. 1, 2, u. im 15. Jh.). In l. Bed. mhd.-md. stückeln. stücken, v.(in zerst.): in Stücke zerlegen. Mhd. stäcken, stuchen. ZUS. Stückarbeit, f.: nach Stücken bezahlte Ar- beit. Stückfaß, n.: 7 ½ Ohm. 1716 b. Ludwig. Stückgut, n.: Frachtgut ineinzelnen Stücken. 1787 bei Kramer. Stückkugel, f.: Kanonen- kugel. 1716 bei Ludwig. Stückpforte, f.: Schießscharte auf Kriegsschiffen. 1716 b. Lud- wig. stückweise, adv. und adj., spätmhd. (1387) stuckweis(e) adv. Stückwerk, n.: un- vollkommne Arbeit. 1678 bei Kramer.
Stud, f.: Stütze(schweiz.), im 15. Jh. bad- nisch stud f.(Weist. 1, 301). Viell. zu ags. studa, studa f.«Pfosten, Pfeiler» od. erst aus dem folg. rückgebildet.— Studel, f.(Pl.-n): Unterlage, Pfosten, Säule. Nach Adelung in der Sprache mehrerer Gewerke, 1778 bergmänn. In der Bed. Nußdeckel am Gewehrschloß» ins Dän. entl. (Studel). Mhd. stuodel m., ahd. stuodal nur in Zss., zur Wz. stehen.
Studént, m.(-en, Pl.-en): Schüler einer Hochschule;(südd. auch) Gymnasiast(von den Jesuitenschulen ausgegangen). Mhd.-md. Sta- dente m.«lernender Schüler», von lat. stacdens, Part. Präs. von studére«ernstlich betreibenv. 4BL. studéntisch, adj., b. Goethe 41, 2, 115. 2ZUS. Studéntenfutter, n.: kleines Zueker- werk. 1700 bei Castelli.— Studie, f.(Pl.-n): wissenschaftl. Forschung, Vorarbeit zu einem Gemälde. Nach Weigand«vor 2 Jahrzehnten), also um 1850 aufgekommen. Neubildungzu dem Pl. Studien(s. Stuclium), und dieser schon 1801 b. Campe in der Bed.«Muster- od. Obungsstücke für Künstler», 1791 bei Roth im heutigen Sinn. — studieren, v.: wissenschaftlich forschen; Hochschüler sein. Md. studi(e)ren, von lat. stu- dére, s. Student. Früher auf etw. st. Das Part. stucliert als Subst.«einer der studiert hat;(von Pferden) dummy. ZUS. Studierstube, f., 1561 bei Maaler.— Studio, m.(-s, Pl.-s): Student. 1732 in Günthers Leben 32 geläufig, um 1700 als Bruder Studium bezeugt. Von Jena ausge- gangen und angeblich 1552 als Scherzwort von Kurfürst Johann Priedrich geprägt. Vgl. Kluge


