101 Maat
Macht 10²
M
Maat, m.(-S, Pl.-e,-S): Genosse, Ge- fährte, Schiffsgehilfe. 1720 im Robinson 1, 422. Aus glbd. mnd. mãt(e), nd. maat, ndl. 1598 maet, engl. mate; entsprechend mhd. gemaaze, ahd. gimazzo m. Tischgenossey, von mhd.- ahd. maz n., got. mats m.«Speisey; dazu ndl. maatgenot m. Mahlgenosse⸗, anord. mõtunautr m.«Tisch-, Schiffsgenosse», daher entl. frz. matelot m. Matrose.
Maatjeshering(bayr. auch Matjes-): Jungfernhering. Aus dem Ndl., wo die ältre Form maagdekensharing lautet, mnd. madikes- hering, also zu Magd. 1741 bei Frisch mai- kenshering«Hering noch ohne Rogen u. Milch'.
Machändelbaum, m.: Wacholder. 1663 bei Schottel, 1642 bei Duez Maggandelbaum, im 15. Jh. machandelenbaum(Diefenb.-Wülcker 747), aus nd. machandel, macholder für obd. Wacholder, mnd. machandelenböm, wachan- delenbom neben aachanderenberen a. a. O.).
Mache, f.: Handlung des Machens, des Bearbeitens,(1700 bei Chr. Weise neue Pro- ben 213 u. 238); die verfertigte Arbeit(Les- sing Nathan 3, 9);(omd.) Fett als Speisezutat, mhd. mache in kittelmache f., ahd. macha f. Getreibe, Anschlägen, heilichmacha f.«Hei- ligung». Von machen, v.: durch Kraftan- wendung hervor-, zur Wirklichkeit bringen, gestalten, zurichten;(volkstümlich mit einer Richtungsbestimmung) gehen, reisen(schon bei H. Sachs);(kaufmännisch in etwas m.) Handel treiben. Mhd. machen, ahd. mahhön; dazu asächs. maxõn«bauen», mnd.-ndl. malcen, afries. malcia, ags. macian, engl. malce. Nach Meringer Idg. Forsch. 17, 147 ist die urspr. Bed.(Lehm, Teig) kneten, formen⸗. Daher sind verw. gr. uoic f.«geknetete Masse, Teig?, udza f.(aus*magja) Teig, Gerstenbrot», udcceixv drücken, kneten», lat. mäceria f. Lehmmauer, mãcerdre«weich machen, ein- weichen», abg. mazati«schmiereny. Im Deut- schen auf den Hausbau beschränkt, mit den Bedeutungen«bauen, zusammenfügen). Daher Gemach(s. d.). Reflexiv sich m.: eine Rich- tung einschlagen, dann zu etwas werden, schon mhd. sich m. Es macht warm, kalt usu. (Wieland kom. Erz. S. 24, 353), dem frz. i¹ fait chaud, il faiĩt froid nachgeb. Bewerk- stelligung auszudrücken steht m. mit bloßem
Inf.(schon mhd.), bisweilen mit zu vor dem Inf.(1641 bei Weckherlin 2, 50, 63). 4ABL. Machenschaft, f.: die Handlungsweise, bes. üble, zunächst südd., schweiz. 1754. Macher, m., auch Mächer(bei Luther 8, 150 b Mecher), mhd. macher, ahd.(ga)mahhari, machäre m.; dazu Macheréi, f., 1691 bei Stieler und Macherlohn, m. n., spätmhd. im 15. Jh. mach(er)löon m. n. Machung,, f., älternhd. Machang, mhd. machunge, ahd. machunga f., heute nur in Zss. wie Bekanntmachung. ZUS. Machwerk, n., 1777 bei Adelung.
Machéier, m.(-s): Art grobes Wollen- zeug, vielleicht Mohär(s. d. u. 1Mohr), 1801 bei Krünitz, 1571 im Schweiz. Id. 4, 56, mnd. im J. 1330 belegt.
Machinatiön, f.(Pl.-en): listiger An- schlag, Ränkeschmiedung. Germ. 29, 353 Nach- weis von 1621. Aus lat. mäãchinctio f.«kunst- mäßige Einrichtung einer Maschine, um sie in Bewegung zu setzen, listige Unternehmungo.
Macht, f.(Pl. Mächte): Körperkraft, Ver- mögen etwas zu tun, besonders überwiegendes; (jetat veraltet, aber 1. Mos. 49, 3) Zeugungs- kraft, Zeugungsvermögen(s. Gemächt). Mhd. maht f.(auch Anstrengung, Menge von Men- schen oder Kriegern, Heeresmacht), Pl. mehte und am frühesten mahte, ahd.-asächs. maht f., Pl. mahli; dazu afries. macht, mecht, ndl. magt, ags. m(e)aht, mœht, miht, engl. might, anord. mättr m.(entl. malct, melct f., schwed.-dän. magt), got. mahts f., Verbalabstraktum zu got. magan, nhd. mögen(s. d.), wie das ur- verw. abg. mosti f.«Macht» zu mosti(Präs. mogd) svermögen, können». Biblisch 1. Kor. 11, 10 als UÜbersetzung des gr. egoucia f., in der Vulgata potestas f.«Vvermögen, Machtꝰ, im Sinne von«Schleier oder Decke über das Haupt», gleichsam«Zeichen der Unterwerfung unter die Macht des Mannes». 4BL. mächtig, adj., mhd. mehtec, mehtic, mahtich, ahd.-asächs. manhtig; dazu afries. mechtich, machtich, ags. meahtig, mœhtig, mihtig, engl. mighty, anord. mãättugr, got. mahteigs. ZUS. Machthaber, m., bei Haltaus vom J. 1553. machtlos, adj., mhd. im 14. Jh., mnd. mahtlös; dazu Macht- losigkeit, f., im 18. Jh. Machtschildlein, n.: vor der Brust des höchsten Priesters hangendes Schildchen als Zeichen seiner Ho-
7*


