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heit(Sirach 45, 13 Machtschiltlin, nach 2 Mos. 28, 25 f. u. 39, 8f.). Machtspruch, m., 1595 bei Rollenhag. 1, 2, 20. Machtvollkommen- heit, f., 1449 bei Janssen Reichscorr. 2, 106, 1385 Städtechr. 1, 240, 25 mechtevollomenheit f. Machtwort, n., 1691 bei Stieler.
Mack in Hack und Mack: allerlei geringe, schlechte Leute durcheinander; dann ein Durch- einander von allerlei Schlechtem. Eig.«Klein Gehacktes u. durcheinander Gemengtess, Hack und HMack bei Grimmelsb. 4, 463 Kz., nd. schon im 15. Jh. S. Mickmack.
Madamſ(e), f.(Pl.-n, auch-s): Frau, als Anredewort und Ehrenname für verheiratete Frauen. Im 16. Jh. eingedrungen(1593 in Stöbers Alsatia 1858 S. 92 madam, bei Gil- husius Grammatica 1597 S. 56 Ma Dame), frz. madame urspr.«meine Frau»(s. Dame).
Mädchen, n.(—s, Pl. wie Sg.): Kind oder unverheiratete Person weiblichen Geschlechts; Geliebte(1705 bei Philander von der Linde gal. Ged. 69 mein Mägdgen); Dienstmagd(1704 Menantes gal. Ged. 203 Mädgen u. Hofmägden). Verkleinerungsform von Magd(s. d.), md. meidichin, meydichen im 15. Jahrh. meyftgin, medigen, melgen, medchin(Diefenb.-Wülcker 747), 1517 bei Trochus G 52„medlichen, im 17. Jh. Mägdigen(Olearius pers. Rosenthal 5, 12), Mägdgen(Simpl. 2, 184, 11 Klr.), Mägdchen(bei Logau und noch bei Lessing), aber von Thüringen und Obersachsen aus- gehend seit Mitte des 17. Jh. Mädgen(1658 bei Schoch Studentenleben 64, 9 Neudr., 1691 bei Stieler), Mädchen(bei Gellert, Rabener). Dazu nd. mädeken, mälcen n. Der Pl. Mäd- chens bei Lessing Minna 2, 7, schon 1654 bei Olearius pers. Rosenth. 2, 29 Mägdigens; mrhein. Pl. Mädcher, ndrhein. 1517 medtger(Jasper Laet van Borchloen pronosticatio B 2 b). 4BL. mädchenhaft, adj.(b. Wieland, Bürger).
Made, f.(Pl.-n): fußlose Insektenlarve. Das F.(bei Luther, Duez) aus md. maden f.;
and. matho, ags. mada, got. mapa m.«Made, Wurm u. mit k erweitert mnd. med(d)eke (daraus entl. dän. mad(d)ike), mengl. maddock, mawwhe, engl. maak, anord. madr, schwed.- norw. mark, maklkc, dazu auch schweiz. mettel Regenwurm». Vielleicht verw. mit Motte 4B L. madig, adj., mhd. madic, bei Luther 5, 3722 madlicht. ZUS. Madensack, m.: der menschliche Leib, bei Luther als Kraftwort.
Mädel, n.(-s, Pl. wie Sg.): Mädchen; Geliebte(im 18. Jh. bei Bürger, Goethe).
1671 bei Abele künstl. Unordnung 3, 133 Mädl neben Mäidel 1, 52, aus dem obd.-mhd. im 14. Jh. meidel, maidel n.(noch bei Goethe Maidel), md. 1538 bei Serranus u 2 b medlein, 1648 bei Werkherlin 2, 389 Mädlein u. 1, 447 Mãdlin. Von Magd(s. Mägdlein u. Maid). Der Pl. Mädels bei Goethe, Schiller, Schubart usw.
Madrigäl, n.(-J, Pl.-e): Art 4— 16 zeiliger sinnreicher zürtlicher Gedichte. Dichtungs- art und Name aus Italien gegen Ende des 16. Jh.(1596 bei Haßler Neie Teüutsche gesang nach art der Welschen Madrigalien, 1593 bei H. J. von Braunschweig 226 das Dim. Madri- gallcen), ital. madrigale, früher mandriale, ma- driale, frz. madrigal, span. mandrial, madrigal m., eig.«Hirtenlied, Schäfergedicht», zu ital. mandra, mandria f. Herdey, von gr.-lat. mandra f.«Viehherdey, gr. udvdpa f.«Hürde?.
Magazin, n.(-v, Pl.-e): Vorratshaus, Vor- ratskammer. 1582 bei Rauwolff Reise 27 Ma- gazsin, entl. aus glbd. ital. magazeino m., frz. magasin, span.(al)magacen m., von arab. mãächean« die Scheune, die Warenniederlage».
Magd(mit d), f.(Pl. Mägde): Jungfrau (seit Mitte des 17. Jh. nur noch altertümlich); Dienerin, bes. niedrige nach dem Gesindever- trage. Bei Luther Magd, mhd. mage)t, f. (Pl. meg(e)de)«Jungfrau, dann dienende Jung- frau, Dienerin, unfreies Mädchen», im 14. Jh. maigd, meigt, daraus meit, mait(s. Maid), 1394 mät(aus Mainz, noch md. Mãd, in der Bed.«Dienerin»), ahd. agad, magid f.(Pl. magadi, magede) Jungfrau»; dazu asächs. magad f. Jungfrau, Dienerin, Weib», and. éxmagath«Baumnymphe», afrs. megith, maged, ags. mcœæ.⁹(e), got. magaps f.«Jungfrauy. Da- von als Dim. abgeleitet mhd. magedin, magetin, megedin, megetin, verkürzt meidin, meitin, ahd. magatin) n.«Jungfrau, Mädchen), ags. mœgden, mõuden n., engl. maid(en). Got. magaps gehört zu got. magus m. Knabe, Knecht),
(ahd. in magazogo m. Eraiehery), asächs.- denn mhd. made m., ahd. mado m.; dazu
ags. magu m.«Knabe, Sohn, Knecht, Manny, anord. mögr m. Sohn», wohl nicht zu air. macc«Knabe, Jüngling, Sohn»(noch in Eigen- namen wie Mac Culloch, Macdonald), sondern eher zu ir. mug(Gen. moga)«Sklave, Dienerꝰ, kymr. Meus-deον Klausner», eig.«servus dei, korn. Mauh Diener), awest. mayava- un- verheiratet»y. 4BL. mägdehaft, adj., 1691 bei Stieler. Mägdlein, n., bei Opitz Mägde- lein, mhd. magetlin, megetlin, bei Luther Matth. 9, 24 Meidlin(s. Mädel!). magdlich, adj.: jungfräulich edel, nur noch altertümlich


