Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
993-994
Einzelbild herunterladen

993 strotzen

Stube 994

Bei Luther Hos. 6,9; im 15. Jh. strotter, stroder, strouder von spätmhd. strüten crauben, plün- dern» zu mhd. styuot f. Gebüsch, Buschwald, Dickichts, auch«˖Sumpfs, ahd. struot f.Sumpfs, noch in Namen Strut.

strotzen, v.: zum Aufplatzen voll u. stark sein;(früher auch) prahlen. 1680 b. Lohenstein Rosen 101 strutzen, 1482 im voc. theut. fr4 b;trot- zen«aufwallen», mhd. strotzen, strogzen«ange- schwollen sein?. Zu mhd. striuzen, s. 1Strauß.

strubb(e)lig, adj., nd. für strobelig(s. d.), wohl unter Einfluß von struppig.

Strudel, m.(J, Pl. wie Sg.): in die Tiefe gehender Wasserwirbel; schneckenförmig ge- legte wulstartige Mehlspeise(1739 b. Amaran- thes). 1429 strudel m. Von ahd. streddan«(vor Hitze) wallen,(leidenschaftlich) glühens, viell. zu lat. fretum n.(aus*sretom)«Strömung, Bran- dung des Meeresy. 4L. strudeln, v., 1483 b. Eychmann h 5° strucdeln«vor Hitze wallen». Z0S. Strudelkopf, m.: Brausekopf. 1774 bei Goethe(Clavigo) 11, 103.

Struktür, f.(Pl.-en): Gefüge, Bau. 1703 bei Wächtler Structurarbeit causgehaune Ar- beity, 1728 bei Sperander noch Structura. Das lat. structãra f. Ordnung, Bauart, Bauwerk» zu struere bauen, errichten⸗

strullen, v.:(von Flüssigkeiten) mit Ge- räusch und im Strahl herauslaufen, harnen. Nordd. 1768 im Brem. Wb. Viell. zu Strudel (Idg. Forsch. 4, 339).

Strumpf, m.(-els, Pl. Strümpfe): ge- strickte oder gewebte Fußbekleidung bis zum Knie und über dieses; Glühkörper(1885). Eig. «Stumpfo u. zuerst vom«Hosenende», 1556 bei Frisius 1310 b strümpff«Halbhosens, aber 1541 S. 858 b Hosenstrümpf;. Mhd.- md. strumpf m. Stumpf, auch«verstümmeltes Glied, Rumpfs, so noch b. Luther I. Sam. 5,4 strumpff«Stumpf,, ebenso b. Gryphius Trauersp. 709; b. Lohenstein Ibr. 74, Lichtwer Fab. 1, 14, Klamer Schmidt Erz. 146 mit Strumpf u. Stiel; dazu mnd. afrs. strump. Dunkler Herkunft. Viell. aus Stumpf unter Einwirkung von Ranmpfod. Strunkk. ZUS. Strumpfband, n., 1678 b. Kramer. Strumpf- wirker, m., 1780 bei Adelung.

Strunk, m.(-els, Pl. Strünke): kurzer dicker Stengel. Md. im 14. Jh. strunc m.; dazu mnd. strunkc m., mndl.-ndl. stronk. Viell. zu Strauch. Der Pl. bei Rückert 3, 39 Strunkcen.

Strunse(l), Strunze(1), f.(Pl.-n): faules schlampiges Frauenzimmer. Md. u. nd. mund- artl. weit verbreitet. Bei Bürger Ged. 164 Strun- sel. 1663 bei Schottel struntzen chin- und her-

Weigand, Deutsches Wörterbuch.

5. Aufl. II. Bd.

laufenꝰ, Struntzer m.«Hin- u. Herläufer», 1540 b. Alberus dict. ec 2 5b Strüntzer-Herumläufer', C 4 b strintzern f. cumherstreichendes Weibs. Viell. zu mhd. strunze m.«Stumpf, Bengelo, strunzel«Lanzensplitter?.

Strupfe, öst. auch, bayr. nur Strüpfe, f. (Pl.-n): obd. für Strippe; 1340 md. strupphe. Von strupfen, strüpfen, v.: zusammen- ziehen; auf., abstreifen. Bei Rückert, 133 striꝶp- fen, 1741 b. Frisch strupfen, 1642 b. Duez eine Schlinge machem». Wetterau. strebbe, nd. strip- Pen. 1477 clev. inuꝝνtstruppen«ausstreifen», bayr. strupfen«zwischen den Fingern stark ziehen, streifeny, das wohl zu streifen gehört.

struppicht, struppig, adj.: raub empor- starrend. 1691 bei Stieler struppicht, 1477 clev. strubbich«uneben, ungleichs und strubbicheit «Rauhigkeity. Von mhd. struppe, s. Gestripp.

Strut, f., s. Ströter.

Struw(w)elpeter, m.(-s, Pl. wie Sg.): strubbeliger, schmutziger Junge. Nach dem von Heinrich Hoffmann in Frankfurt verfaßten «Struwwelpeter»(1845) in Umlauf gekommen. Frankf. für Strubbel-, s. strubbelig.

Strychnin(-els): sehr starkes Gift. Ge- bildet von gr. crpνöxvoc m. f.«Nachtschatten?, woraus das Gift gewonnen wird. Erst im 19. Jh.

Stubben, m.(*I, Pl. wie Sg.), auch Stubbe, f.(Pl.-n): stehengebliebner Baumstumpf. Bei Moltke Werke 6,49. 1780 bei Adelung als nd., mnd. stubbhe m., ags. stybb n.«Stumpf,», engl. stub, anord. stubbr, stubbi, schwed. stuh(be), dän. skub. Verw. mit aind. stupäs m.«Schopfy, stü- pas m.«Schopf, Scheitel, Wipfel⸗, gr. croroc m. Stock, Stiel, Stengelo, lett. stups, stupe, stupure cdas übriggebliebne Ende von etwas Zerbroch- nem, abgebrauchter Besen.

1Stübchen, s. Stube.

2Stübchen, n.: ein früher häufiges Maß. Nach Adelung obd. u. nd. 1482 im voc. theut. ffõa stubichen, ein maß weins,(mlat.) stopa, md. im 14. Jh. stubechin, stobichin, stubichen, 1425 bei Diefenbach gl. 554 b nd. stovexen. Von mhd. stübich, stuhich«Packfaß»(noch bayr. Stübich) aus glbd. mlat. stopa, stupa.

Stube, f.(Pl.-n): eig. heizbares Gemach(so noch obsächs.). Mhd. stache f. heizbares Ge- mach, Zimmer, Zunfttrinkstube», ahd. selten stuba f., md. auch stubbe, 1469 im mrhein. voc. ex quo stobe, mnd. stove m.«Badestube, heiz- bares Gemach», ndl. stove, stoof f.«-Feuerkiekes, ags. Stofa m.«Baderaumꝰ, engl. stove«Ofen?, anord. stofa f.« Wohnstubes, schwed. stuga, dän. stue. Aus dem Germ. entl. lit. stuba f., abg. istäba,

63