991 Strippe
Ströter 992
zu stringere«straff anziehen».— Striktür, f.(Pl.-en): krankhafte Verengerung. Aus lat. strictära f. die Zusammenpressungy von strin- gere. 1834 bei Petri.— stringént, adj.: zwingend. 1801 b. Campe. Das lat. Part. strin- gens zu stringere(s. o.).
Strippe, f.(Pl.-a): Schlinge zum Auf- hängen od. Ziehen. 1664 bei Duez stripp m. am Stiefel, 1741 bei Frisch als nd. Striepe. Ndd. Form für obd. Strupfe, Strupfe(s. d.).
strittig, adj.: streitig, von zweifelhaftem Recht, im Streit liegend. 1534 bei Böhme. Von Strittm.(noch bayr.), einer Nebenform zu Streit.
Strobel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schopf mit starren, wirren Haaren. 1683 bei Abraham a. S. Cl. Auff auff Ihr Christen 117. Von strobeln, v.: struppig sein, machen(noch bayr.). Mhd. zerstrobelt«struppig u. verwirrto, ahd. arstro- polõn«(empor)starren», zum gleichen Stamm wie sträuben, struppig. 43L. strob(e)lig, adj., im 18. Jh., 1678 bei Kramer strobelicht, im 15. Jh. strobeleht. ZUS. Strobeldorn, m., 1664 b. Duez«Artischoko. Strobelkopf, m., a. a. 0.
Stroh, n.(Lels): die leeren Halme des Ge- treides und andrer Feldfrüchte. Bei Luther stro, mhd. strô n.(Gen. stroöuwes, strouwes), auch strouuo, auch«Strohlager», ahd. strô, strao n.; dazu andfrk. strô n., ndl. stroo n., afrs. stré n., ags. Strõdν n., engl. strauo, anord. strãn., schwed. strã, dän. straa. Zu streuen. RA. leeres St. dreschen«unnütze Arbeit tun». Im 17. Jh. 4L. strohern, adj.: aus Stroh. Auch ströhern. Im 16. Jh. Mhd. dafür strœwwin, strötwin. ZUS. Strohfeuer, n.: rasch vergehende Begeiste- rung. Strohhalm, m., mhd. im 15. Jh. strô- halm, gew. aber strö. Strohhut, m., mhd. strõhuot m. Strohkopf, m.: beschränkter Mensch. Strohkranz, m.: Kranz aus Stroh, wie ihn früher gefallne Mädchen am Hochzeits- tage tragen mußten. Strohmann, m.: Mann aus Stroh, Vogelscheuche(bei Luther 7,228 b.); hohler Kopf; im Whist der fehlende vierte Mann; vorgeschobner Mann im geschäftlichen Leben. Im 19. Jh. Strohsack, m., mhd. strousac m. Strohwisch, m., 1575 im Garg. 59. Stroh- witwe, f. verheiratete Frau, deren Mann längre Zeit abwesend ist. 1715 bei Amaranthes als scherzhafte Bezeichnung, dann 1744 b. Zeidler, 1780 bei Adelung, 1789 bei Kl. Schmidt Erz. 139, aber S. 133 Strohawitzwerin. Ein ältrer Ausdruck ist Graszwitae, 1598 nd. grasswederwe, 1725 engl. grassidoοσαMädchen, das außer der Ehe ein Kind bekommen hatꝰ, dän.-schwed. gräsenke. Außerdem 1399 in Chemnitz strobrut. Nach
Zfd W. 4, 298 bed. Stroh dasselbe wie Gras, d. h. das Lager auf diesen, nicht im Ehebett. Doch kann Stroh auch gerade im Gegensatz zum Gras als Ehebett gefaßt werden, vgl. Goethe Faust 2868 läßt mich auf dem Stroh allein. 8. noch Zfd W. 2,347. Strohwitwer, m., 1780 b. Ade- lung, aber 1716 b. Ludwig 2510 d husband zhose wife is in the straw, or whose wife lies in.
Strolch, m.(-Lels, Pl.-e): Herumtreiber. 1787 bei Kramer. Eig. obd. u. schon im Simpl. 2, 291 Kz. Dazu strolchen, v.: sich herum- treiben. 1780 bei Adelung. Schweiz. strolchen, strolen, bei Grimmelsh. Teutscher Michel 4, 388 Kz. herum strolen. Dunkler Herkunft.
Strom, m.(-Lels, Pl. Ströme): Zug des Was- sers; großer Fluß; elektrischer Strom. Bei Lu- ther strom, 1550 bei Alberus Fab. Rheinstram, noch bayr. Stram, mhd. sträm, strän, stroum, strõm, strüm, ahd. ström, stroum m.; dazu asächs. strõom, ndl. stroom, afrs. sträãm, ags. stréam, engl. stream, anord. straumr, schwed.-dän. ström. Zu einer Wz.*sru-cfließen», gr. pésiv u. gleicher Bil- dung wie air. srudim«Stromy, gr. beOuo n. Flie- Ben, Stromp, lett. straume f.«Strom?, thrak. ErpbpHwv(mit der Ablautsstufe von mhd. strün). sträm u. ström sind mundartl. und stehen für stroum. 4. B L. strömen, v., mit Strom fließen. 1663 b. Schottel; davon Strömung, f., 1691 b. Stieler. Strömling, m.: eine weit wandernde Heringsart. 1691 bei Stieler. ZUS. Strom- schnelle, f., 1810 bei Campe als neu.
stromen, v.: hin- u. herfahren,(das Land) durchstreifen. Spätmhd. strömen, strümen«strö- men, hin- und herfahrem. Von Strom. 4 BL. Stromer, m.(-e, Pl. wie Sg.): Landstreicher. Um 1350 rotwelsch Stromer dicuntur kelsnyder; dazu auch nd. Strom m. das Herumziehen». Da- von stromern, v.
Strophe, f.(Pl.-/): Abschnitt eines Ge- dichtes, früher Geselz. 1624 b. Opitz u. 1613 b. Weckherlin 99 F. Aus gr. Jat. stropha, strophef., gr. crpoœr f., eig. das Drehen, Umkehren, Wen- dungy, d. h.-die Wendung des Chores, nachdem der erste Teil des Liedes gesungen ist, dem nun ein zweiter Teil genau entspricht».
Stropp, m. n.(*I, Pl.-s):(Seem.) Tauring; (mundartl.) Strick, Schlingel. 1810 bei Campe. Ndd. Form, entspricht mnd.-mndl.-'ndl. stropm., ags. Stropp m., engl. strop von lat. struppus m. «gedrehter Riemeny.
Strosse, f.(Pl.-n): im Bergbau Absatz auf Stollen od. in Schächten. 1741 b. Frisch. Bergm. 1698. Wahrscheinlich eins mit Straße.
Ströter, m.(‧I, Pl. wie Sg.): Buschräuber.


