Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
989-990
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989 Strenge

strikt 990

habend, schwierig», ahd. strengi; dazu asächs. strang«stark», mnd. strenge, ndl. streng, ags. strangæstark, mächtig, streng, hart», engl. strong, anord. strangr cheftig, gewaltig, unbeugsam, harty, schwed. sträng, dän. streng. Urgerm. Grundf.*strangus. Eig. wohl scharf ange- spannty u. verw. mit Strang od. zu lett. stringt «stramm werdeww. 4L. Strenge, f., mhd. strenge f., ahd. strengi, strangi f.; dazu ags. strengu f.«Stärke, Krafty. ZUS. strengflüs- sig, adj.: schwer zu schmelzen von Exzen. 1810 bei Campe. 1778 im Bergm. Wb. streng. 2Strenge, f.: Schnupfen, bes. als Pferde-

krankheit. Eins mit 1Str., das schon 1450 diese Bed. zeigt. 4 L. Strengel, m., 1664 b. Duez

(von Pferden). Vgl. auch engl. strangles, dän. strengel.

strengen, v.: stark spannen, scharf an- ziehen, höchst steigern. Nur noch dichterisch. Bei Goethe Faust 9648 einschnüreny». Mhd.- md. strengen chart, d. h. beengt, durch Entziehen des Notdürftigen bedrängt machen, kräftig aus- üben, verkürzeny, ahd. strengen, strangen«be- engen, bedrängen». Von streng.

Streu, f.(Pl.-en): Gestreutes. Bei Wieland 21, 201 Streue. Mhd. strõuwe) f. Vonstreuen, v.: auseinander werfen. Mhd. ströu(awe)n, ahd. streuwen; dazu asächs. streuwian, ströjan, ndl. strooien, afrs. strõꝛoa, ags. stréozwian, engl. streuo, anord. strã, schwed.-dän. strô, got. straujan. Verw. mit lat. struere«schichten», lat. strävi Perf.«habe ausgebreitet», gr. cröpvui cbreite, ausy, aind. stνν streuts, serb. strovo n. Hau- fenvom Sturmabgeschüttelter Früchtey. 4L. Streusel, m. n.(-s): zum Streuen Dienendes, 2z. B. gestoßner Zucker. 1383 streusel n.; damit 2gs. Streuselkuchen, m.: bestreuter Kuchen.

streunen, streinen, v.: umherstreichen. Noch bayr., aber auch bei E. M. Arndtu. weidm. Mhd. striunen«schnoppernd umherstreifen?, ahd. gistriunan erwerbeny; dazu ags. gestrynan, gestréonan«erwerben» u. ahd.-asächs. gistriuni n.&Schatzꝰ, ags. gestréon n.

Strich, m.(-Lels, Pl.-e): die Handlung des Streichens; die durch Streichen entstandne Linie; Strecke einer Fläche; Streifen. Mhd. strich m.(auch«Richtung, Weg, Flußarm, Rich- tung der Fäden eines Gewebes der Länge nacho), ahd. strih m.; dazu and. strikko m.«Strichy, ags. gestric«Streifen», anord. strik n.«gestreiftes Zeug», got. strifes m.«Strich». Zu streichen. RA. gegen den St. unangenehmꝰ, urspr. von Tieren, denen gegen den Strich über das Fell gefahren wird. Jem. auf dem St. haben«ihn

nicht leiden mögen?. Herkunft dunkel. 4 L. stricheln, v.: kleine Striche machen. 1810 bei Campe. ZUS. Strichpunkt, m., deutscher Ausdruck für Semikolon, 1641 bei Schottel 525 Strichpünctlein.

Strick, m.(-els, Pl.-e): dünneres Seil; des Strickes, d. h. des Hängens werter Mensch, aber nur noch leise tadelnd,(viell. daher andern Urspr., vgl. schwed.-dial. strec, strifc, norw.- dial. strik, strikje, strelc«Knabe, bes. lang auf- geschoßner»). In 1. Bed. mhd. stric, ahd. stric m. Seil, Linie», mhd. auch«Fessel, Fallstrick, Knoten; dazu mnd.-ndl. stricc, entl. dän. strikce, schwed. strelc. Entweder verw. mit lat. stringere straff anziehen» od. zu aind. sr]- f.-Gewinde, Kranz. Davonstricken, v.:(eig. mit Stricken) festknüpfen(nur noch dichterisch u. in be-, ver- strickhen); Fuden vermittelst Stricknadeln u. a. ineinanderschlingen, so daß ein Gewirk entsteht. Am ältesten wohl Netze styicken, weil dazu Stricke verwendet wurden. Mhd. stricken«ver- stricken, festschnüren, stricken», ahd. strickan «ineinanderschlingen, verknüpfen, zusammen- ziehen». 4L. Stricker, m., mhd. stricker m. Seiler, dem Wilde Schlingen Legender». Strik- kerin, f., mhd. strickerinne f. ZUS. Strick- leiter, f.(zgs. mit Strick), 1678 bei Kramer. Stricknadel, f., 1420 strickenälde f. Strick- strumpf, m., 1810 bei Campe. Strickzeug, n., 1716 bei Ludwig.

Striegel, öst. nur m.(-s, Pl. wie Sg.), auch f.(Pl.-õ): Art eisernen Kammes zum Reinigen der Pferde. 1687 b. Kramer M., 1664 b. Duez F. Mhd. strigel m., ahd. strigil m. Aus lat. strigilis m.«Schabewerkzeugs. 4L. striegeln, v., auch«schlimm behandeln», 1741 bei Frisch. Mhd. strigelen«die Pferde putzen».

Strieme, f.(Pl.-n), Striemen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Streifen in der Haut. Bei Duez striem(en) m., b. Kramer strieme f. Mhd. strieme,

Strime m., ahd. strimo. Wohl aus*stripmo- zu Streifen.

Striezel, m.(-S, Pl. wie Sg.), f.(Pl. n): zylinder- od. wulstförmige Masse; Gebäck in solcher Form. Schles.-bayr. Strüzel; 1741 bei Frisch Strizel, 1691 bei Stieler Strötzel, 1618 bei Schönsleder stritzl«genus placentaey, bei Weise Cath. 164 Butterstriezel. Mhd. strutzel(im 12. Jh.), strützel, md. strotzel; dazu die ein- fachere Form kärnt. Strutz m., bayr.-tirol. Sträze. Wohl verw. mit 1 Strauß.

strikt, adj., als Adv. auch strikte: genau, pünktlich. 1703 bei Wächtler striect e) adj. Das lat. Adv. stricte von strictus«dicht, kurz, strengy