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Part. gestrichen, Imp. streichſe]):(intr.) sich mit Geschwindigkeit u. Leichtigkeit in grader Linie fortbewegen(1. Sam. 14, 22);(tr.) über etwas hinfahren und gleichmäßig machen. Mhd.-md. strichen, ahd. strähhan(Präs. strihhu, Prüt. streih, Pl. strihhum, Part. gistrihhan, Imp. strah); dazu mnd. striken«gehen, laufen, mndl. strixcen, ndl. strijken, afrs. straa, ags. strican«gehen, eilen, streichen», engl. strite. Im Nord. liegt eine glbd. u-Wz. vor, anord. strjska, schwed. stry-ka, stryge. Verw. mit lat. stringere cabstrei- fen, berühren, streichen», abg. strigch«schere, viell. auch mit gr. rpteiv«reibem(Idg. Forsch. 4,95). Dazu noch Strich. ZUS. Streichholz, n.: Holz zum Streichen; Zündholz(erst im 19. Jh.). In 1. Bed. 1429 im voc. ex quo strich holtz, 1420 in Schröers Voc. 18, 1167 streychholtz, mhd. im voc. opt. 20 b, 13 strächholtzn. Streich- instrumént, n. Streichorchéster, n., erst im 19. Jh.
Streif, m.(-Lels, Pl.-e): Streifzug(nicht mehrüblich, aber noch im 18. Jh., spätmhd. streif m.); schmales langes Band, jetzt meist Streifen (1. Mos. 30, 37).— Streife, f.(Pl.-n): Streifzug. 1768 bei Moorbeck, ndl. 1598 strepe f.«Strich, Linie, das Da- u. Dorthinziehen».— Streifen, m.(-8, Pl. wie Sg.): langes schmales Band oder Stück. Mhd. strife m.«Streifen». Von 1strei- fen, v.: einen langen schmalen Teil abtrennen; ohne Ziel u. Aufenthalt sich hin- u. herbewegen; im Vorübergehen berühren; mhd.-md. streifen (auch«abhäutens, s. 2streifen); dazu 1598 ndl. strepen æeine Linie ziehen, mit Linien durch- ziehen», nndl. streepen«sich hin- u. herbewegen, Streifen einwebeny. Herkunft dunkel. 4L. Streiferéi, f.(Pl.-en), 1664 bei Duez. strei- ficht, streifig, adj., mhd. strifeht, ahd. stri- phaht. ZUS. Streifband, n.: Papierband zum Streifen über Postsendungen. Streiflicht, n., 1780 b. Adelung von der Malerei. Streifschuß, m., 1780 bei Adelung. Streifzug, m., 1538 bei Franck Chr. 7.
2streifen, v.: Bedeckendes, Bedecktes ent- blößend abziehen, streichen; darüber hinstrei- chend fortnehmen(z. B. Tau vom Grase strei- fen), vollständig mit 1str. verschmolzen(schon am Ende d. 14. Jhs. südd. gestraiſt vom abge- zognen Hasen), aber aus sträufen entstanden, mhd. stroufen cabstreifen, die Haut abziehen, schinden; hineinschlüpfen, es über sich ziehens; dazu ndl. stroopen«abblättern, abstreifen, Raub- züge machen», ags. bestrpan, engl. strip«ab- streifen, berauben?.
Streik, m.(-Lels, Pl.-e): verabredete Ar-
beitseinstellung, Ausstand. Aus engl. strice u. früher so geschrieben. 1844 noch als fremd empfunden, Schlagwort etwa seit 1865. Engl. strice gehört zu streichen. Wie die Segel strei- chen sagte man die 4rbeit streichen. 4BL. streiken, v., aus engl. strie. ZUS. Streik- brecher, m., 1897. Vgl. Ladendorf. streinen, s. streunen.
Streit, m.(els, Pl.-c): Zwist, Zank, Kampf. Mhd.-ahd. strit m. Streit, Wettstreit, Streben. Dazu asächs. sträd m.«Streit, Eifer», ndl. striſd m., afrs. strãd n.«Streit, Kampf»(ags. stric m. Kampf, Streito, wohl asächs. Lehnwort), anord. strich n.«Kampf, Heftigkeit, Kummers, schwed.- dän. strid. Wohl verw. mit glbd. lat. Ns f.(Gen. ITtis), alat. stlis, vgl. Walde. 4L. streitbar, adj.: zum Streit bereit, geeignet. Mhd. strät- bœre. streitig, adj.: im Streite befangen, zwei- felhaft. Mhd. strätec«um Streit gerüstet, streit- lustig, süchtig, ungestüm, eifrig», ahd. stritig; dazu asächs. stridig«streitbary; davon Strei- tigkeit, f., 1664 b. Duez. ZO0S. Streitaxt, f., spätmhd. stritackes f. RA. die Streitaæt begra- ben. Streitfrage, f., 1644 b. Harsdörffer Gespr. 1, 234. Streitkolben, m., 1575 im Garg. 279. Streitschrift, f., im 16. Jh. bei Nas Esel 5. Streitsucht, f., 1780 bei Adelung. Streit- wagen, m., bei Diefenbach gloss. 164.
streiten, v.(Präs. streite, Prät. stritt, Konj. stritte, Part. gestritten, Imp. streitle]): mit Wor- ten od. Taten kämpfen. Mhd. striten, ahd. stra- kan(Prãs. strötu, Prät. streit, Pl. stritum, Part. gistritan, Imp. streit). Wahrscheinlich ist die starke Biegung unurspr.; denn die andern Spra- chen biegen schwach als Ableitung von Streit: asächs. stridian, afrs. strida, anord. strida, schwed. strida, dän. stride. 4. Streiter, m., mhd. striter, ahd. stritari m. Streiterin, f. mhd. striterin f.
Strelitzen, Pl.: frühere Leibwache des Zaren. 1710 bei Nehring. Aus russ. streléc, eig. «Schützey zu abg. stréla f.«Pfeil, s. Strahl.
Stremel, m.(-): langer Streifen. Nordd. in RA.'n St. schabatzen, schlafen. 1755 b. Richey. Ndd. Form für Striemen(s. d.). Aber auch els.; kurhess. Stramel.
stremmen, v.: am Atem beengen, zu eng sein. Eig.«stramm macheny. Noch luxemb., nass., wetterau., am Untermain.
streng, adj.: nicht nachlassend stark, im Verhalten unnachsichtlich fest u. genau. Die ältre Form strenge noch b. Schiller 12,25. Mhd. strenge, am Ndrhein. auch strange, stranc«stark, gewaltig, fest, hart, herbe, keine Nachsicht
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