Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
985-986
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985⁵5 Strauch

Streich 986

Duez strãahich, sträubig, 1557 b. Waldis Es. 3, 94, 178 straubicht. Eingetreten für mhd. styſHp, s. O.

Strauch, m.(Jels, Pl. Sträucher, seltener Strãuche): größre Pflanze mit holzigen Sten- geln. Mhd. nicht häufig strüch m.; dazu mnd. sträãc m., ndl. struix m. Wohl stammverw. mit Strunk.. Der Pl. Sträucher, schon 1414 meißn. strcher, b. Fleming 588, Gryph. Trauersp. 311, Günther 647, dagegen Sträuche b. Günther 185, Hagedorn O0d. 69, Lessing 1, 159, Schiller 11,235, Goethe Nat. Tocht. 1346. Z0S. Strauchdieb, m., 1517 b. Trochus E6 b, nd. strükcdé;(1. Viertel d. 15. Jh.); dafür mhd. strüchröuber, nd. sträük- rõver, ndl. struilcroover.

Strauche, f.(Pl.-n): Schnupfen, Katarrh. Bayr. Spätmhd. strüche f. Dunkler Herkunft.

straucheln, v. im Gehen anstoßen und da- durch wanken. Mhd. stracheln; dazu nd. strü- keln, mndl. strukelen, ndl. struikelen. Von glbd. strauchen(noch bayr.), mhd. strüchen, ahd. strhchön. Das von Weigand verglichne anord. strjäkca«streichen» weicht in der Bed. zu stark ab. Unsichre Vermutungen über die Herkunft Idg. Forsch. 18, 523.

1Strauß, m.(-es, Pl. Sträuße): Sturm, Streit; (schweiz.) stürmischer, heftiger Wortwechsel. Mhd.-md. strüz m.«Widerstand, Zwist, Streits. Zu mhd. striuzen«sträuben, spreitzen»; dazu ags. strütian«streiten. KZ. 36, 243 wird ir. troid«Streity, mir. trot verglichen.

2Strauß, m.(-es, Pl. Sträuße): Blumen-, Federbüschel. 1517 b. Trochus M 25 crista ein strſ, d. i.«Helmbusch» u. in dieser Bed. auch 1541 b. Frisius 230a, 792 b, 1556 b. Frisius 228a streußle auff dem haupt etlicher vöglen, 1561 bei Maaler 391 St.«Kräntzlin, aber 1531 b. H. Sachs Fab. 13, 6 straufß«Strauch», 1512 b. Murner Nar. 9, 15 rosenstruß. Mhd. iststrüz vorauszusetzen, wegen spätmhd. gestriuge n. Buschwerk, Ge- büschy u. striuzach n. Gebüsch». Wohl eins mit dem vorigen. Verw. ist wohl noch anord. strãtr m. ckeilförmige Spitzes. ZUS. Straußwirt, m.: Wirt, der bloß verzapft und deshalb einen grünen Zweig(Strauß) aussteckt.

Strauß, m.(-es, Pl.-e, südd. noch Gen., Pl. -en): der bekannte größte Vogel. Mhd. stragle), ahd. sträz m.; dazu mnd. sträs, ndl. strauis, schwed. struts, dän. struds. Entl. aus mlat. strutio, lat. strüthio m.(mit der Aussprache-Hi für-thi), woraus in früherer Zeit ags. stryta. Nach roman. Vorbild(frz. autruche m., span. avestruz, z8s. mit lat. avis«Vogel») sagt man bei uns Vogel Straufß. Das lat. struthio beruht auf gr. crpougiov n. neben crpovoc uerc-n f.

sder große Vogel). ZUS. Straußenei, n., Straußenfeder, f., mhd. struz-ei n.,-veder f.

Strazze, f.(Pl.-n): das Unreine, Kladde. 1710 b. Nehring Strazza. Kaufmännisch. Aus glbd. ital. stracciafoglio m., eig.«Bogen Papier zum Beschmutzen», zgs. mit ital. straccidre czerreißen, verunreinigen».

Strebe, f.(Pl.-/): schräge Stütze. Aus- druck der Zimmerleute. 1781 b. Voch Baulex. Mhd. in widerstrebe f.« Widerstand». Von stre- ben, v: Sinn und Kraft worauf richten. Mhd. streben, md. auch streven«sich heftig bewegen, regen, sich abmühen, kümpfen, vorwärtsdringen, nach einem Ziele ringen, sich nach einem Ziele bewegen, woraufhin tätig sein, Sinn und Kraft worauf richten». Viell. mit Ablaut zu sterben. Auf eine i-Wa. scheint allerdings das entl. frz. étriver, afrz. estriverckäůmpfenzu deuten. 4 B L. Streber, m.: wer strebt(Ende d. 18. Jhs.); seit den 50. Jahren d. 19. Jhs. Schlagwort für be- förderungssüchtige Beamte u. dgl. Vgl. Laden- dorf u. Zfd W. 8, 21. 136. strebsam, adj., 1810 bei Campe als neu. ZUS. Strebepfeiler, m., 1780 bei Adelung.

Strecke, f.(Pl.-/): Werkzeug zum Strek- ken(1780 bei Adelung, 1691 bei Stieler Werk- zeug der Schuster»); sich in die Länge dehnen- der Raum(mhd. zilstrecke f.); das geschoßne Wild(RA. 2ur St. bringen, erst im 19. Jh.). Von strecken, v.: stark ausdehnen; hinlegen(z. B. das geschossene Wildbret 1780 bei Adelung, das Geuwehr a. a. O.). Mhd. strecken, ahd. strecchan cgerade, straff, ausgestreckt machen»; dazu mnd. strecken, ndl. streken, ags. streccan, engl. stretch, entl. dän. sträkke, schwed. sträcka. Von strack. ZIUS. Streckgut, n.: kleine Fische, junge Brut im Teich. Vgl. das folg. Streck- teich, m., 1772 im Forstlex.«Karpfenteich, worein der 2 jährige Same gesetztwird, damit er sich darin strecke, d. h. zur gehörigen Größe auswachsey.

Streich, m.(-Lels, Pl.-e), eig. Verbalabstrak- tum 2u streichen(noch in Raten-, Backenstreich); Schlag, Hieb(spätmhd. streich m.); listige oder mutwillige, auch schlechte Handlung, urspr. der unerwartete Schlag(Streich) des Fechters, erst nhd.; dazu die RA. jem. einen Str. spielen, im 18. Jh. Streiche, f.(Pl.-n): Werkzeug zum Streichen. Mhd. sträche f. streicheln, v.: Wiederholt sanft streichen. Bei Diefenb. gl. 76 bstreychlen. Von mhd. streichen cebnen, sanft berühren, streicheln, glatt streichen, ahd. strei- chõn«liebkosend streicheln». Von streichen, v.(Präs. streiche, Prät. strich, Konj. striche,