Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
983-984
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983 strambulstrig

Straube 984

strambulstrig, adj.: widerspenstig, unge- bärdig, eigensinnig. Preuß.- mecklenb.-vor- pomm. holst.-waldeck.-gött. 1810 bei Campe. Wohl 298. aus strama(s. d.) u. bulstrigzuneben, was Bulten(s. d.) hat», also eig.«sehr uneben».

Stramin, m.(-Lels, Pl.-e): mit kleinen vier- eckigen Zwischenräumen gewebte Leinwand zum(Teppich-) Sticken. Erst im 19. Jh. aus ndl. stramijn f., 1598 bei Kilian stamijne«Faden-, Haargewebe zum Durchseihens, aus frz. estamine f., jetzt étamine f.«Haartuch, Haarsiebꝰ zu lat. stäãmen n. Faden, Gewebes.

stramm, adj.: straff. 1691 bei Stieler als mundartl.; 1716 bei Ludwig ohne Bemerkung, aber noch im 18. Jh. als dial. gefühlt. Rechtver- breitet erst von Preußen und dessen strammem Wesen aus. Aus glbd. nd.-ndl. stram, mnd. stram(m), wohl aus*strapma- u. zu straff. 4 BL. strammen, v.:(infolge straffen Anziehens) schmerzen(1663 bei Schottel), 1678 bei Kramer «spanneny. Aus glbd. nd. strammen. Noch nordd. Strammheit, f., im 19. Jh.

strampeln, v.: schnell und anhaltend die Beine einziehen und ausstrecken. Bei Luther Hes. 6, 11; aber in hochd. Lautform strampfeln 1541 bei S. Franck Sprichw. 1, 83 b und noch bei Stieler u. Ludwig. Wiederholungswort von strampfen, v.: mitden Füßen heftigauftreten. Bei Luther Hiob 39, 24 vom Rosse. Dazu mnd. strampen. Dunkler Herkunft. Vgl. aber KZ. 37, 310, Btr. 30, 259, Idg. Forsch. 18, 521.

Strand, m.(-els, Pl.-e): Meeresufer. Md. u. spätmhd. strant m., entl. aus glbd. mnd. strant m.; dazu ndl. strand n., ags. strand n., engl. strand, anord. strönd f.«Rand, Kante, Strandꝰ, schwed.-dän. strand. Aus dem Germ. entl. frz. étrain m. Viell. zu abg. strana f.«Seite, Gegend. 4B. stranden, v.: scheitern, 1663 b. Schottel. Aus dem Nd., ndl. stranden, schwed. stranda, dän. strande; davon Strandung, f., spät im 19. Jh. ZUS. Strandgut, n.: das Gut von gestrandeten Schiffen, von dem ein Teil den Strandbewohnern zukommt. 1780 b. Adelung. Strandläufer, m.: Vogelart, tringa. 1780 bei Adelung. Strandrecht, n.: das Recht, ge- strandetes Gut als Eigentum zu beanspruchen. 1716 bei Ludwig. Strandvogt, m.: der Vogt, Beamte über Strand u. Deiche. 1780 b. Adelung.

Strang, m.(-els, Pl. Stränge): Strick zum Ziehen; der Henkersstrick. Mhd. strancç m., da- neben strange m. f., auch«Arm eines Flusses, Streifen am Kleid, Streifen vom Gange des Pflugs beim Pflügen», ahd. strang m.; dazu mnd. strank m., strange f., strenlc m., ndl. streng f.,

ags. streng m.«Schnur, Strang, engl. string, anord. strengr m., auch Seil, Bogensehne⸗, schwed. sträng, dän. streng Strang, Saite». Verw.(doch mit abweich. Guttural) mit air. sreang«Strick, sreangaim«binde», gr. crpœ- Tdn f.«Stricko, lat. stringere zusammenziehen, schnüren». Vgl. Walde. Die RA. über den St. schlagen, seinen od. an einem St. z2iehen, wenn alle Stränge reißen stammen alle vom Fuhrwesen.

strangulieren, v.: erdrosseln. 1571 bei Rot. Aus lat. strangulãre«erdrosseln, erwür- geny, von glbd. gr. crpoπτνeiv von crpor'rdkn, s. Strang.

Strapäze, f.(Pl.-n): hoher Grad ermüden- der Anstrengung. 1711 bei Rädlein Strapatzen pl., 1691 bei Stieler Strapatz m. aus ital. stra- päzzo m. cüble Behandlung, abmattende An- strengung». strapazieren, v.: schlecht be- handeln, übermäßig anstrengen. 1678 bei Kra- mer strappazziren, 1617 im teutsch. Michel 41 strapizieren, von glbd. ital. strapazzure, das wohl auf lat. extra«außerordentlich» u. patiare, von lat. pati c«leiden» zurückgeht, eig.«einen übermäßig leiden machen».

Straß, m.(Gen. wie Nom. u. Strasses): fal- scher Diamant, nach dem Erfinder, dem Straß- burger Juwelier Straß(im 18. Jh.).

Straße, f.: Weg zur Fortbewegung. Mhd. strãäze, ahd. strãga f.; dazu asächs. sträta f., ndl. straat, afrs. stréte, ags. stréẽët f., engl. street. Entl. aus lat.(im 4. Jh.) strata f. die gepflasterte Heerstraße»(zu ergänzen via f.«Weg»), Part. Perf. Pass. zu lat. sternerechinstreuen, pfiastern.

Stratége, m.(-n, Pl.-/): Feldherr. Noch nicht 1834 b. Petri. Aus glbd. gr. crporn'yöc m., 2gs. aus crpuréc m.«Heery u. â-rc m.«Führer». Strategie, f.: Kriegskunst. 1813 bei Campe. Aus glbd. gr. crpornrrio f. Dazu stratégisch, adj., nach gr. crparnfucöc«in der Feldherrn- kunst erfahren.

Straube, f.(Pl.-n): rauhe Fläche; krauses Backwerk, Spritzkuchen(obd.). Mhd. sträübe f. cdas Sträuben; Art Backwerk». Dazu sträu- ben, v., meist refl.: sich starr emporrichten (vom Haar); widerstreben. Mhd. fehlend, ahd. strüben, and. sträbian«sträuben». Daneben mhd. strüben, ahd. strübén«starrend oder rauh emporgerichtet sein» u. mhd. strap, and.-mnd. strüf, ndl. stroef«starrend, struppig». Dazu Strobel, struppig, Gestrüpp. Viell. verw. mit gr. crpõovòc«herb, sauerꝰ(aus*strũpsns) und abg. strupitinâ«rauh». 4BL. straubig(von strauben), adj., auch sträubig(von sträuben Goethe Faust 3492): emporstarrend. 1642 bei