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Dan. 3, 4; 4, 11 Gberlut. Mhd. überlüt, nur claut, vernehmlich».— überlében, v.: länger leben als ein andres Ding dauert, länger dauern als man erwartet, veraltet sein. Mhd. äberleben cüberleben».— lüberlegen, v.: über etwas legen; ein Kind i. zur Züchtigung»(Adelung). züberlégen, v.:(zu stark) belegen(1561 bei Maaler); bedenken(1664 bei Duez). Woll aus der Bed.«mit Bedacht über etw. legen» ent- wickelt. Mhd. iberlégen«überziehen, bedecken, belegeny. Dazu got. ufarlagjan cüber etwas legen».— 5überlégen, adj.: stärker, mäch- tiger als ein andrer. 1650 b. Moscherosch Phil. 1, 231 u. b. Luther. Bei Schönsled. u. Maaleraber clästig, wie mhd. Von mhd. iberligen cüber etw. liegeny».— Uberlégung, f.: Erwägung. 1741 b. Vrisch. Von uherlegen. Süberlei, adv. mehr als genug, unnöõtig. Noch schweiz. Bei Goethe 4, 234, Br. 9, 223, auch b. Schiller, Grill- parzer 8, 45 u. a. 1691 bei Stieler, 1682 bei Chr. Weise Tobias 1, 9, 1595 b. Rollenhagen Froschm. 1, 2; 5, 146. Bildung dunkel, viell. nach allerlei (s. d.).— überliefern, v.: in den Besitz jem. übergeben, schriftlich von einem zum andern geben. 1561 b. Maaler uberliferen.— überli- sten, v.: durch List berücken. Mhd. iberlisten. übermächen, v.:(veraltet) übertreiben (bei Luther Jer. 48, 36); übersenden(bes. von Dingen einiger Größe). Kaufmännisch. 1629 Zschr. d. Ver. f. hamburg. Gesch. 10, 100 ber- machen, mnd. overmalcen(nach 1411).— über- männen, v. überwinden. 1557 bei Waldis Es. 3, 93, 121.— Ubermaß, n.(-es):(eig.) was äber das Maß ist; ungewöhnlich hoher Grad einer Sache. Mhd. ibermase) f. n.«Ubermaß, fluß, Unmäßigkeity. Vgl. Gombert 3, 15. Da- von übermäßig, adj., mhd. ibermazec.— Übermensch, m.(en, Pl.-en): höher ent- wickelte Art des Menschen. Durch Nietzsche zum Schlagwort geworden. Zuerst 1527 in der theologischen Literatur, dann ein Lieblings- wort Herders(17, 115. 142. 152 S.), von dem es zu Goethe kommt(Urfaust 138, Zueignung 61). Auch bei Grabbe. Vgl. Ladendorf u. Zfd W. 1, 7.369; 2, 80.— übermögen, v.: überwinden, bewältigen. 1. Mos. 32, 25. Mhd.-md. aber- mügen, ahd. ubarmagan.—übermorgen, adv:: am andern Tag von heute. Frühmhd. νbermor- gen, ahd. ubar morgan, d. h. über mit dem Akk. von morgan«Morgen?, daneben auch xbar mor- gana, wo morgana Adv. ist.— Übermut, m. (-Lels): ausschreitendes Selbstbewußtsein, Mut- wille. Mhd. bermuot m. cherzhafter Mut, hoch- fahrendes Wesen, Vergnügungssucht», ahd.
ubermuot m.; dazu asäãchs. ofermõdm., mndl.over- moet m., ags. ofermöd n.«hochfahrender Sinn?. Zgs. mit Mut. Häufiger ist ahd. ubarmuols f., (and. ovarmõdi) von ahd. ubarmloti, s. d. folg.— übermütig, adj.: ausschreitend, selbstbe- wußt; lustig, vergnügt. Mhd. übermäetec, ahd. aubarmaotig, and. ovarmödig, ags. ofermõdig von ahd. ueᷣarmuoti, mhd. ibermütete, ibermuot, ags. ofermôd chochfahrend, mit Ausschreiten hoch- fahrend», mhd. auch cheldenmütig gesinnt». übernächtig, adj.: von durchwachter Nacht erschöpft(erst 1811 bei Campe in dieser Bed.); was die Nacht gestanden hat(1561 bei Maaler). Mhd. überneltic ceine Nacht über dauerndy.— Ubername, m.: Ekel-, Spitzname. Südwestd. Mhd. übername m.„Beiname⸗.— übernéhmen, v.: mit Verbindlichkeit an sich nehmen; sich zu tun, zu besitzen anheischig ma- chen; zuviel nehmen;(meist refl.) sich zuviel zu- muten. Mhd. ibernemen«zuviel nehmen, unter- nehmen, die Oberhand gewinnen, berauschen, zuviel ſor dern;(refl.) sich zuviel zumteny. Oberproduktion, f.: 2u starke Erzeugung von Gütern. ZfdW. 5, 124 Beleg von 1846. überräschen, v.: unvermutet über einen kommen. 1664 bei Duez, nach Stieler ganz ge- wöhnlich. Zu rasch.— überréden, v.: durch Worte zu etwas bestimmen. Mhd. äberreden «widerlegen, zum Schweigen bringen, mit Rede wozu bewegen, durch Zeugen überführem. Im 18. Jh. auch mit Dat. der Person, sowie mit Gen. der Sache verbunden.— überréichen, v., ein etwas höhrer Ausdruck als übergeben (1678 bei Kramer); übersteigen(bei Goethe 24, 181). Mhd. berreichen cüber etwas hinaus- reicheny.— Überrest, m.(-Lels, Pl.-e): das Ubrigbleibende. 1678 b. Kramer.— Uberrock, m.(- jels, Pl.-e): Überzieher. Bei Diefenb. gl. 567 b aberrock.— überrümpeln, v.: unver- mutet überfallen. Bei Luther W. 8, 686. Vgl. noch Gombert 3, 15. übers, z8sgez. aus über das.— Ubersatz, m. Gberteuerung. Veraltet. Ofter bei Luther. Zu übersétzen cverteuern».— Oberschl ag, m (-els, Pl.-Schläge): umgeschlagner Teil eines Kleidungsstücks; Kleidungsstück zum Über- schlagen, Art Kragen(Schiller 4, 333), zu über- schlagen; Neigung der Zunge der Wage zur Seite; oberflächliche Berechnung(1527 Inven- tur der Fugger(Strieder] 85. 87). Mhd. über- slac m. cOber wältigung, Übergewicht, Verlauf,. — rüberschlagen, v.(intr. 5 aus dem Gleich- gewicht kommend mit dem obern Teil sich nie- derbewegen;(tr.) über etwas durch die Luft


