Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1097-1098
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1097 Übergabe

überläng 1098

trigen. Davon Vberführung, f. 1482 im voc. theut. hh 72 uberfurung.

Übergabe, f.: das Ubergeben einer Sache. Schon mhd. übergäbe als Rechtswort. Uber- gang, m.(-Lels, Pl.-gänge): Gang auf die andre Seite eines Raumes(bei Diefenb..g1. 593 5); Ort zum Ubergehen;(nicht schnelle) Veränderung eines Zustandes, einer Tonart, einer Farbe in andre; bald vorübergehende Veränderung. Da- von übergänglich, adj., bei Goethe 3, 102. übergében, v.: aus seiner Gewalt in die eines andern geben;(chne Dat.) aufgeben, verlassen, preisgeben(bei Luther 2. Sam. 18, 28, noch schweiz. u. in dem aus dem Ndd. entl. dän. õver- give, schwed. öõfvergifa, vgl. Zfd W. 2, 77 fl.); (refl.) sich erbrechen(1618 b. Schönsleder, 1477 clev. aevergeven). Mhd. übergeben«im Spiel überbieten, übertreffen, einem zu nahe treten, beeinträchtigen, schädigen, verletzen, beschimp- fen, sich lossagen, aufgeben, verzichteny. lübergehen, v.:(mit sein) überlaufen, über- fließen(Sir. 24, 35, Spr. Sal. 3,10, Matth. 12,34); sich von da, wohin man gehörte, weg- u. zur An- gehörigkeit anderswohin wenden(zun Feinde f.); die Tätigkeit verändern. 2übergéhen, v.:(mit haben): über die ganze Oberfläche hin- gehen(bei Adelung ein Feld ä.«es besich- tigen» als obd.);(bei Malern usw.) die Ober- fläche bearbeiten(Adelung); revidieren, leicht durchsehen; ungetan, unbemerkt, unberück- sichtigt lassen. Mhd. übergän cüberfließen, über- fallen, bedecken, unterlassen, bewegen, über- redenꝰ, ahd. ubirigãn, ubargãn«übergehen, über- treffen, übertreten»; dazu ags. ofergãn, ofer- gangan«übergehen, überwinden, befalleny. Ubergewicht, n.(-Lels): was über ein be- stimmtes Gewicht ist(1642 b. Duez);(übertr.) größre Macht(1678 bei Kramer«Ausschlag. Epergriff, m.(es, Pl.-e): Überschreitung seiner Befugnisse. 1811 b. Campe als neu, aber schon 1517 5. Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 932.

überhälten, v.: einen überfordern. österr. überhändnehmen, v.: überwiegend zu- nehmen. Zgs. aus nehmen u. Vberhand«Ober- handy. Beĩi Luther iberhand haben, kriegen, nehmen. Mhd. überhant gewinnen, nemen. Wohl mhd. hant«Hand», als Rechtsausdruck Besitz, Gewalt über eine Sachen, wie mndl. overhantf. Obergewalts. Uberhang, m.(s): in das Gebiet des Nachbars überhängende Zweige, Früchte. Schon mhd. berhanc m. Uberhang von Obstbäumen». überhäupt, adv.: das Einzelne ungezählt und unberücksichtigt. Ein Ausdruck des Handels. 1691 bei Stieler nur in

den Verb. überhaubt kKaufen, verkaufen per aversionem?, d. h.«in Bausch u. Bogen», 1664 bei Duez en gros», 1618 bei Schönsleder uber Haupt dingen«im ganzen». Mhd. iber houbet «ohne die Stücke zu zühlen»(houbet«Bezeich- nung gezühlter Menschen u. Tiere*). über- hében, v.:(mit haben) entlasten, durch Ab- nahme befreien(mit Gen.);(refl.) eine zu hohe Meinung von sich an den Tag legen. Mhd. über- heben cetwas übergehen, auslassen», dann(mit Gen.)«entheben»,(refl.)«zu stolz sein», ahd. ubarheven«übergéhen, auslassen»,(refl.) bei Notker sich uberheven.überhin, adv.: leicht darüber weg. Spütmhd. überhin chinüber. überhöhen, w.: an Höhe übertreffen. Als mili- tärisches Wort im 19. Jh. nicht selten. Schon mhd. aherhæhen. überhölen, v.: jem. ein- holen u. ihm vorauskommen. 1780 b. Adelung als selten. Zsg. mit holen. überhören, v.: aufsagen lassen; aus Mangel an Aufmerksam- keit oder absichtlich nicht hören. Mhd. äber- hœren; dazu asächs. oberhörian«belauschen), engl. fo overhear«nicht hören, behorchenꝰ, got. ufarhauseins f.&das Überhören, Ungehorsam. überirdisch, adj.: was nicht irdisch ist, himmlisch. 1741 5. Frisch.überjährt, adj.: zu alt. Veraltet. Bei Luther Ebr. 8, 13. überkömmen, v.: bekommen(öfter bei Luther, noch südd.). Mhd. äberkomen«in die Gewalt bekommenv. überläng, adj.: an Zahl darüber hinaus- gehend. Veraltet. Bei Luther 4. Mos. 3, 46. 48 uberleng. Dazu Uberlänge, n., 2. Mos. 26, 12. rüberlassen, v.: übriglassen. Nach Ade- lung im Hochd. in der edlen Schreibart ver- altet. Nordd. ganz gewöhnlich. Bei Luther 2. Mos. 12, 10. 2überlässen, v.: hingeben, anvertrauen. 1605 b. Hulsius. Nicht selt. wer- den die beiden Verba verwechselt. Uber- last, f.: drückendes Übermaß, zuviel Last. Veraltet. Mhd. ũberlast m. f.«zu große Last, Ubermafß, Gewalt, Beschwerdes. überläüstig, adj.: sehr lästig; zu sehr belastet(vom Schiff). Md. uberlestec. Zgs. mitlãstig. 1überlaufen, v.: über das gesetzte Ziel der Höhe laufen; zum Feinde übergehen, Mhd. iberloufen cüberwal- lenn usw. Davon UÜberläufer, m., mhd. Aber- loufer. 2überlaufen, v.: über etw. hinlaufen (Amos 8, 8);(auch übertr.) mich überläufts; zu oft u. zu viel kommen. Mhd. überloufen«kom- men über, durch Besuch belästigen, laufend überholen, durchlaufen, schnell überlesen usw. überlaut, adj.: viel zu laut. 1780 bei Adelung u. noch b. Weigand überläãut. Bei Luther z. B.