1095 überall
überfahren 1096
air. for«aufy, aw. upairi, aind. upaãri übery. Die Grundbedeutung ist wohl oben, so daß andres tiefer ist⸗, doch ist diese schon vorge- schichtlich erweitert.
überäll, adv.: an allen Orten. Mhd. tberal, ahd. ubar al, über mit dem Akk. Ntr. von all. — überantworten, v.: dem Besitz od. Ge- wahrsam eines andern anvertrauen. Spätmhd., Weist. 3, 416.— überaus, auch überäus, adv.: in ungewöhnlich hohem Grade. Spätmhd. äber ds. Schon mhd. Aber allein vor Adj. und Adv.«überaus».
Überbein, n.: harte Geschwulst an Hand., Fuß-, Kniegelenk. Nach der urspr. Bed. von Bein„Knocheno. Mhd. überbein m.— über- bieten, v.: mehr bieten als ein andrer(1780 b. Adelung); zu übertreffen suchen(im 19. Jh.).— überbleiben, v.: übrigbleiben. Nach Ade- lung nur im gemeinen Leben. Luther äberblieben(1. Mos. 42, 38) u. noch bei Goethe 33, 118, weil bleiben schon 2gs. ist; da- von Überbleibsel, n., 1678 bei Kramer, dann bei Gottsched, Lessing, von Dornblüth 74 be- kämpft.— Eperblick, m., 1801 bei Adelung, aber beanstandet, da dassclbe wie Ubersicht. — Eperbrettell, n.(J§), 1900 von F. v. Wol- zogen für sein Literatur-Variététheater aufge- pracht. Vgl. Ladendorf.
überdäs, adj.: noch dazu. Mhd. über daz, ahd. ε̈ᷣτν da, ags. ofer Pœt, d. h. die Präp. mit dem Akk. Jetzt veraltend, dafür meist über- dém, überdies, beide erst nhd.— über- dénken, v.: von Anfang bis Ende denkend betrachten. Mhd. überdenken auch«worüber weg denken, es vergessen»,(refl.)«die Besin- nung verlieren, sich irren».— Uberdruß, m ( drusses): dauernde Unlust durch zuviel. Mhd. üũberdrõ; f. S. verdrießen. 4BL. überdrüs- sig, adj., bei Luther 2. Kön. 10, 32.
überéck, bayr. auch überécks, adv.: krumm herum, von einer Ecke zur andern. Mhd. iberecke0n)«(zum Verschwinden) davon u. forty, die Präp. ũber mit dem Akk. Sg. von Ecke, u. später angefügtem adv.-s.— über- éilen, v.: überholen(bei Luther 2. Sam. 15, 14, Jes. 30, 16); zu sehr eilen(im 18. Jh.); dazu Überéilung, f. f., 1780 bei Adelung.— über- éin, adv.: durchaus einig, gleichmäßig. Mhd. iber ein, mndl. over ên, ndl. overén; die Prãp. über mit dem Akk. Ntr. des Zahlwortes ein; da- mit zgs. überéinkommen, v., 1561 b. Maaler, wovon Uberéinkunft, f., 1678 bei Kramer; überéinstimmen, v., bei Luther.— über- éSsen, refl., mhd. überezzen«zu viel esseny.
rüberfahren, v.(Prät. fahre über): über ein Wasser fahren. Mhd. ibervarn, ahd. ubar faran; dazu Uberfahrt, f., mhd. ibervart f. züber- fähren, v.(Präs. uberfahre): über etwas weg- fahren;(auch) übertreten(Jos. 7, 15). Mhd. abervarn«durch Fahren zuvorkommen,(durch Beweis usw.) überführen, übertreten», ahd. ubarfaran; dazu ags. overfaran.— Uberfall, m.: plötzliche Uberraschung. 1541 bei Frisius oppressio, superventus uberval. Anders mhd. äberval«über den Mantel fallender Kragenꝰ. überfällen, v.: unversehens über etwas oder einen herfallen. Mhd. ibervallen. überfällig, adj.: zur Zeit der Fälligkeit noch nicht einge- troffen(von Schiffen). In neurer Zeit.—über- fliegen, v.: über etw. hinfliegen; schnelldurch- lesen, überdenken. Mhd. ühervliegen«vorüber
fliegen, höher fliegen, übertreffen, überfallen?. Das Part. bei
— lüberfließen, v.(Präs. ießt über, aber nicht selten auch iberfließt, bei Wieland, Schil- ler, G. Keller, Part. ũbergeflossen, b. Klopstock über flossen): über den Rand eines Gefäßes usw. fließen; auch übertragen. Mhd. ũbervliezen, ahd. ubar fliozan. 2überfließen, v.: über etwas hinfließen, fließend bedecken. Jetzt veraltet, u. mit 1 vermischt.— überflügeln, v.:(militär.) sich über die Flügel des feindlichen Heeres aus- dehnen(1780 b. Adelung);(dann auch übertr.) übertreffen.— Uberfluß, m.: eine zu große Menge, ein Zuviel. Mhd. ierviuz m. das'ber- Hieſen,(in dieser Bed. auch noch bei Schiller), dann«die überströmend große Mengev. Bei Luther Amos 6, 4 auch in der Bed.«Luxusv». Davon überflüssig: unnötig, zwecklos. Luk. 6, 38 in der Bed.«überfließend», mhd. Öber- . vlizzeccüberfließend, strömend, überreichlichy. Wohl gebildet unter Einfluß von lat. superfluus. — überfrägen, v.: mehr fragen, als einer be- antworten kann, zu viel fragen. Alem. Von mhd. nberurye f. cüberflüssige, ungehörige Frage⸗.— 1überführen, v.: über etwas, an einen andern Ort bringen. Mhd. über viüeren, ahd. ubar fuaran(Diut. 1,526 b). überführen, v.: mit etwas bedecken(z. B. eine Straße mit Kies), in südd. Ma., bei Hebel; zu reichlich bringen(einen Markt mit Waren usw.), land- schaftlich, bei Wickram Rollw. 47, 18 Kz.; durch Beweisgründe etwas, bes. die Schuld des Ange- klagten, erbringen. Eig. wohl«an die Leiche des Erschlagnen hinüberführen», nach dem Volksglauben, daß die Wunden beim Hinzu- treten des Mörders neu zu bluten anfangen. 1537 bei Salat, vgl. Schweiz. Id. 1, 979. Anders 1482 im voc. theut. hh 6 b u. 72 uberfaren, be-


