1093 Typus
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Typus, m.(Gen. wie Nom., Pl. T’pen), auch Typ,(-els, Pl.-ſeln): Gepräge, Vorbild, Ur- bild, feste Norm, Charakter. 1703 b. Wächtler kopus«Vorbild. Davon typisch, adj.: vor- bildlich, mustergültig, regelmäßig. Ende des 18. Jhs. 1727 bei Sperander tpice.
Tyränn, m.(-en, Pl.-en): Gewaltherrscher, Zwingherr. Bei Luther Tyran, im 14. Jh. fℳ ranne m., aus gr.-at. firannus, gr. υoc m.
«Herr, Herrschery, dann Gewaltherrscher, Zwingherrs.— Tyrannei, f.(Pl.-en): Gewalt- herrschaft, Grausamkeit. Bei Luther Tyranney (1. Makk. 2, 30. 49; 10, 46), nach frz. tyrannie f. von lat. Iyrannus s. o. tyrännisch, adj., im 15. Jh. nach gr. Jat. fyrannicus. tyrannisie- Ten, v., im 16. Jh. bei H. Sachs Fab. 32, 113 aus glbd. frz. rranniser.
U
U, n.: Buchstabe. RA. einem ein X für ein machen, s. X.
übel, adj.: merklich unangenehm; unwohl. Mhd. äbel, ahd. ubil; dazu and. ubil, mndl. evel, afrs. evel, ags. fel, engl. evil, got. ubils«schlecht, böses, eig. der Gegensatz zu gut. Viell. verw. mit air. fel«schlecht aus upelo-(KZ. 36,274). Da- zu viell. noch ̈ꝓρpig. Andre Erklärungen Btr. 30, 317. Subst. Ubel, n.: das Böse, Schlechtigkeit, etwas Unangenehmes. Mhd. übeln., auch Abel(e) f.«Schlechtigkeit, Bosheity, ahd. ubil, ubili n., asächs. ⁵i¹ n., afrs. euel, ags.„fel n., got. ubiln. RA. voO Vj sein, nach Math. 5,37. 4BL. Ubel- keit, f.: Unwohisein. Bei Gellert Kranke Fraul. Spätmhd. übelheit Böswilligkeits. ZUS. Obel- stand, m.: Mißstand. 1642 bei Duez, 1583 bei Pischart?, 332, 49 Kz. Ubeltat, f., mhd. dbel- tät, ahd. ubiltät, ags. yfeldéòd f., davon Ubel- täter, m., mhd. Äbeltœter m.
üben, v.(eig.) treiben, ins Werk setzen(noch
in ausben, verüben); zur Erlangung von Fertig- keit wiederholen. Mhd. ieben«etwas treiben, ins Werksetzen, in beständigem Gebrauchhaben, verehren», ahd. ενan«Landbau treiben, etwas wiederholt zur Pflege treiben, verehren»; dazu asächs. Obian«feiern», ndl. oefenen«ausüben, besorgen?, entl. dän. öve, schwed. ö/α. Dazu noch ahd. a⁶a f.«Feiery, uονο m. Landbebauery. Ein alter Ausdruck des Landbauens. Verw. mit lat. opus n.«Arbeit, Beschäftigung, Handlung, Werk»(wozu auch wohl ops f.«Macht, Ver- mögenn), aind. ipas n.*Opferhandlung, ãpas n. «Werk, Handlung», dpnas n. Ertrag, Besita, Habe» u. a. Viell. gehört auch aind. vap- eSamen ausstreuen, hinwerfen» hierher. Vgl. noch Idg. Forsch. 17, 127; 18,208. 4 L. ÜUpung, f, mhd. Üebꝛunge f. cwiederholtes Pun u. Treiben, gottes- dienstliche Verehrungy, ahd. ²ᷣunga f. Bebau- ung des Landes, wiederholtes Tun, Gebrauch, gottesdienstliche Verehrung».
rüber, Raumadv.: in der Höhe, so daß andres tiefer ist; nach jenseits; mehr als sein soll(Ver- stärkt über u. über). Als letztes Wort in Zss. immer mit dem Ton, z. B. dar-, her-, hinlber, als erstes Glied in Zss. mit einer Partikel, Zahl- wort, Pronomen, Adverb unbetont, z. B. über- dus,-ll,-éin,-dies,-éch. In Zss. mit Verben handelt es sich darum, ob eine feste od. unfeste Zss. vorliegt. Erstre tragen den Ton auf dem Verbum ihersétzen, sind untrennbar(Prät. über- sétzte) u. können im Partizip nicht ge nehmen (Part. ibersétzt). Bei den unfesten Zss. ist es umgekehrt(ich setze über, Part. bergesetzt). Diese sind die Vorstufe der erstern, u. bei ihnen ist die Bed. meist ganz einfach abzuleiten(vgl. uber fahren, uberfließen, übergehen usw.); bei den andern dagegen haben wir es mit längrer Ent- wicklung u. gewandelter Bed. zu tun. Die von den mit üũber zgs. Verben abgeleiteten Subst. auf -er,-ung behalten die Betonung dieser Verba, sonst ruht in Zss. mit Subst. der Ton auf über. In ZSs. mit Subst., die nicht Verbalabstrakta sind, u. mit Adj. hat äber meist die Bed.«zu sehry. Diese Bildungsweisen nehmen in der letzten Zeit überhand. Im einzelnen ist die Entwick- lung der Bed. in Zss. noch vielfach unklar, sie ist zweifellos durch lat. super beeinflußt. über ist mhd. Aber, ahd. ubiri, daneben auch ubar, s. 2 her.
züber, Präp. 1. mit Dat.(auf die Frage wo?): in der Höhe in Vergleichung von—; die Ober- fäche einnehmend von—; jenseits vvon—. 2. mit dem Akk.(auf die Frage wohin?) in die Höhe zum Obensein in Bezug auf—; in der Höhe hin nach jenseits in Beziehung auf—;(bei Bestim- mung von Größe, Maß, Zahl, Zeit:) mehr als—; (bei Abstraktem:) betreffend. Mhd. ũber, ahd. ubar; dazu asächs. obar, ndl.-engl. over, afrs. ovir, ags. ofer, anord. gfir, schwed. õfver, dän. over. Verw. mit gr. urép, lat. super cüber»,
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