Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1091-1092
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1091 Tusech

Typograph 1092

turtur. Bei Luther Dorteltaube, mhd. turtel-, lürteltibe, ahd. tarltula)-, turtel-, turtilituüba; dazu mnd. fartel-, tortel-, larteldãve, ndl. tortel- duif f., 2gs. mit turtel, ahd. im 8. Jh. furturo, später tartulo, wie ags. furtur(e), turtle entl. aus glbd. lat. furtur m. Got. dafür hraiwadubo f., eig.«Leichentaubey. Ob dieses einfache ahd. taurtulo in mhd. furtel f., nhd. Turtel f.(b. Goethe Deutscher Parnaß 186 u. Turtelchen 2, 124, z98. Turtelabeibchen 1, 42 fortlebt, od. ob diese erst aus Turteltaube gebildet sind, ist zweifelhaft.

1 Tusch, m.(-es, Pl.-e): Musikbegleitung bei einem Hoch. Dusch machen bei J. M. Miller Siegwart 2, 340. Erst nach der Mitte des 18. Jhs. aus dem Südd., bayr. Tusch bei Schmeller. Von bayr. tuschen«schlagen, stoßen, mit dumpfem Klatschlautertönen, erschalleny. Wohl zu mhd. daz m.«Schall, Geräusch, diezen laut schallen, schmetterny.

²Tusch, m.(-es, Pl.-e): herausfordernde Be- leidigung. Stud. 1801 bei Campe touche stud. Beleidigungy. Aus frz. fouche f.((unsanfte) Berührung, Anstoß, Stoß. Dazu tuschieren, v.: herausfordernd beleidigen. 1703 b. Wächtler

cangreiffen, beleidigeny aus frz. foucher«an-

rühren, stoßenꝰ, s. d. folg.

1 Tusche, f.(Pl.-n):(chinesische) Schwärze. 1716 bei Ludwig T. oder Tuschfarbe. Von tuschen, v. mit Tuschemalen. 1618 b. Schöns- leder. Aus frz. toucher«xDruckerfarbe auftragen, Farbe auftragenv, eig.«berühren, wahrscheinl. entl. aus germ.*tεαρμοmν, jetzt 2ucken.

²Tusche, f.: Art, den Charakter der Figuren in einem Gemälde hervorzuheben. Bei Goethe 29, 168. Aus glbd. frz. touche f. zu toucher(s. o.).

tuscheln, v.: heimlich flüstern. Zu einer Interj. tusch, die zum Stillsein mahnt. ituschen, v., s. Tusche. tuschen, v.: zum Stillsein, Geheimsein unterdrücken. Bei Goethe 19, 191; 26, 70 tüschen. Schon mhd. tuschen «sich verborgen halteny.

tuschieren, s. ²usch.

Tusnelda, s. Thusnelda.

Tüte, Tute, früher auch Düte, f.(Pl.-n): trichterförmig gerolltes Papier. Aus nd. fẽkte, lüte f., eig.«Blashorny, dann«Horn-, Trichter- förmiges»; dazu ndl. fuit f.«Röhren, schwed. mundartl. kut m.«hohle Röhrey. Verw. mit lit. dũda f.«Blashorn, Sackpfeifey. Hd. schon 1540 bei Alberus yy 1 dott«cucullus⸗, 1616 b. Henisch dutte, 1663 bei Schottel Tüte, Düte. Neben- formen sind Daute(mrhein. bei Dief.-Wülcker von 1588), Deute(Goethe Herm. 7, 203), Teute (Weise Erzn. 170), Diete(Weiße Lustsp. 3, 281).

Aus dem Näd., vgl. Zotte. Dazu tuten, v.: auf einem Horn tönend blasen. 1678 b. Kramer lütten, 1716 bei Ludwig tüten, teuten«ins Horn stoßen od. blasen». Md. tiuten(in erliuten cer- schallen), im 15. 16. Jh. füten«schallen, schal- len machen, blasen; dazu md. tüthorn n. Verw. mit lit. dũdüoti, dditi«auf dem Hirtenhorn

tütschen, s. litschen.[blasen.

Tüttel, m., öst. auch n.(-s, Pl. wie Sg.): Punkt; Tintenklecks. Bei Luther Math. 5, 18, Luk. 16, 17 fütel m. Mhd. tätel m.«Punkty. Von Tutte f.(Pl.-n): Brustwarze; weibliche Brust. Mhd. nutt)e m. f., ahd. tut t)a f., älter tut t)o m. Wohl ein Wort der Kindersprache. 4L. Tüttelchen, u., vielfach Titelchen geschrieben. Mnd. tüttelin, ahd. futtili n.

tutteln, v.: kleinlich u. dadurch erfolglos etw. tun. Wetterau. duddele, dudden; preuß. tul- tern«liebkosen, ängstlich besorgt Kinder pfle- geny(dies wohl von Tutte«Brustwarze»), aber westfäl. fuoteln«xundeutlich sprechen, schwät- zenꝰ, u. schon 1477 clev. tottelen«stammelny.

twatsch, adj.: dumm, albern. Bei H. v. Kleist Zerbr. Krug V. 1238, 1778 bei Hermes 5, 199. Preuß. daatsch. Nebenform zu quatsch von quatschen.

Twenter, m. n.(s, Pl. wie Sg.): zweijäh- riges Pferd. Nordd. 1810 bei Campe. Zgs. aus kboõẽõ= zubei u. Winter. Schon mnd. tointer «ᷣzweijährig», von Rindern od. Pferden.

Twiete, f.(Pl.-/): enges Zwischengäßchen. Ndd., bei Heine, Storm. Waldecksch kaοte. 1716 bei Ludwig, 1638 bei Comenius Sprachen- tur§ 617. Mnd. twite f. Herkunft dunkel.

Twing, m.: Zwinghaus, von Schiller Tell 1, 3; 2, 2 aus den Quellen übernommen. Mhd. kawinc m.«was zwingt, Gerichtsbarkeit,-bezirk'. Von taoingen, der ältern Form von zoingen.

Typ, s. Thpus.

Type, f.(Pl.-n): gegoßner Druckbuchstabe, Letter;(Stud.) Photographie(in neurer Zeit). Uber glbd. frz. tẽpe aus lat. tipus, gr. rre m. Schlagyvon romreiv«schlagen». 1801 b. Campe der Pl. Typen, 1728 bei Sperander Sg. Tpas. 4BL. typen, v.:(stud.) photographieren.

Typhus, m.(Gen. wie Sg.): bösartiges Nervenfieber. Von gr. röqoc m. Rauch, Dunst, Benommenheit, Besinnungslosigkeity. Die Be- nennung wohl erst im 19. Jh.

typisch, s. Tiꝓpus.

Typograph, m.(0en, Pl.-en): Buchdrucker. Aus glbd. frz. flροgraphe m., zgs. aus gr. runoc, s. Tpeu. einer Ableitung von rpd†eiv. 1801 bei

Campe; 1727 bei Sperander Thpographus.