1089 Turbot
Turteltaube 1090
Aus glbd. frz. kurbine f. von lat. furbo m.«Wir- bel, Rad.
Turbot, m.(-s, Pl.-s): Meerfisch pleuro- nectes. 1617 bei Hulsius Schiff. 14, 29 Turbut. Aus glbd. frz. furbot m., dunkler Herkunft.
turbulént, adj.: sehr unruhig, stürmisch (Vvon Versammlungen). Das glbd. frz. furbulent von lat. furbulentus«unruhigs.
Turf, m.(Jels): Rennbahn, das Ganze des Wettrennens. Aus engl. furf, eig.«Rasen», verw. mit Torf(s. d.). In neurer Zeit.
Türke, m.(-n, Pl.-n): Völkername. Mhd.- md. turk(e) aus ital. Turco von türk. Turk. Tür- kei, f., mhd. Türkie aus frz. Turquie, ital. Tur- chia f. türkisch, adj., mhd. türks, türkisch von Türke.— Türkis, m.(ses, Pl.-Se): blau- grüner Edelstein. Bei Luther Türc)kis, mhd.- md. turggzs, turkis, turkoys aus glbd. ital. tur- chẽése, frz. turquoise, eig.«der Türkische», weil er zunächst aus der Türkei kam.
Turkel, m.(*s): unverdientes Glück. Stud. Nebenform zu ² Torkel.
Turm, m.(-Lels, Pl. Türme): eigentüm- liches hochragendes Bauwerk. Bei Luther thurn, 1540 bei Alberus dict. I(h)arn, torn, Pl. thürn, u. diese Form furn(mhd. turn, andfrk.- mnd. furn u. davon nd. türner«Türmer», ndl. koren) findet sich nhd. bis ins 18. Jh., bei Castelli (1700), Duezu. Kramer Tharn, bei letzterm auch Thürner, bei Opitz 1, 279, Pleming 317 kurn, beim j. Goethe 3, 151,(Egmont)8, 199, 6 Lesart.,(Lila) 12, 364 Lesart. Thurn. Die Form Turm kommt allerdings auch schon mhd. vor(Lamprechts Alex. 4183), beruht aber auf einem UÜbergang von n zu m im Auslaut. Ahd. furri, turraf., ags. tor(r), engl. fower stammen aus glbd. lat. ferris f., während turn wohl aus einem afrz.*torn(vor- auszusetzen wegen der Abl. fournelle«Türm- chen») um 1000 entl. ist. Vgl. Zschr. f. roman. Phil. 18, 280. Abg. trémi m.«Turm» stammt aus gr. répeuhvovn.«Gebäudes. 4B L.türmen, V.: zum Turm aufrichten; in den Turm stecken (mhd. fürnen, turnen, noch bei Keller Ges. W. 4, 197). 1440 kurmen, md. im 15. Jh. formen mit einem Turm versehen», 1700 b. Castelli thürnen. Türmer, m., noch bayr.-schwäb. färner, kurner, mhd. furnœr m., mhd.-md. furner, kürner. ZU8. Turmeule, f.: Schleiereule strix flammea, mhd. furniulef.(Minnes. 3, 261 b). Turmfalke, m.: der Falke falco tinnunculus. 1780 b. Popo- witsch Versuch 603 f. Turmschwalbe, f.: die Schwalbe cypselus apus. 1746 bei Döbel Eröffn. Jägerpr. 65.
Turmel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schwindel,
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Taumel, leichter Rausch. Noch obd.-pfälz.- obhess.-westerw. Im 15. Jh. fürmel, kurmel. Dunkler Herkunft. 4 L. turmeln, v.: tau- meln. In denselben Ma., mhd. fürmeln, turmeln, in der Zimm. Chr. ² 3, 578, 1 drumeln.
turnen, v.: Leibesübungen treiben. 1811 von Jahn gebildet nach dem bei Moscherosch Phil.(1650) 2, 416 vorkommenden u. fälschlich als Grundwort von Turnier angesehnen Turner «junger Soldat, ein Tummelhaffter Wacker Kerly, ein frischer Junger Geselb». Vgl. Jahrb. d. Deutschen Turnkunst 1893, Heft 7, 8. Alle Abl. u. Zss. sind erst seit dieser Zeit gebildet.
Turnier, n.(s, Pl.-e): ritterliches Kampf- spiel; Wettkampf. 1716 bei Ludwig M. u. Ntr. Spätmhd. turni(e)r, durnir, fürnier, tornir m. Von turnieren, v., mhd. tarnieren, durnieren, md. durnéren«mit dem Rosse wenden», dann «im ritterlichen Kampfspiel käümpfen», aus frz. kournoxHer«sich(wiederholt) im Kreise dreher.
Turnip, m.(-S, Pl.-s): weiße Rübe, Runkel- rübe. Aus glbd. engl. kurnip.
Turnüre(öst.), Tournüre(bayr.), f.(Pl. =n): gewandtes Benehmen; Polster, Wulst. Aus glbd. frz. fournure f., aus vulgärlat. tornatura f. Drehung». Ind. Bed.« Wendung» 1801 b. CLampe.
Turnus, m.(Gen. u. Pl. wie Sg.): wechseln- de Leistung u. dgl., Reihenfolge, Umlauf. 1727 bei Sperander«im römischen Kirchenrecht die Ordnung in der Reihenfolge bei Verleihung einer Pfründe». Aus mlat. turnus m. in dieser Bed. von gr.-Jat. kornus, gr. répvoc m. Dreh- oisen, Drechseleisen, Grabstichel», eig. im Griech. aber«eine Art Schnürzirkel zum Ziehen einer Kreisliniey u. dann diese selbst. Daraus auch frz. tour, vgl. Tour.
türren, v.(Präs. tar, Pl. fturren, Prät. furste, torste, Konj. türste, törste): sich getrauen, wagen. Veraltet. Bei Luther ich er thar(3. Mos. 27, 11, Hiob 10, 15, Esth. 1, 19), da tharst(Jer. 2, 23; 26, 9; Matth. 7, 4), sie thüren(Jud. 14, 11), Prät. thurste(Joh. 21, 12, Klagel. Jer. 4, 18, Jud. 14, 9). Nach Luthers Tode wurde, weil kürren erlo- schen, in darf geündert. Mhd. furren(Präs. kar, tarst, Pl. turren, torren, Prät. torste, Konj. kürste, törste), türren, ahd. giturran; dazu asächs. gidurran, ags. durran, engl. dare, got. gadaur san (Präs. gadars, Pl. gadaursum, Prät. gadaursta) wageny, ein Präteritopräs. Verw. mit gr. 9ap- peiv«mutig seins, Opacoc«kühn», aind. dhärgati wagty, aw. daras-«wagen', lit. dristi«wagen». 43L. türstig, adj.: mutig. Bei Luther Phil. 1, 14, mhd. türstic, tarstic.
Turteltaube, f.: die Taubenart columba
69


