Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
503-504
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503 Quartett

queck 504

Auslage im Fechten u. der in dieser geführte Hieb(1697 im Schelmuffsky 121). Aus lat. quarta, dem F. von quartus æder vierten.

Quartétt, n.(Ts, Pl.-e): vierstimmiges Ton- stück. Im 18. Jh. aus glbd. ital. quartetto m., von lat. quartus«der vierten.

1Quartier, n.(-S, Pl.-e): Stadtviertel (1525 b. Baumann Quellen z. Gesch. d. Bauern- kriegs 1, 421); Standlager, Einlager der Sol- daten(im 16. Jh. bei Fronsperger 1, 43 b usw., Liliencron 4, 555 von 1552), eig. das in Viertel geteilte Heerlager; Wohnung(1716 b. Ludwig). Mhd. quartier n.«Viertel» aus dem alle diese Bed. umfassenden fra. quartier m., von lat. quartãrius m.«Viertel eines Maßes» usw., zu lat. guartas«der Vierte». RA. Jem. Q. geben, ihm(Einlager, Aufnahme u. so) das Leben schenken, nach frz. donner quartier, 1639 bei Micrälius Pommern 2, 176. Einem die Quar- tier aufschlagen, ihn überfallend aufbrechen machen(Schiller Picc. 4, 6). ZUS. Quartier- meister, m., im 16. Jh. b. Fronsperger Kriegs- buch 1, 642 f.

2Quartier, n.(-v, Pl.-e): Fersenleder des Schuhes; Quersaum. 1711 bei Rädlein. Aus frz. gartier m.«Fersenleder», entl. aus nd. guarder, quadder«xQuersaumꝰ, md. im 15. Jh. guerder(s. Käõder).

Quarz, m.(-es, Pl.-e): helle durchsichtige Kieselsteinart. Mhd.(14. Jh.) quarz m.(Pl. querze, bis ins 18. Jh.), daraus entl. glbd. ndl.- dän. Kꝛoarts, engl.- franz. quartz, ital. quarzo m. Viell. zu Zwerg, mhd. twerc, Nebenform querk mit ähnlicher Bedeutungsentwicklung wie bei Nickcel u. Kobalt. Vgl. norw. dvergsmide, dverg- stein«Kristall). 4.BL. quarzicht, quarzig, adj., 1741 bei Frisch quarzig.

Quas, m.(- s, Pl.-e): Gasterei, Schlemmerei. Mhd.(md.) qudz, mnd. guds m., noch in Ober- sachsen Cuas m. Pfingstbier mit festlichem Tanz», entl. aus dem Slaw., sorb. kwas m. csaurer Trunk, Schmaus, Hochzeito, russ. kvas m.«säuerliches bierartiges Getränky. 4 BL. quasen, v. schlemmen, spätmhd. quäzen, mnd. guãsen, quassen, quatzen.

quasi: gleichsam, in Zss. Quasivertrag usw., im 18. Jh. aus lat. qucst adv.«wie wenn».

quasseln(spr. quäã-zeln), v.: unvernünftig sprechen od. handeln. 1809 b. Campe. Nd. u. md., Iterativ zu nd. guasen«plaudern, schwatzen? (1768 im Brem. Wb.), das wohl zu ahd. quedan, asächs. quepan, quedan, afrs. quetha, queda, ags. cwedan(engl. quoth«sagtes), anord. Kvedda, schwed. quäda«sagen, dän. Kwäcle«singen,

got. qipan«sagen» gehört. Vielleicht urverw. mit lat. vetãre«verbieten. Vgl. aber Walde.

Quassia, f.: Bitterholz od. rinde. 1791 bei Roth, von einem Baum in Surinam, der an- geblich von einem Neger namens Coassi ent- deckt und nach ihm benannt wurde.

Quast, m.(-es, Pl.-e, bayr. Qudste), besser Quaste, f.(Pl.-n): Büschel von einfachen od. zusammengedrehten Faden, Troddel(1656 bei Olearius pers. Reisebeschr. 4, 4 Guast m., 1715 b. Amaranthes Quaste f.). Mhd. quast m. (öst. im 14. Jh.), meistens queste m. f.(auch caste, koste)«ẽweig-, Laub-, Blätterbüschel, Federbüschel als Helmschmuck, die Scham bedeckende Blätterschürze, Badeschürze», ahd. gquesta f.«d. Scham verhüllende Laubschürze»; dazu and. quest m., mnd. quest, quast m.«½weig- büschel, Laubschürze beim Baden», ndl. keast f.«Weichwedel, Bürste?, dän. kost«Reisbesen, Laubbüscheb, schwed. quast m. Besen, W9edel, anord. kwistr m.«Eweig». Viell. urverw. mit, abg. gbozædi m.«Waldꝰ, oder mit gr. Bõcrpuxoc m. Geringel, gekräuseltes Haar, Laub der Bäumey. Entl. sind abg.-russ. kusth Staude, Strauchy, abg. chvostä, tschech.-Poln. chaoost Haarbüschel, Schweif, Schwanz», tschech. ky'st«Büschel, Pinsel, Quastey.

Quatémber, m.(-*, Pl. wie Sg.): die nach alter päpstlicher Anordnung zur Weihe der Priester bestimmten vier Wochen, in denen nebst Freitag u. Sonnabend auch der Mittwoch strenggebotner Fasttag war; jeder einzelne dieser vier vierteljährlichen Fastenmittwoche, der Vierteljahrstag, das Vierteljahr. 1482 guatemper, kottemper, 1414 quattempere, 1425 gquatertempere, mhd. im 14. Jh. kotember, u- temper, kottemmer, aus mlat. quatuor tempora cdie vier Zeiten⸗ als Benennung jener vier Wochen.

Quatsch, m.(¹es, ohne Pl.): dummes Gerede. Von quatschen, v.: den Laut quatsch hervor- bringen oder von sich geben, lauten wie ein Schlag od. Tritt in Nässe; albernes Zeug reden. 1557 bei Waldis Esopus 4, 54, 26 qwatschen. Gleichen Stammes wie quetschen(s. d.).

Quebbe, f.(Pl.-/): beim Tritte zitternder Moor- oder durch versteckte Quellen aufge- schwemmter Grund. 1809 bei Campe. Ndd. Dazu mnd. gequebbe, quobbe, quebbete«sumpf?. Gleichen Stammes wie quabbeln(s. d.). 4 L. quebbicht, quebbig, adj., b. Arndt guebbigt.

queck, adj.(veraltet): lebendig, lebens- frisch, munter, sehr regsam. Mhd. quec, Kec (G. Keckc), koch clebendig, frisch, munter, mutigy,