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ahd. quec, queh; dazu asächs.-nnd. afrs. quik, ndl. kawic, ags. cuicu, cucu, engl. quick, anord. kvikr, got. gius«lebendig, frisch, entl. dän. kvil. Urverw. mit lat. viuus«lebendig, leb- haft, frisch», vivere«leben», gr. Bioc u. ßioroc m. Leben, Lebensunterhaltꝰ, air. biu, beo cle- bendig», lit. givas, abg. Zivä clebendig», alban. ngé«Krafty, arm. keam clebe», aind. Jivãmi ich lebes, Nvs clebendigy, apers. va debend. Das k scheint im Germ. sekundär entwickelt zu sein, oder es ist ein k-Suffix, vgl. lat. vixi. Vgl. erquicken. ZUS. Queckbrunnen, m:: Quelle, mhd. quec-, Keckbrunne, ahd. quec- brunno, kecprunno m., nd. quickborn. Queck- silber, n.: das Metall argentum vivum, eig. cdas immer lebendige bewegliche Silber, mhd. gquec-, Kec-, Kök-, kochsilber, ahd. guecsilabar, quechsilbar n.; dazu ndl. Kavikzilver, ags. czwic- seolfor n., engl. guicksilver, eine Nachahmung des lat. argentum vivam n., woher ital. argento vivo, frz. vif-argent m.
Quecke, f.(Pl.-/): Weizengras, triticum repens. Anfang des 15. Jh. bei Diefenbach nov. gl. 3842 der Pl. quecken; dazu 1477 clev. qwecke f., mnd. quelcen, nndl. Kaoeek-gras n., ags. cawice f., engl. quitch-grass, norw. kuelce, schwed. guicka, dän. kwix(gräs) u. a. Ein in Wurzeln u. Ranken sich schnell ausbreitendes, schwer ausrottbares Unkraut, das als bes. queck(s. d.)«lebendig» angesehen wird. Fick vergleicht gr. zuviov n.«Unkrauts».
Queder, m.(—*s, Pl. wie Sg.), auch f.(Pl.-n): Bund an Hemdsärmeln u. dgl.; dazu nd. quad- der, quarder, and. querdhar«Dochty, mnd. querder«Queder, Randeinfassung». Wohl gleich 1Kõder. Vgl. DW. 5, 1571.
Quehle, f.(Pl.-n): ein langes schmales viereckiges leinenes Tuch, Hand-, Tischtuch usw. 1565 bei Barth Weiberspiegel C 5 b Quele. Mit qu aus tzo aus mhd. twehele, dawehele, ahd. dawahill(7)a, dawehil)a, twahila f.«Tuch zum Waschen u. Abtrocknen, Handtuch»(s. zwagen), woher entlehnt ital. tovaglia, span. foalla, frz. kouaille f. Handtuchy.
Quell, m.(Jels, Pl. im 16. Jh.-e) u. Quelle, f.(Pl.-n): aus der Erde springendes Wasser; Ursprungsort(im 18. Jh. bei Wieland usw. Quelle f.). In urspr. Bed. im 15. Jh. Wasser- qwel m.(Diefenb. gl. 5175b), im 17. Jh. b. Opitz u. Fleming auch Quell n.; das durch Luther eingebürgerte F. 1440 md. quoelle(Diefenbach gl. 320 b), ahd.-and. quella f. Anord. kelda f. Quelle», entl. abg. Kladgzl«Quelley, gehört wahrscheinlich nicht hierher, sondern zu kalt,
vgl. Karsten Btr. 21, Zupitza 81. Die ehedem geläufigen hd. Wörter sind Brunne, Spring, Urspring. Von 1quellen, v.(Präs. quelle, quillst, quillt, Prät. quoll, älternhd. guall, Plur. quollen, Konj. quölle, Part. geguollen, Imp. quill, Perf. ist gequollen): wallend zum Dasein her- vorkommen, zuerst vom Wasser;(dann) ein- saugend sich ausdehnen;(bildl.) den Ursprung haben(bei Luther 4, 5292 J.). Mhd. quellen (Präs. quille, Prät. qual, Pl. guullen, Part. ge- quollen) in den beiden ersten Bed., ahd. quellan in der 1. Bed.(vgl. quillen). Dazu das Fakt. 2 quellen, v.(Präs. quellst, quellt, Prät. quellte, Part. geguellt): aufschwellen machen, absieden. 1522 b. Pauli Schimpf 105. Wohl urverw. mit gr. BXeiv«werfen», BXbeiv chervorquellen», aind. galati«träufelt, fällt herab», in denen eine Wz. steckt, die mit der unter gudlen be- handelten lautlich zusammenfällt u. vielleicht urspr. eins ist. 43L. quellig, adj.: Quellen habend, 1691 bei Stieler quellicht, mhd. guellic cals Quell fließend.
Quendel, m.(-*, Pl. wie Sg.): die Pflanze thymus, wilder Thymian(s. d.). Aus glbd. mhd. gue n)nel, quendel f., auch kun(d)el, früh- mhd. chonele, ahd. quenala, chenula, konala f. (andre Formen s. Zfd W. 3, 271); dazu and. quenela f., ndl. endel, ags. cunelle f. Viell. aus lat. cunæela, cunila, conela f., gr. ovên f.«eine Art Majoran», doch bleiben dabei Schwierig- keiten. Vgl. Zfd W. 3, 271
quengeln, v.: kleinlich unzufrieden un- aufhörlich anders wollen als andre; weinerlich tun. 1777 bei Adelung u. 1778 bei Hermes Soph. Reise 6, 123 guengeln, b. Goethe qudngeln. Iterativbild. zu schles. guengen, mhd. tæwengen «drücken, zwängen(s. d.), bedrängen», mit Qu aus kw. In der 2. Bed. entsprechend obd. quenkcen, quenkeln, ndl. quinkeln«weinen?. 4BL. Quengeléi, f., 1809 bei Campe.
Quent, n.(els, Pl.-e), üblicher Quent- chen, Quentlein, n.: ½¼ Lot. 1731 b. Zinck öcon. Lex. Quentgen, 1663 bei Schottel Quent- lein, 1712 bei Hübner Quentin, Cuintlein(noch bayr. Quintlein), 1571 bei Rot QOuintl, spätmhd. im 15. Jh. guentön, quintin u. quint on) n., im 14. Jh. quintein, mhd. quinti n., clev. 1477 qwentijn n., mnd. quentin, quintin n.«der vierte (urspr. wohl der fünfte) Teil eines Lotes, aus mlat. quintinus, quentinus m. das Fünftel», von lat. quintus«der fünftey. Im 16. Jh. auch Quintet(Mathes.), Cuintat(Aventin 4, 402, 13)n.
quer, adj.: in die Breite gekehrt, eine Längs- richtung kreuzend. Bei Luther quehr, md. u.


