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els. im 14. Jh. quer, mit Übergang von tao in qu aus mhd. twer«umgedreht in die Breite, zwischenein befindlich», aus mhd. tæwerch, spät- mhd. querch, s. zawe᷑rch(vgl. Quirl). 4B L. Quere, f., bei Luther Quehr, Queer, mhd. twer(e), ahd. tewerd f.(Graff 5, 279). queren, V., 1691 bei Stieler. ZUS. Querbalken, m., 1663 bei Schottel(1644 bei Duez Zwerchbälck- lein). querfeldein, adv., 1656 bei Olearius pers. Reisebeschr. 6, 21, ein Akk.(guer feld 1753 b. Hederich) mit nachfolgenden Adv. des Ortes, wie kewähr feld über(1645 b. Zesen), aber über quere Felde Uhland Volksl. 646(16. Jh.), über guergfeld einher Luther 1, 295 b Eisl. Quer- flöte, f., 1517 b. Trochus C4². Quergasse, f., 1716 b. Ludwig. Querkopf, m., b. Lessing Nathan 5, 3. Querlinie, f., 1678 bei Krämer Querlini f. Querpfeife, f., 1593 bei Heinr. Julius v. Braunschweig 164 Tittm. Quersack, m.: doppelter Reisesack, Schultersack, 1691 b. Stieler. Querschnitt, m., 1716 b. Ludwig. Querstrich, m., 1678 bei Krämer. Quer- treiber, m.: der andre in verkehrte Richtung, in Verlegenheit versetzt, 1743 bei Richey nd. davarsdrgver, eig.«ein Schiffender, der sein Fahrzeug nicht recht regieret u. also über- zwerch treibet od. andern in die Quere kommta, (übertragen)«ein verkehrter Mensch, der aus Dummheit oder Eigensinn sich selbst u. andre behinderts; davon Quertreiberéi, f., im 19. Jh. Querweg, m., 1691 bei Stieler. Querulänt, m.(ren, Pl.-en): Klagsüch- tiger, Unverträglicher, Quengeler. Von einem glbd. nlat. querulans, das unter Einfiuß von frz. querelle f.«Klagey gebildet ist. 1801 b. Campe. Quese, f.(Pl.-n): blutunterlaufne Haut- quetschung, Blutbläs-chen(mnd. Qα⁴εe f.); der Blasen-, Drehwurm, der im Gehirn der Schafe die Drehkrankheit erzeugt(1835 bei Oken 5, 545 Quese, mnd. quaseworm). Nordd. Wohl zu quetschen. 43L. quesig, adj.: voller Schrullen. Nordd. ZUS. Quesenkopf, m.: an der Drehkrankheit leidendes Schaf(1838 bei Weber öcon. Lex.), übertragen«Querkopf, Drehkopf»(1782 bei Miller Siegfr. v. Linden- berg 4, 248). ſs. quetschen. Quetsche, s. Zwetsche. 2Quetsche, quetschen, v.: bis zum Weichwerden u. teilweise bis zur Auflösung des Zusammen- hanges zusammendrücken. Mhd.-md. quetzen, quetschen«schlagen, prägen, stoßen, zerdrücken, verwunder'y, b. Luther Richter 5, 26 2uuiteschen czerquetschen⸗; dazu ndrhein. im Karlmeinet queschen, mnd. quetsen, quessen, quetten«quet-
schen, beschädigen», u. das Iterativ guatteren zu guetteren 1482 im Voc. theut. aa 3³, mnd. guatteren, queteren(Diefenb. nov. gl. 311 ²). Wood Idg. Forsch. Anz. 15, 107 vergleicht lit. genda(Inf. gesti)«gehe entzwei, werde schad- haft». 4L. Quetsche, f.: Presse, Klemme, 1682 bei J. Böhme von der Menschwerdung Christi 99, md. im 15. Jh. quetcze f.(Schröers Voc. 29 ²)«Kelter-, Preßbaumꝰ(Nasenguetsche «Sarg mit flachem Deckel», 1809 bei Campe). Quetscher, m., mhd. quetzær m.«Münzprägery. Cuetschung, f., md. im 14. Jh. quetzunge, quetschunge, 1477 clev. qwetzunge f.
Queue(spr. k5), n.(s, Pl.-s): Billardstock; f.(Pl.-s): Ende; Nachtrab eines Heeres. Aus glbd. frz. queue f. von lat. cauda f.«Schwanzy. 1801 bei Campe.
Quickborn, m.: Quell-, Jungbrunnen, s. Queckbrunnen. Quickbrei, m.: durch Queck- silber aufgelöstes Metall als Brei, Amalgam. Zgs. mit nd. guick m. Quecksilber»(s. d.), ebenso Quickmühle, f. Mühle von gegoßnem Eisen, zur Ausscheidung des Silbers aus seinem Erze durch Amalgamierung mit Quecksilber, 1777 bei Adelung. Quicksand, m.: Trieb-, Flugsand, 1777 b. Adelung, ndsächs.(s. ueck).
quieken, v.: eine durchdringende feine hohe Stimme hören lassen. 1565 bei Barth Weiberspiegel B 3° guicken(ebenso b. Schottel u. Krämer), 1691 bei Stieler quiekxen, auch von Fröschen(Rollenhagen Froschm. 3, 3, 3; Goethe 8, 141); dazu das nd. bes. vom Ferkel gebrauchte guilen(1522 b. Liliencron 3, 309 b). Lautmalend wie qualcen(s. d.).
quieksen, v., wie quieken. 1666 bei Co- menius Sprachenthür§ 313 quixen, gekürzt aus guichetzen(1687 b. Hohberg 2, 838 b), noch bayr. guichezen, öst. guikitzen, quikatzen«wit- schern, einen hellen zwitschernden, überhaupt feinren scharfen Laut von sich geben». Inten- sivum zu quiekcen.
quienen, v.: kränkeln, nichtrecht gedeihen. 1691 bei Stieler. Aus glbd. nd.-mnd. qulnen; dazu mhd. verqunnen dahinschwindeny, mir als verquiemen geläufig, ags. cwinan chin- schwinden». Dazu aind. Jincti calterty. Vgl. Zupitza 88 u. KZ. 37, 307.
quieren, v.: nach der Quere(des Ackers) pflügen, eggen, hacken. In Meißen usw., 1731 bei Zinck öcon. Lex. Von quer(s. d.).
quieszieren, quies-zieren(schweiz.- öst.): v., in den Ruhestand versetzen. 1717 b. Nehring in d. Bed.«xruhenꝰ, aus lat. quiéscere cruhen, ruhen lasseny, von lat. qules f.«Ruhe».


