Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
509-510
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509 quietschen

quittieren 510

quietschen, v.: einen feinen widerwärtig schneidenden Ton von sich geben oder hören lassen. 1663 b. Schottel quitzschen cfein tönen wie eine geschwungne Gerte», 1734 bei Stein- bach quitschen«piepen, zwitschern», ursprüng- licher öst. quitzen, hervorgegangen aus quilczen (8. quielesen), wie blitzen aus blikzen.

quillen, v., Nebenform von ¹uellen(s. d.), bei Goethe, Wieland usw., 1652 bei Rist himl. Lieder 3, 177.

Quinger, m.(-v, Pl. wie Sg.): Vor-, Außen- werk, Zwinger(s. d.). Bei Luther Klagel. Jer. 2,8. Von(schles. usw.) guingen, mhd. im 14. Jh. gquingen, durch UÜbergang von taw in qu aus mhd. fringen zwingen»(s. d.).

quinkelieren, v.: fein singen, trillern, zwitschern; hoch u. gekünstelt singen oder spielen; vor sich hinsingen, mit der Stimme nicht heraus wollen. In der 1. u. 2. Bed. 1625 im Eselkönig 222 quinguelliren, im Simpl. 2, 20, 18 Klr. guickeliren(Var. quinteliren), nd. in allen Bed. guinkeleeren, guingueleeren; aus guinteliren, mhd. quintieren, mnd. quintéren cin Quinten singens, dann«überhaupt singen oder spielen», von mlat. quintare(woher frz. guinter), von lat. quinta f.(s. Quinta).

Quinta, f.(Pl.-en): die fünfte Klasse der höhern Schulen. Von lat. quinta, s. u. Davon Quintâner, m. Quinte, f.(Pl.-n): fünfter Ton vom Grundton(mhd. uintſe] f.); feinste (urspr. die fünfte) Saite der Geige(1678 bei Krämer, auf der Laute 1664 bei Duez, quint- sait 1429 b. Diefenb. nov. gl. 173 b); fünfte Stoß- art beim Fechten(1697 im Schelmuffsky 26), daher der Pl. Quinten«Fechterstreiche, Finten, Ränkes(1581 bei Fischart Bienk. 120 4). Aus lat. guinta f., dem F. von quintus«der fünften.

Quintessénz, f.(Pl.-en): Kraft-, Kern- auszug, Fünftelsaft(s. d.). 1626 bei Zinegref Apophth. 1, 93 die quint essentz, im Register Quintessentz, 1615 b. Albertinus Landstörtzer 393 Gen. der guinten essentz. Aus mlat. quinta essentia f.«der feinste Luftstoff, die Himmels- luft, der Ather, als fünfter Urstoff od. fünftes Element, dann hiernach der von dem Che- miker(Alchymisten) aus einem Körper aus- gezogne feinste, reinste geistige Stoff⸗, von lat. quinta«die fünftey, essentia f.«Wesen einer Sachey.

Quintétt, n.(s, Pl.-e): fünfstimmiges Ton- stück. Im 18. Jh. aus glbd. ital. guintetto m., von lat. guintus«der fünfte.

Quirl, m.(‧s, Pl.-e): Rührstab, ein zwischen den flachen Händen gedrehtes Stäbchen mit

Zweiglein unten; Jahresschoß am Nadelholze (1731 b. Zinck öcon. Lex.); den Stengel, Zweig umstehender Blüten-, Blatt-, Zweigleinkranz (1791 bei Roth). In der 1. Bed. 1470 md. guirrel m., daneben im 15. Jh. querel b. Diefenb. gl. 410 b, 1673 bei Weise Erzn. 82 Qverl, bei Lessing 1, 115, Adelung, Voß u. Rückert Querl, mit eingeschobnem d zwischen u. 1 1664 bei Duez Quirdel m.(schles. 1780 bei Popowitsch), 1734 bei Steinbach Querdel. Mit Ubergang von taw in gu aus glbd. mhd. fir(e)l, daneben vawirgel(woraus quergel im Voc. 1482 aa 32, schles. 1780 b. Popowitsch Quirgel), ahd. thewiril m.; dazu and. Puara f.«Quirl. Zu mhd. kawern, ahd. daveran«drehen, rührens(s. zwerch). Ur- verwandt gr. ropvn f., lat. trua f.«Rühr- löffely. Vgl. aber Walde. 43L. quirlen, v., im 18. Jh., 1734 bei Steinbach querdeln. quirren, v.: scharf hochzitternd tönen (H. Heine 1, 53 E.). 1563 b. Kirchhoff Wend- unmuth 2, 553 Ost., meist im 15. bis 17. Jh. kirren, im Ablautsverhältnis zu guarren(s. d.). quitt, adj.: einer Sache frei, ledig, ent- ledigt. Alternhd. bis ins 18. Jh.(Freyer 1722) quit, mhd. quit, früher mit langem Vokal mhd. quit, im 15. u. 16. Jh. queit, Anf. des 15. Jh. bei Diefenb. gl. 4812 quiett; dazu nd. quãt, guiet, ndl. Kaoijt, afrs. Kaoitt, anord. Kvittr. Aus glbd. mlat. quittus(woher auch frz. quitte, engl. guit), qurtus, von lat. quiétus«ruhig, frei von Tumult», zu lat. qules f.«Ruhe». Quitte, f.(Pl.-n): die goldgelbe Frucht des Quittenbaums malum cydonium. Im 15. Jh. quid(d)e, guidte, auch quede, quette, md. 1414 guitten, mhd. quiten(e), sonst chutten, chütten, kütten, kitten, spätahd. chotin, ahd. kutina f., noch bayr. Kütten f. Aus mlat. cidonia, cydonia f. «Quittenbaum, Quitte», einer Vereinigung von lat.*donid f., gr. xudwvia, xuduvéo f.«Quitten- baum, u. dem zum Sing. sich verwandelnden lat. Plur. mala cydonia(cotonia, cotonea, da- her ital. cotogna f., frz. coing m. Quitte) cQuittenäpfel, Quittem, eig.«cydonische Apfelo, von der ehemaligen unweit Canea auf der Nordküste der Insel Kreta gelegnen uralten Stadt Kydon od. Kydonis, woher die Quitten stammen. ZUS. Quittenbaum, m., mhd. guiten-, chutten-, coten-, Küttenboum. quittieren, v.: sich einer Verbindlichkeit entledigen(1571 b. Rot guitirn); ein Amt, eine Tätigkeit usw. aufgeben(1663 bei Schuppius 803); den Empfang einer Zahlung schriftlich bescheinigen(1561 bei Maaler). Um 1480 im Voc. inc. teut. t Sb quidtirn, ledigen der schalt