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Rabbine 512
halben, 1466 quittieren, 1443 quitieren, entl. aus mlat. quit t)are(woraus frz. quitter)«ruhig machen, wovon lassen od. abstehen, entledigen in Beziehung auf eine Schuld, von mlat. quitus, guittus(s. quitt), woher schon mhd. quiten, qusten, spätmhd. queiten, mnd. quiten«quitt machen». Quittung, f.(Pl.-en): Empfangs-, Bezahlungsschein, im 15. Jh. quit(t)unge f. Quitze, f.(Pl.-n): die Vogelbeere, sorbus aucuparia. 1731 bei Zinck öcon. Lex. CQeatze, 1712 b. Hübner uitzen-Baum. Auch Quitsche, Quitscher f. In Norddtschld. Nach Frisch im 16. Jh. bei Chytraeus nd. Quitzenbeer. Vgl. engl. quichbeam Eberesche».
Quodlibet, n.(-s, Pl.-s): Allerlei, Misch- masch, z. B. von Musikstücken(1571 bei Rot), Reden(1557 bei Frey Gartengesellsch. Vorr. A 22, Luther Tischr. 378²). Auf einigen deut- schen Hochschulen wurde am Ende des 15. u.
im 16. Jh. neben den gewöhnlichen Disputa- tionen jährlich eine disputatio de quolibet(auch concertatio quodlibetica od. bloß quodlibetum genannt) angestellt«über alles mögliche», in welche als belustigende Intermezzos scherz- hafte satirisch-didaktische Reden eingeschoben wurden(ZfdA. 9, 120). Aus lat. quod libet «was beliebt, was man will».
Quote, f.(Pl.-n): der Verhältnisanteil, gebührende Teil, Bruchteil. Noch 1694 bei Nehring u. 1728 bei Sperander Quota, aus mlat. u. ital. qsota f.«Anteil(Beitrag) eines jeden zu einer gemeinschaftlichen Ausgabey, dem subst. F.(zu ergänzen pars f.«Teil») von lat. quotus«der wievielte», zu lat. quot«xwieviely.
Quotiént, m.(-en, Pl.-en): das Wieviel bei der Division. 1558 bei Rivius Büxen- meisterey 3, 1, 7b Quocient, von dem lat. Adv. goutiens«wievielmal?, zu lat. quot«wieviel».
R
rabänzen, v.(thür. elsäss.), rabäntern (magdeburg.nd.), rabäschen(Leipaig, nass.), rabäsen, rabösen(els. preuß.), rabãsseln, rabästeln(preuß.), rabästern(altmärk.), rabätzen(schles.) u. a., alle mit der Bed. «geschäftig, unruhig sein). Nach Schröder Streckformen 58 ff. alles Streckformen zu ver- schiednen kürzern Worten.
Rabatt, m.(els, Pl.-e): Nachlaß am festen Preise. Im 17. Jh. Rabat, 1716 bei Ludwig Rabatt f., im 16. Jh. ndl. rabat n. Aus glbd. ital. rabbatto m., frz. rabhat m. (17. Jh.), von ital. rabbattere«wieder herab- setzen, abzieheny, frz. rabattre«nieder-, um- schlagen, vom Preise abschlagen», aus lat. re- zurück, ab wegy, batuere«schlagen».
Rabatte, f.(Pl.-n): umgeschlagner Saum, Saumbesatz, Klappe am Mannskleide(1710 bei Nehring Rabat, 1741 bei Frisch Rabatte, schon 1612 in der kursächs. Kleiderordn. 15 der Pl. Rabaten«Aufschläge an Weiberkleidern»); Einfassungsbeet(1731 bei Zinck öcon. Lex.); schmales Gartenbeet(1777 bei Adelung). Mit der holländisch. Gartenkunst aus ndl.(16. Jh.) rabat n. Leiste, leistenartiges Beet», mnd. rabat Leiste, Streifen, von fra. rabat m. «Umschlag, Kragen», zu frz. rabattre um- schlagen, umbiegen»(s. Rabät!).
Rabäu, m.(-els u.-en, Pl.-eln): die unechte, dann die grüne Renette. 1664 bei
Duez Rapaao m., 1663 bei Schottel der Plur. Raepawen, aus ndl. rabauas, rabauwappel m., das auf die Unechtheit gegenüber der eigent- lichen Renette zu deuten scheint, denn rabauae bedeutet auch«Betrüger, Schelm, Schurke, u. ist in diesem Sinne zunächst rabaut, rabout, rabãuvot geschrieben, aus frz. ribaud, ital.-span. ribaldo, mlat. ribaldus m.(daher mhd. ribalt m.) Lotterbube, Schurke» entlehnt.
rabbeln, v.: sich hurtig hin- u. herbe- wegen(Goethe 16, 135 I. H.), sich geschäftig um jem. bemühen(Bürger 164), sich unvernünftig gebaren(Voß 2, 129). Ndd. 1495 ndrhein. in der Kölner Gemma T 2 b rabbelen«schwatzen, schelteno, nnd. rabbeln cviel schwatzen»(holst.), geschwind u. unbedachtsam plaudern(1768 im Brem. Wb.), ndl. rabhelen«geschwind u. unverständlich reden». Dazu noch engl. rabble «verwirrt reden⸗, norw. dial. rabla«schwatzen, undeutlich reden», schwed. rabbla etwas schnell u. gedankenlos hersagen⸗ u. a. Vgl. Falk-Torp unter rable. Viell. ist lit. Krapstau (Inf. krapstiti)«schabe, stochere, kratzey verw. od. die Wurzel ist lautnachahmend. Nd. Form kür obd. raffeln(s. rappeln).
Rabbes, s. Rebbes.
Rabbine, m.(Pl.-n), geläufiger mit deut- scher Endung Rabbiner, m.(-e, Pl. wie 8g.): jüdischer Gesetzlehrer. Jenes im 16. Jh.(1586 bei Fischart Daemonomania Vorwarnung S. 2


