Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
513-514
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513 Rabe

rächen 514

die Rabinen), dieses 1678 bei Krämer. Aus mlat. Rabbinas m., hebr. rdbbi, eig.«mein Meister, mein Lehrer», von hebr. rabh Ober- ster, Vornehmer⸗, eig.«viel, großy, mit dem Anhängsel-i«mein». 43L. rabbinisch, adj., 1531 bei Hedio Josephus Vorr. 4‧.

Rabe, m.(-/, Pl.-/): der schwarze Vogel (lat.) corvus. Mhd. rabe u. rappe(s. Rappe), spätahd. rabo m., daneben stark mhd. raben, ahd.(h)raban, gekürzt(h)ram m.(auch in Eigennamen, wie Hrabanus, Wolfram); dazu and.(naht)-hram m. Nachteule?, mnd. ra- ven(e), rave, ndl. rave, raaf, ags. hrœſn, hrœm, engl. rauen, anord. hrafn, schwed. ramn, dän. raun. Germ. Grundform ist wohl*hramn-, so daß nahe Beziehung zu gr. xopibvn f., lat. corniæ f.«Krähes besteht, während lat. corvas m., gr. köpok m. Rabe», lit. Säãrka, russ. so- rõka f. Elstery, mit andern Stammauslaut gebildet sind. Vgl. Walde. Anders Suolahti. Aus dem Germ. noch hierher ahd. hruoh, ags. hrôc, anord. hrôwr m. Krähe». ZUS. Raben- aas, m., als Schimpfwort 1664 bei Duez, der Pl. Rabenãser 1658 bei Schoch Studentenleben 27, 4. Rabenhaar, n.: tiefschwarzes Haar, bei Bürger Lenore 4. Rabenmutter, f., 1691 bei Stieler, auf dem Volksglauben be- ruhend, daß die Raben ihre nackten Jungen während der ersten 7 Tage ibrem Schicksal überlassen(s. Heußlins Vogelb. 1557 Bl. 198 b). rabenschwarz, adj., mhd. rabensaarz, anord. hrafnsvartr. Rabenstein, m.: die gemauerte Richtstätte unter dem Galgen, sowie der aus steinernen Säulen errichtete von Raben um- schwärmte Galgen, um 1480 im Voc. inc. teut. aa, Diefenb. gl. 91 e. Rabenvater, m., 1562 bei Mathesius Sarepta 36 b, s. Rabenmutter.

rabidat, adj.: vor Wut, vor Eifer unsinnig, aufer sich. 1692 bei Abr. a S. Clara Judas 3, 477. Aus rabiatas, dem Part. Perf. Pass. von mlat. rabiare, von lat. rabére(s. Rabulist).

Rabisch, m.(Gen.-es, Pl.-e): Kerbholz. Noch bayr.-öst.-kärnt. u. im Bergbau. Aus dem Slaw., vgl. glbd. tschech. rabuse f., slow. rovas. Im 15. Jh. entlehnt.

Rabulist, m.(-en, Pl.-en): geschwätziger ränkevoller Rechtsverdreher. Im 17. Jh.(Ra- bulist oder Zungendrescher Titel eines 1688 erschienenen Buches) von lat. rabula m.«mit geläufiger Zunge tobender Sachwalter», zu lat. rabére«toll sein, tobeny». 4BL. Rabu- listeréi, f.(Pl.-en), 1703 bei Wächtler. Rabuse, s. Rapuse.

Rache, f.: feindliche Vergeltung, bes.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

leidenschaftliche. Mhd. rãche f.(auch«Strafes), ahd. rähha f., noch bis ins 17. Jh. mit ã(bei Dasypodius 1537, Maaler 1561, Hulsius 1605, Schottel 1663 Raach, aber 1678 bei Krämer Rach neben Raach, 1691 bei Stieler Rache f., schon spätmhd. im 15. Jh. rach m.); mit ur- sprünglichem ²-Anlaut ndrhein. im 13. Jh. vrachi f., asächs. wräka f., mnd. aralce f., ndl. wraakt, wrake f., afrs. zwwrée, wrétze f., ags. Wrcꝰòc, wracu f., engl. wrealc, isl. rœi f. Rache», got. aréei, wralja, wraka f.«Ver- folgung». Von rächen(s. d.). ZUS. Rach- gier, f., bei Luther Sir. 25, 20; rachgierig, adj., ebd. Psalm 8, 3. Rachsucht, f., 1691 bei Stieler; rachsüchtig, adj., 1755 bei Rabener Sat. 1, 15(1779).

Rachen, m.(-S, Pl. wie Sg.): Anfang der Halshöhle;(zum Verschlingen) aufgesperrtes Maul. Mhd. rache, ahd. racho m.; dazu mnd. rake, ndl. raak, ags. hraca m., hrace f.,(engl. rack«Kehley) hräca, hräca m. cSpeichel, Auswurf beim Räuspern aus d. Kehle», anord. hrãlci, norw. raalte m.«Speichely. Genau ent- spricht gr. kparév«laut schreiend'. Weiter dazu gr. xpd⁊eiv«schreien?, xpPπ⁴:eiv«grunzen», lit. krégéti«grunzen», Krögiu röchle», aind. xharjati«knarrtꝰ.

rächen, v.(Prät. rächte, Part. gerãcht, dichterisch gerochen Goethe Iphig. 237): feind- lich vergelten, bes. leidenschaftlich. Bei Luther u. bis ins 17. Jh. rechen, aber bei Schottel 1663, Krämer 1678 r. neben rechen, 1691 bei Stieler mit ä, offenbar mit vermeintlicher Abl. von Rache. Mhd. rechen, ahd. rehhan(auch cstrafen»), stark flekt.: mhd. Präs. riche, ri- chest, richet, Prät. rach, im 15. Jh. auch roch, Pl. rãchen, Konj. rœche, Part. gerochen, Imp. rich, aber bei Luther schwach im Präs. reche, rechest usw., Prät. rechete, Imp. reche, jedoch Part. gerochen, 1691 bei Stieler Prät. roch, rãchete, Konj. röche, rächete, Part. gerochen, gerãchet. Mit ursprünglichem 2-Anlaut im 14. Jh. md. u. ndrhein. wrechen, mrhein. 1414 frechen(Diefenb. gl. 620 ²); dazu asächs. wrekan cergreifen, strafen, rächens, mnd.-ndl. zwrekcen, afrs. ureka, wretsa«stoßen, drängen, rächen?, ags. wWrecan«fort-, austreiben, bestrafen,- cheny, engl. wreak, anord. reʒa«treiben, fort- treiben, rächen»(entl. schwed. vrälca«werfen, vertreiben», dän. vrage«verwerfen»), got. Wri- kan verfolgen, peinigen?. Vgl. Recke. Ur- verw. mit lat. urgére«bedrängen», lit. vafgas m. Bedrängnis, Noty, abg. vragi m.«Feind». Vgl. Walde. 4 L. Rächer, m., mhd. rechœre,

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