Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
499-500
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499 quälen

Quandel 500

(von stechendem Schmerz), jHélti«stechen», gélà f. cheftiger Schmers, apreuß. gallan«Tod, abg. Zalo n. Stachely, Zal? f.-Schmerz», air. atbail«stirbt. Vgl. Kilt.

quälen, v.: empfindlich beschwerliche Be- drängnis verursachen. Mhd. queln(auch keln, koln)«in Banden legen, fesseln, martern, in pein- lichen Schmerz versetzenꝰ, ahd. guellan«töten, martern?; dazu asächs. quelljan«martern), ags. czellan«töten». Kausativ zu ahd. guelan «Marter, Schmerz empfinden»(s. Qual), irr- tümlich im neuern Sprachgefühl als Abl. von Cual betrachtet(bei Opitz, Gryphius usw. quãälen, aber b. Luther guelen, 1645 b. Gueintz quehlen und noch obsächs. guélen). 4 BL. Quäler, m., spätmhd. im 15. Jh. queler. ZUS. (uälgeist, m., 1719 bei Kramer.

Qualifikation, f.(Pl.-en): Befähigung, Brauchbarkeit, Eignung. 1801 bei Campe. Aus glbd. frz. qualification m. qualifizieren, v.: beeigenschaften; refl. sich wozu eignen, wozu geeignet sein. 1565 in Notariat u. teutsche Rhetoric 16 b gualiftcirn, das Part. qualificiert b. Keisersberg arbor humana 175 b vom J. 1496. Aus mlat. gualificare, zgs. aus lat. guãlis«wie beschaffen, welcher Art⸗, u. einer Abl. von lat. facere«machen).

Qualitãt, f.(Pl.-en): Beschaffenheit. Im 16. Jh. Qualitet(H. Sachs 4, 243, Liliencron 3, 428 von 1525), ndl. 1598 gualiteyt f., aus glbd. lat. gudlitas f.(Gen.-tis), von lat. qudlis «wie beschaffeny. qualitativ, adj.: die Be- schaffenheit betreffend, gehaltmäßig, erst im 19. Jh. aus dem mlat. Adj. gqualitativus.

Quall, m.(-es): lautes, wallendes Aufquel- len; emporquellende Wassermenge(Goethe?2, 275). Spätmhd. im 15. Jh. gual m., b. Fleming 16 u. Logau 2, 2, 54, 29 Ouall n.; dazu mnd. quall«aufgestautes Wassers(2). Abgeleitet von quellen(s. d.).

Qualle, f.(Pl.-n): das gallertartige See- tier medusa. 1582 im Garg. 384 Quallen m., 1794 bei Nemnich Qualle f., aus nd. qaalle, ndl. kwal f. Zu andfrk. qualhjan«gerinnen machen, zu einer dicklichten schleimigen Masse machen»? Vgl. ² Qualster.

lQualm, m.(els, Pl.-e): betäubender, massenhafter Dampf(1569 bei Ryff Rosen- garten 20 b). Im 16. Jh. Qualm m. Betäubung, Ohnmacht»(noch bei Günther 267 u. bayr.), aus mhd. fzwalm m. Betäubung, Ohnmacht, dann cbetäubender Saft, betäubender Dunst oder Dampf»(noch bayr. delm u. dolm, tolm bei H. Sachs), ahd. fualm m. Betäubung,

Bewußtlosigkeit, Schlafsucht, Todesangst», asächs. dealm m.«Berückungs», ags. duolma m. Wirrwarr, Chaos»; dazu got. dvalmon«wahn- sinnig sein», abgl. von ahd. fawelan cbetäubt, starr, entkräftet sein, zaudern, säumenꝰ, ags. gedwelian, gedaellan cirrenꝰ, die zu toll ge- hören(s. d.). Davon verschieden ist mhd. qualm m. Bedrängnis, Beklemmungy, ahd.- asächs. gualm m., sowie ags. cwealm m. age- waltsamer Tod, Untergang⸗ von ahd. guelan (S. Qual). 4BL. qualmen, v., 1663 bei Schottel. qualmicht, qualmig, adj., 1691 bei Stieler qualmicht.

2²Qualm, m.(els, Pl.-e): durch Uber- schwemmung od. hervorsprudelnde Quellen entstandne größre Wasserlache. Zu quellen. ZUS. Qualmdeich, m.: Deich gegen den Qualm. 1781 bei Voch Baulex.; 1792 bei Benzler Deichlex. Qaallen-Deich.

1Qualster, m.(-s, Pl. wie Sg.): Beeren-, Waldwanze. Im 15. Jh. qualster(Diefenbach gl. 84 c), Obertragung des folg. Qualster, weil das stinkende Tier den Beeren, worauf es sitzt einen häßlichen Geruch u. Geschmack mitteilt u. dieselben ekelhaft macht. 2Qualster, m.(-s): dicker züher Schleim.

1678 bei Kramer, 1645 bei Colerus Hausb. 1, 151 b der Pl. Qualstern. Aus nd. gualster, ndl. kwwalster m.; dazu 1477 clev. qwalst«Schleim aus Mund oder Nasey. Von andfrk. qualhjan (s. Oualle). Vgl. Kolster. 4B L. qualstern, v., 1716 b. Ludwig, nd. qualstern, ndl. Kalsteren, 1477 clev. qwalstren«zähen Schleim auswer- fen⸗. qualstrig, adj., 1768 im Brem. Wb.

quammig, adj.: wammig, fettpolstrig, bei Goethe Faust 7782 in alliterierender Verbin- dung mit quappig(s. quabbelig).

Quandel, Quändel, m.(-s, Pl. wie Sg.): die Mitte des Meilers(das Zündloch desselben) u. die daselbst senkrecht eingestoßne Stange (Quandelpfahl,-rute,-stange), an die die harzigen Zündspäne gelegt sind. 1731 bei Zinck öcon. Lex. Quendel n., 1777 bei Adelung Quandel m. Wahrscheinlich gleichen Stammes wie schwed. Kvända canzünden», kvinsel n. &'Span z. Feueranmachen», xydel m. Fackelꝰ, norweg. kvende canzindenꝰ, anord. Kynda«ent- zndenꝰ, kyndill m.«Lichts, engl. kindle(schott. kendle) anzünden», bayr.-öst. ankenten can- zünden»(schon im 16. Jh.), Kenten«einheizenꝰ, in Gemeiners Regensb. Chron. 3, 479 Küntellen Pl.«Kienspänen, mhd. Kundel in underkuündel n. cgegenseitiges Zündmittel»(Lohengrin 2160), underkúnten«Feuer worunter anzünden», An-