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sucht, in Westmitteldtschld., eig. Schwätzer, 1691 bei Stieler Quakeler. Quackeléi, f.: unnützes Geschwätz usw., 1602 bei Ringwaldt Eckart K 63. ZUS. Quacksalber, m.(-s, Pl. wie Sg.): ungelehrter Arzt, der ohne Er- laubnis des Staates die Heilkunde ausübt, Kurpfuscher, urspr. ein seine Geschicklich- keit u. Mittel durch Aufhängen großer Siegel u. Briefe auf den Marktplätzen der Städte an- preisender u. ausschreiender Arzt(vgl. Schup- pius 990). Im 16. Jh. bei Fischart Barf. 465 u. Garg. 125. 232; ndl. 1598 bei Kilian quace- salver m.; der zweite Teil der Zss. ist Salber, ahd. salbari m. Arzneiverkäufery, von ahd. salba f.«Salbey. Davon quacksalbern, v., 1777 bei Adelung; Quacksalberéi, f., 1669 im Simpl. 313, ndl. 1598 bei Kilian quack- salverije f.
Quaddel, f.(Pl.-n): Hautbläschen, 1663 bei Schottel, aus nd. quaddel f., aber schon ahd. quedilla, chaadilla f. Hautpustels». Zu gr. doGiHv, doichv m.«kleines Blutgeschwür». Vgl. Zupitza 85. Dazu viell. rhein. Ouattel f. ckleines, dickes Kinds, schwäb. Quattle n. dicker, fetter Junge mit watschelndem Gange».
quaddern, v. imWasser mantschen. Nordd. Schmalkaldisch und in andern Ma. quattern «strudeln, hervorquellen». 1809 bei Campe.
Quader, m.(-S, Pl. wie Sg.), preuß.- bayr. nur f.(Pl.-n): viereckig zugehauner Stein. Mhd. quãder m. n., aus glbd. mlat. quadrus m. (nämlich lapis«Stein»), lat. guadrum n. Vier- eck», von lat. quadrus«viereckigy, zu lat. guattuor«viery. ZUS. Quaderstein, m., mhd. guãder stein.
Quadränt, m.(-en, Pl.-en): Viertelkreis, Winkelmesser. In der Germ. 29, 391 Beleg von 1533, 1562 bei Mathesius Sar. 137 b Quadyrant, mhd.(md.) guädran m. Aus lat. quadrans m. Viertel», eig.«Vierteiler», dem subst. Part. Präs. von lat. quadräre(s. quadrieren).
Quadrät, n.(-Lels, Pl.-e): gleichseitiges Rechteck; das Geviert(e). Im 15. Jh. bei Herrn v. Sachsenheim gold. Tempel 39. Aus lat. quadrãtum n. Viereck», dem subst. N. von guadrãtus, Part. Perf. Pass. von quadlrãre(s. guadrieren). 4BL. quadrãtisch, adj., 1558 b. Lindener Katzipori Kap. 23. ZUS. Quadrät- meile, f., 1777 b. Adelung.— Quadratür, f.: die Vierung, 1716 bei Ludwig, aus lat. quadra- kra f.«Vierung, Verwandlung in ein Viereck.
quadrieren, v.: viereckig machen, ins Ge- vierte bringen; passen(1522 bei Keisersberg Postill 2, 100*). Mhd. quãdrieren«in Vierecke
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
teileny, aus lat. quadrãre«viereckig machen?, von lat. guadrus(s. Ouader).
Quadrille(spr.-He), f.(Pl.-n): eine Art Lomberspiel mit vier Personen(1721 bei Elis. Charlotte v. Orl. 7, 122 Cadrille); eine Art Tanz von vier Paaren(1728 bei Sperander). Aus frz. quadrille m. f. in beiden Bed., von lat. guadrus viereckig.
quadrüpel in Quadrupelallianz, f.: Bund von vier Mächten, zuerst am Ende des 17. Jh., aus frz. quadruple, lat. quadruplaus «vierfachn.
Quagga, n.(-s, Pl.-s, bayr.-e): Zebraart. Aus dem Hottentottischen.
Quai, s. Kai.
quaken, v.: schreien wie ein Frosch, eine Ente usw. 1429 im Liber ord. rerum 24°; elev. 1477 u. mnd. quacken, vom Froschge- schrei, 1643 bei Harsdörffer Gespr. 3, 293 die Ente qwaket(s. quackeln). UÜbereintreffend mit dem lat. Verb. coaxare(s. koaa, koaxen). 4BL. Quakelchen, n.: das Nestjüngste, urspr. Nestschreierchen, beim j. Goethe 3, 264 (19, 264)(s. Nestquak).
quäken, v.: mit feinerer Stimme eintönig schreien, wie z. B. der Hase(1709 bei Dentzler quechten); von Menschen bei Luther 1, 373 b queckeen, auch von Fröschen im 17. Jh. quecken; dazu ndl. 1598 bei Kilian queken neben quacken. Mit Umlaut von dem Stamme qualc in quaken G. d.). 4BL. Quäker, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Harz-, Bergfink, 1615 bei Colerus Hausb. 5, 146 Cuecker, der Name wegen des quäken- den Schreies.
Quäker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Angehöriger der 1649 von George Fox gestifteten Religions- gesellschaft. 1678 bei Krämer Quäckcer, 1663 bei Schottel Quaker, aus engl. guaker. Urspr. Spottname, eig. Zitterer», von engl. qualce, ags. caacian zittern.
quaksen, v.: schreien wie ein Frosch. 1466 guaæxen(Diefenb. nov. gl. 98 ²), 1420 guacczen (Schrõers Voc. 40 b), aus quackezen(noch bayr.), von quaken(s. d.).
Qual, f.(Pl.-en): empfindlich beschwer- liche Bedrängnis. Mhd. gua(c) f.(auch käle, kõle, quéle, kéle)«Beklemmung, Marter», ahd. quãla f.«gewaltsamer Tod, heftige Pein»; da- zu asächs. quãla f.«Martery, mndl. quale f. «Schmerzy, ags. clGala f.«gewaltsamer Tods. Von mhd. queln, ahd. quelan unausgesetzt (Todes-) Not, Marter, den stechendsten, beäng- stigendsten Schmerz empfinden», ags. ceelan «sterbeny. Urverw. mit lit. gélti«wehtun»
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