495⁵ put
quackeln 496
Bei Luther(Hiob 6, 26) pausten«mit starkem Hauch redend hervorstoßen, 1598 bei Ring- waldt Wahrh. 247 paust. Bayr. dafür pfausten, schwäb. pfausen, els. pfusen(zischen). 1618 bei Schönsleder pfausen, 1664 bei Duez pausen, Paustrohr, 1678 bei Krämer aufpausen, 1611 bei Helvig 227 pfausten, saxonice pusten. Zu dem Stamm von Pausback. 4BL. Püster, m.: kleiner Blasebalg(bei Voß Ged. 2, 384); pausbackiger dicker Junge(im 18. Jh.). Mnd. puster m. Blasebalgy. Davon Püsterich, m.: gleich Puster in 2. Bed. Bei Goethe Pusterich, ein Götzenbild; ebenso bei Richey. ZUS. Pust(e)rohr, n.: Blasrohr. Näd. bei Richey.
put, putt, Interj. Lockruf für die Hühner. Nd. puut, engl. put/ put/ Eig. der Ton, den die Truthühner hören lassen.
Pute, f.(Pl.-n): welsches Huhn, Trut- huhn. Aus nd. päte von engl. pout&Hasel-, Birkhuhn», 1776 bei Hermes Soph. 3, 376. Aber schon 1568 bei Mathesius Sar. 159 b puthünlein. Anders ZfdPh. 37, 260(Kürzung für Brahmaputra). 4B L. Putchen, n., 1798 bei Nemnich 3, 449. Auch von kleinen Kindern (Puttchen). Puter, m.: Truthahn. Voß 1, 172.
Putsch, m.(-es, Pl.-e): Stoß; kleine bald verlaufende bewaffnete Erhebung(eig. schweiz., öfter bei Keller u. jetzt schriftsprachl.). Schon 1556 im Dictionariolum 182 b ein Putsch, Poß, danach 1561 bei Maaler. Die Erklärung bei G. Keller, daß Putsch in Zürich einen Regenguß bedeutet habe, ist nach dem Schweiz. Id. falsch. Herkunft unsicher. putschen, v.: stoßen; einen Putsch machen. 1561 b. Maaler patschen.
Schweiz. Aber 1781 bei Kindleben putschen,
anputschen«Hunde zum Beiben anreizen, auf- wiegeln, zum Zank reizen»; dazu dän. pidse. putt, s. put.
putteln, v.: in etwas herumarbeiten, her- umrühren, vgl. Aschenputtel. Daneben mit nd. Lautgebung baddeln, namentl. im Sande buddeln. S. Puddel.
Putten, Pl.:(in der bildenden Kunst) Kinderfiguren. Nach ital. putfto m.«Kind, Knabe». Erst in neurer Zeit.
1Putz, m.(-es): Schmuck. 1711 b. Rädlein P. u. Butz Zierraty. Entl. dän. puds. Von putzen: schmücken, reinigen. 1664 bei Duez botzen, butzen, 1678 bei Krämer bateen u. Putzen, bei Luther putzen, im letzten Viertel des 15. Jh. bei Keisersberg butzen. Abgel. von butzen(s. d.) Klumpenꝰ, urspr. wohl«beim Licht die Klumpen des Dochts entfernen, od. die Nase putzen». Lat. puatäre creinigen» mag auf die Bedeutungsentwicklung einge- wirkt haben. Vgl. ZfdA. 32, 159.
2²Putz, m.: Kalk- od. Gipsbekleidung an Mauern. Ist wohl aus 15. entwickelt. Ins Dänische entl. als pads. Nach Falk-Torp unwahrscheinlich aus frz. bosse«Auswuchs, Beule, Buckel⸗.
putzig, adj.: Klein, drollig, sonderbar. 1776 bei Hermes Soph. Reis. 3, 166. Norddeutsch. Von mhd. butze m.«Kobold⸗, s. Butzenmann.
Pyramide, f.(Pl.-/):(ägyptische) Spitz- säule von 4 Flächen. Aus gr. Jat. pyramis (Gen.-mädis), gr. upauic f. Bei Hoffmanns- waldau Begr. 4. Dazu pyramidäl, adj., in Pyramidalzahl 1716 bei Wolff.
0
Quabbe, f., s. quabbeln.
quabbeln, v.: in lockre zitternde Bewe- gung versetzt sein. Bei Bürger Macbeth 4, 1 u. Voß Ovid Nr. 54, 46 guappeln, aus dem Nd., von nd. quabbel«Fetthügel am Körper, die unter der Kehle des Rindviehs schlotternd hangende Hauty(mnd. quabbel m. Fettflüssig- keit, Schlamm), von glbd. nd. quabbe f., nndl. kawab(be); vgl. außerdem mundartl. schwed. Luabbe, dün. Kuappe, isl. Kwapa«schlottern» (von Fett), auch isl. uapi m. u. kuap n. cweiche sich bewegende Fettmassey. Vgl. aahbeln. 4BL. quabbelicht, qnabbſ(e)lig, adj., 1736 bei Trömer des Deutsch Franços Schrifften
guappelich, 1762 im nouv. dict. quappelicht, bei Goethe Faust 7782 quappig.
quackeln, v.: dummes Zeug treiben, viel reden, schwatzen, eig. den Laut quackh wieder- holt hören lassen, 1476 in den Fastnachtsp. 1125, mnd. quackelen, Iterativ zu quacken(s. Quaken), mnd. qualten«schwätzen», ndl. keoaken «wie ein Frosch, eine Ente schreien, keoalcken Gerdusch machen», engl. quack«wie eine Ente schreien?, dann«groß sprechen, prahlen, einen Marktschreier abgeben». 48L. Quackeler, m.(*s, Pl. wie Sg.): äußerst genauer Mensch, der bei Geldsachen in Kleinigkeiten große Um- stände macht u., wo er kann, abzuzwacken


