Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
493-494
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493 pupen

pusten 494

Spätmhd.(1459) punze m. Aus ital. punzöne m. «Stoß, Stempel⸗, von lat. punctio f.«Stich» zu pungere stechen». 43L. punzen, V., solche Arbeit mit dem Punzen machen, nament- lich auch von erhabner Lederarbeit gesagt. In neurer Zeit.

pupen, v.: farzen. Lautnachahmend. 1755 bei Richey, mnd. pupen.

pupillärisch, adj.: für ein Mündel sicher. Erst im 19. Jh. für ein ältres pupillär, aus lat. pupilläris zu den Waisen gehörig». Von lat. phpilla f., püpillus m.«Mündels. Daraus Pu- pill(e), m. f.: Mündel. 1703 b. Wächtler Pupill.

Pupille, m.(Pl.-n): Augenstern. 1798 bei Nemnich. Aus lat. püpilla, eig.«kleines Mädchen» u. der Name wegen des Spiegel- bildchens im Auge. Wetterau. dafür Kindchen.

1Puppe, f.(Pl.-n): zum Spielen gemachte Menschengestalt. 1482 im voc. theut. bupff, 1469 im mrbein. voc. ex quo, 1477 clev. puppe, sonst im 15. Jh. auch boppe. Aus mlat. puppa f., lat. püpa f.«Mädchen», dann Puppe; das echt deutsche Wort ist Docke(s. d.). ZUS. Puppenspiel, n.: Marionettenspiel. 1727 bei Aler. Früher Spiel mit Puppenꝰ.

²Puppe, f.(Pl.-n):(wickelkindähnliche) Insektenlarve. 1741 b. Frisch. Aus frz. pupe f., u. dies aus lat. paüpa f., s. 1 Puppe.

puppeln, was bubbeln(s. d.).

puppen, s. verpuppen.

puppern, v.: in hörbar unruhiger ängst- licher, zitternder Bewegung sein, bes. so pochen(vom Herzen). Ndd. 1776 bei Bürger 160. Obd. dafür pfupfern, schon im 15. Jh. in den Fastn. 1210. Lautnachahmend. Vgl. lit. babinti«wiederholt dröhnend schlagen».

pur, adj.: rein, unvermischt, unverfälscht. Md., mnd. pfür, mndl. puer aus lat. pũrus crein».

Pürée,(bayr. nur) n.(s, Pl.-s), auch f.: Brei. Aus glbd. frz. purée f. In neurer LZeit.

Purgänz, f.(Pl.-en): Abführmittel. 1703 bei Wuchtler, aus nlat. purgantia f. von lat. purgäre creinigen. Früher dafür Purgätz(e) (im 15. Jh.) aus lat. purgãtio f.«Reinigung». purgieren, v.: abführen, mhd. purgieren aus lat. purgäre reinigen.

Purismus, m.: übertriebnes Streben nach (Sprach)reinheit, Reinigungswut. Aus nlat. purismus m. Im 19. Jh.(1834 bei Petri). Purist, m.(-en, Pl.-en): Sprachreiniger. 1727 bei Sperander ein eine Sprache zierlich Redender u. Schreibenders; im jetzigen Sinn bei Schiller 11, 118. Aus nlat. purista, woher auch frz. pariste.

Purpur, m.(-s, ohne Pl.): Purpurfarbe; ein mit Purpur gefärbter Stoff. Mhd. purpur, purper m.(einmal f.), ahd.(bei Notker) Pur- pura f., got. paurpura, pauũrpauũra f. aus lat. purpura f. u. dies aus gr. opꝙꝓuo f.«Purpur- schneckey, dann deren färbender Saft, mit diesem Safte gefärbter Stoff, Purpurgewand. 4BL. purpurn, adj., 1469 im mrhein. voc. ex quo purpern, spätmd. purpuren, aber mhd. pürperin, ahd. purpurin(bei Otfrid). ZUS. Purpurkleid, n., mhd. purpur-, purperkleit. purpurrot, adj., im 17. Jh. Purpur- schnecke, f.: die Schneckenarten purpura u. murex mit färbendem Safte. 1563 bei Forer Fischbuch 144 ff.

purr! Interj. der heftigen Empfindung, des Schauderns usw. 1678 bei Krämer.

1purren, v., auch burren: dröhnend rauschen, in hartem Tone brummen, mit Ge- räusch herumfliegen(von Käfern). Bei Luther 4, 128 b Jen. purren, auch 1482 burren. Wohl lautnachahmend. Obd. pfurren. Dazu engl. pur(r)«schnurren, spinnen»(von der Katze).

zpurren, v.: mit etwas Spitzem stechen; reizen, an-, aufregen,(seemännisch) wecken. Trans. mit Akk. z. B. 1782 bei Göckingk 3, 129; Voß Iyr. Ged. 2, 42. Aus dem Ndd., mnd. purren, 1477 clev. porren«reizen». Dazu dän. purre, schwed. purra das Feuer schüren, sich in die Haare fahren, antreiben.

Purzelbaum(preuf. u. bayr. nur so), öst. auch Burzelbaum, m.: das Uberschlagen des Körpers mittelst eines Schwunges. Im 17. Jh. Zgs. mit purzeln u.-baum. pur- zeln(so preuß.-bayr.), öst. auch burzeln, v.: hinstürzen(mit Uberschlagen). Im 16. Jh. purzelen, zu md.(gegen 1300) burzen«über- stürzen, kopfüber niederstürzen».

Pußta, öst. Pus-zta, f.(Pl.-ten): weite Heidestrecke. Noch nicht 1834 bei Petri. Aus glbd. ungar. puszta.

Puste(mit x) f.: Atem. Aus dem Ndd., auch obersächs., nordthür. Dazu mnd. püst m. Von pusten.

Pustel, f.(Pl.-n): Hitz-, Eiterbläs-chen. Früh im 19. Jh. Aus lat. Pastalla f.«Bläs- chen, insbes. auf der Hautv.

pusten(mit) v.: stark hauchen(Voß Id. 16, 164), blasen. 1822 bei Goethe 5, 188 als grob u. unanständig bezeichnet. 1482 im voe. theut. e pasten cblasen», aufgenommen aus mnd.-nd. püsten cblasen»(im 15. Jh. dat vur püsten«das Feuer anblasenꝰ, Städtechron. 7, 25, 15). Auch tirol. püsten«tief atmenv.