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Pulver, n.(Ss, Pl. wie Sg.): staubähnlich geriebner Stoff; entzündbare kleine Körner zum Schießen. Im 16. u. 17. Jh. auch Pulfyer, mhd. palver, balver m. n.«Staub», im 15. Jh. auch«Schießpulver„. Aus lat. pulver m. «Staub». 4BL. pulv(e)rig, 1691 bei Stieler pulfericht. pulvern, v.: zu Pulver machen, mit Pulver bestreuen, mit Pulwer schießen. Mhd. pulvern, pälvern, in 1. u. 2. Bed. Z08. Pulverfaß, n., 1691 bei Stieler. Pulver- flasche, f., bei H. Sachs 5, 334, 13. Pulver- horn, n., 1575 im Garg. 16 palferhörnlein. Pulvermühle, f., Nachweis von 1425 b. Mone Anz. 1, 98. Pulverturm, m., im 16. Jh.
pulverisieren, v.: zu Staub machen, zer- stäuben. Im 17. Jh. aus frz. pulvériser von spätmlat. pulverisare«zu Staub machen» von lat. pulver, s. Pulver.
pump! Interj. wie plump. Schon bei H. Sachs 17, 238. Vgl. pumps. Dazu wohl Pump, m.(Jels, Pl.-e): dumpfer Schall (vgl. Pumpes); Borg, 1781 bei Kindleben «Kredit im Hause», also eig. student.(1745 bei Schwabe Tintenfäßl S. 101); weiter aber aus der Gaunersprache. Wohl zu Pumpe(s. d.), also eig.«das Schöpfen).
Pumpe, f.(Pl.-n): Röhre, in der ein Kolben zum Fortleiten einer Flüssigkeit be- wegt wird. Früher auch Pompe. Bei H. Sachs 3, 266, 17 Pumpe. Dazu nd. pumpe, engl. punp. Aus glbd. frz. pompe f. Dafür omd.- nd. Pumpe, wohl in Anlehnung an die Interj. plump neben pump. 43L. pumpen, v.:: eine Pumpe bewegen u. dadurch schöpfen. Im 16. Jh.(bei H. Sachs 3, 480, 13). Dazu nd. pumpen, bompen. pumpelig, adj.: unbeholfen. Ndd. Es gehört zu schweiz. Bumpel ckleine, dicke Person, dick vollgepfropfte Kleidertasche. Dies scheint ausgegangen von der Interj. pump, mit der Bedeutungsentwicklung Geräusch, Schlag, durch den Schlag hervorgebrachte Beule, etwas Geschwollenes».
npumpen, v.: schallen, eig. den Schall pump hervorbringen. Bei Mathesius Sar. 154².
2pumpen, v.: Wasser schöpfen, s. Pumpe.
spumpen, v.: borgen. Bei Heine 2, 67 E. als burschikos. 1781 bei Kindleben. Aus der Gaunersprache, in der 1687«borgen» pompen (Kluge 168, 103). Wohl von 2pumpen.
Pumpernickel, m.(-s, Pl. wie Sg.): westfälisches Schwarzbrot. Im 17. Jh., bei Logau, 1669 im Simpl. 181, 190, 1663 b. Schupp († 1661) 273 Bonpour-Nicol, gleichsam gut
für den Nickely. Eig. bedeutet P, wie sich in Pumper Nickel bei Andr. Tharaeus(Weiber Spiegel Erfurt 1628 A iija u. A iiij ²) u. in Bompur-Nickel bei Schupp 249 zeigt, einen «groben, klotzigen Menschen)y, eig. wohl ceinen pumpenden Kobold(Nickel, s. d.), 2zgs. mit pumpern(schon mhd.) chämmern, pochen, lärmend fallen». Die Benennung des Brotes vielleicht von der plumpen Gestalt.
Pumpes, m.(Gen. u. Pl. wie Nom.): (dumpf) schallender Schlag. Pumpes kriegen, im Simpl. 1, 102 Klr., 1663 bei Schupp 28 Pumpes(Schläge), auch 1678 bei Krämer, u. 1711 bei Rädlein Pumse«Schläge». Von pumpen«schlagen», 1605 bei Hollonius 763.
Pumphosen, Pl. weite faltige Beinkleider. Germ. 28, 397 aus dem J. 1574 nachgewiesen. Zgs. mit nd. pamp«Gepränge» aus lat. pompa f., s. Pomp.[so geschrieben.
pumps, dasselbe wie bumbs, bums u. jetzt
Punkt, m.: das Zeichen.; bestimmter Gegenstand der Rede. Mhd.-md. punct, punxt, auch punt m., auch akleinster Zeitteil(Zeit- punkt, dies noch in Punkt 2 Uhr), Stück». Daneben pan(c)te m.; dazu anord. Punktr, schwed.-dän. pankxt, nd.-ndl. punt n., afrs. Pumt, pont. Alle aus lat. punctum n., zunächst«Stich⸗ von pungere astechen».
Punktatiön, f.(Pl.-en): Vertragsbestim- mung, vorläufige Abmachung, Aufzeichnung (1703 bei Wächtler); stichartige Entnahme von Waren, oder Eiter bei Kranken. Aus nlat. punctatio f. von mlat. punctare«Punkte machen», woraus punktieren, v., 1482 im voc. theut. aa 2a. Dazu Punktierung, f., im 15. Jahrh. nd. punctérunge.
pünktlich, adj.: auf den Punkt(Zeitpunkt, s. Punkt) kommend. 1482 im voc. theut. aa 2a. Früher«genauy». 4L. Pünktlichkeit, f., urspr. Genauigkeit, Sorgfalt, b. Meister Eckhart 660, 38 u. noch im 18. Jh. bei Kant, Schiller u. a. Von der Zeit erst bei Goethe Br. 19. 1. 1773.
Punsch, m.(-es, Pl.-e u. Pünsche): ein geistiges Mischgetränk aus fünf Bestandteilen. Schon Anfang d. 18. Jh.(vgl. Zfd W. 9, 158) aus glbd. engl. panch, das aus hindostan. päntsch, aind. panda«fünfe stammt. Denn nach dieser Zahlenbezeichnung gaben die Engländer auf der Westküste Ostindiens dem von ihnen im 17.Jh. erfundnen Getränk den Namen, weil aus Rum, Wasser, Tee, Zucker u. Zitrone gebraut.
Punzen, m.(-s, Pl. wie Sg.), öst.- bayr. auch Punze, f.(Pl.-/): kleiner Stahlstempel zu erhabner Metallarbeit. Früher auch Banzen.


