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Schüssel 804
schorfen u. 1557 im Bergwerkb. 21 schürfen. Mhd. schür(p)fen, ahd. scurphan, scur fan, schur- fen«von der Haut entblößen, ritzen, auf., aus- schneiden, ausweiden, durch Anschlagen eines Kiesels entzünden»(noch kärnt.-tirolisch foir schürpfn). Verw. mit scharf, Schorf(s. d.) u. den starken ags. Verben sceorpan, umgestellt screpan eschaben, gisceorpan ein Stücke schnei- den». Vgl. scharben, schrappen, schrõpfen. schürgen, v.: stoßend oder schiebend fort- bewegen. Mhd. schürgen, md. schurgen, ahd. scurgan, scurkan, scoragan, scurakan, scuregen «Stoßen, schieben, treiben, hinabstürzem, andfrk. scurgan forttreiben, biscurgan chinabstürzen, 1570 bei Mathesius Fastenpred. 962 schörgen, noch bayr.-els.-md.-westf. schürgen, schörgen, schergen, aber schweiz. schürggen auch das Feuer schüren», wie 1709 bei Dentzler. Von schüren, s. d. ZUS. Schürgkarren, m.: Schub- karren, 1678 b. Krämer. Schurgkuh, f.: ein- gelernte Zugkuh, wetterau., Schörgleuh henne- berg., wie 1642 Schörgochs b. Diefenb.-Wülker. schurigeln, v.: mit Mühe u. Arbeit quälen, (quälend) meistern. 1613 bei J. A. Müller Ver- such einer Gesch. der Fürstenschule zu Meißen 2, 160 schulriegeln, 1658 bei Schoch Stud. 27, 6 schuriegeln, 1678 b. Krämer scharigelen, schäu- rigelen, 1664 bei Duez schurriegeln, bei Weise Catharine 2, 4 Schahriegeln, nd. schürégeln, durch Volksetymologie gebildet aus schurgeln, einer Iterativbildung von schürgen(s. d.), wie schon Frisch 1741 erkannte u. wie westerwäld.-nass. schurgeln, schorgeln cherumschieben, hin u. her stoßen, plagen, quälen» zeigt(Kehrein 1, 370), auch ostpreuß. schurgeln«scheuern, hin u. her reiben», schweiz. schürggelen cschieben». Schurke, m.(-n, Pl.-n): ehrloser Nichts- würdiger. Ende des 16. Jhs. bei Schweinichen 1, 308 Schurke, ebenso 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 427 u. 2, 539, bei Weise Catharine 2, 7 Schorke, 1669 im Simpl. 492 Schurche carmer Schlucker», als Name einer Münze 1582 im Garg. 183 der Pl. Schurckens, hervorgegangen aus ahd. scurgo in firscurgo m.«Schurkey, von ahd. fer- scurgan«verstoßen, hinabstürzen?, s. Schürgen. 4BL. Schurkeréi, f., 1678 b. Krämer. schur- kisch, adj., 1691 b. Stieler. ZUS. Schurken- streich, m., 1785 bei J. G. Müller Siegfr. v. Lindenberg 4, 324. Schurle-Murle, s. Schorle-Morle. schurren, v.: mit dumpf scharrendem Ge- räusch gleiten, 1744 bei Schnabel Felsenburg 1, 132, mnd. Ende des 13. Jh. scurren. Ein laut- malendes Wort im Ablaut zu scharren(s. d.).
Schurz, m.(-es, Pl.-e, bayr. nur Schürze): Vortuch od. Leder zum Schutz des Unterleibs und der Schenkel. Mhd. im 14. Jh. schurz m., auch«Panzerschurz als Teil der Rüstung', eig. «unten gekürztes Kleidungsstück», im 15. Jh. md. schorcz, bei Luther Schurtz mit dem Pl. Schürtze(1. Mos. 3, 7), zum ahd. Adj. scurz «kurzy, ags. sceort, engl. short ckurza, anord. skortr m. Mangeb, anord.-schwed. skorta, dän. skorte cmangelw. Die Herleitung aus vulgärlat. excurtus cgekürzte istwegen des Ablautes mhd. scherze m. abgeschnittnes Stück» bedenklich. Vielleicht zu lit. skerda, skepsti«schlachten?. Gleicher Abstammung u. Bed., aber meist als Frauentracht, ist Schürze, f.(Pl.-n), 1657 bei Comenius Sprachenthür 513 und bei Krämer 1678 Schürtze; in der Bed.«Frauenzimmer» im 18. Jh.; dazu mnd. 1451 schorte«Panzerschurz», nnd. schorte, schörte u. mndl. schorte, nndl. schort f.«Frauenschürze», anord. skyνrta f.«Hemds, dän. skjorte«Mannshemd», mengl. schirte, shurte, engl. shirt eMannshemdv. Ferner von ahd. scurz abgeleitet schürzen, v.: kürzen, ein Kleid mit- tels Gürtels od. Knotens in die Höhe ziehen u. binden,(einen Knoten) abkürzend schlingen, mhd. schirzen(auch refl.), md. schurzen, schur- ten; dazu mnd.-mndl. schorten, nnd. schorten, schörten(im Mndl. und Ostfrs. auch«mangeln, fehlen»). ZUS. mit Scharz: Schurzfell, n., 1470 schurczfel(Diefenbach gl. 355 a) und 1440 schurtzfal(377).
Schuß, m.(Gen.-Sses, Pl. Schäüsse): das Schießen. Mhd. schuz m.(Pl. schüzze), daneben spätmhd. u. noch schwäb. schatz(Pl. schütze), ahd. scuz m.(Pl. scuzi)«Pfeilschuß, Speerwurf, pfeilschnelle Fortbewegung(d. Wassers usw.)n; im 14. Jh.«Schuß aus dem Feuerrohr»(Suchen- wirt 9, 207); dazu mnd. schote m. und schote, schete f., mndl. scote, nndl. scheuct m., afrs. skcette, schette, ags. scyte m.,(mit andrer Stammbildung, s. Schoß) anord. skot n., schwed. skott n., dän. skud n. RA. einen Sch. haben«schrullenhaft, halb verrückt seiny. 1741 bei Frisch. Z0S. Schußbarthel, m.: lebhaft übereilt handeln- der Mensch, Spaßmacher, md. und öst., auch Schoßbarthel, der zweite Teil gekürzt aus Bar- tholomäus. Vgl. Schussel.
Schussel, f.: lebhaft übereilt u. dabei ge- dankenlos handelnde Person, ostdeutsch, aber wetterau. Schussel m. Von Schuß(s. d.) in der Bed.«pfeilschnelle Fortbewegung, auffällig übereilte Handlung»(wetterau.). Vgl. Schauß- barthel. 4L. schuss(e)lig, adj.
Schüssel, f.(Pl.-n): rundes od. langrundes


