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Schütze 806
Tischgeschirr, die Speisen darin aufzutragen. Mhd. schizzel(e), md. schugzel(e), ahd. scuzzil(a) f.; dazu mnd. schottel, schuttel f., mndl. scotele, nndl. schotel f., ags. scutel«Schüssel⸗, engl. seuttle cflacher Korb, anord. skautil! m.«Schüs- sel, kleiner Speisetisch⸗, aus mlat. scutila, lat. scutala f.«kleine flache Schüssels, scutella f. cSchale», Dim. von lat. scuta f. neben scutra f. cflache Schüssel». schusseln, v.: schlittern, glandern. Obsächs. Zu Schuß, s. Schussel. Schusser, m.(-S, Pl. wie Sg.): Schnellkügelchen als Kinderspielzeug. Spätmhd. im 15. Jh. schusser m., von Schufß oder schießen(s. d.). Obd. Vgl. Klicker. Schuster, m.(—s, Pl. wie Sg.): Schuhma- cher(s. d.). Mhd. im 13. Jh. scuochsdtar,(1240) schuochsüter, verkürzt 1297 schuochstœre, 1396 schuochster, zu Anfang des 14. Jh. schuoster u. md. im 15. Jh. schäster m., nd. 1516 schöster aus dem Hochd., zgs. aus mhd. schuoch m.«Schuh» (s. d.) und mhd. sãter, ahd. satari m.«Näher, Schuhmacher, Schneiderz, zur genauern Be- zeichnung u. zum Unterschied vom Schneider; dazu ags. sätere, anord. satari m.«Schuhma- chery(im Isländ. Gerbers). Aus lat. sator m. «Schuhmacher, Flickschuster», von lat. suere cnähen». Das einheimische Wort war md. im 13. Jh. Schäzworchte, schüaurte, doorte, 1355 schüchawurte, im 15. Jh. schuchwarte, schuchart (Ritterspieg. 3467) u. schuchzwert, 1422 schuhert (Vocab. vratislav.), mnd. schä-, schöwercht, sco- wert, schowart, ags. scöhwyrhta m.; noch er- halten in den Eigennamen Schahart u. Schuhert. Schute, Schüte, f.(Pl.-n): nachenartiges mast- u. segelloses Fluß-, Kanalfahrzeug; kurzes breites dreimastiges Ostseeschiff. In der 1. Bed. 1716 bei Ludwig Schüte f.(auch«kleines Segel- schiff»), 1678 bei Kramer Schuyt f., im 17. und 18. Jh. meist in holländ. Schreibung oder Aus- sprache Schuyte, Schuite od. Scheute, aus mnd. schuf(t)e, mndl. schugte, nndl. schuit f.; dazu anord. Skũta f.«leichtes Schnellschiff», schwed. skuta, dän. skude. Zu schießen(s. d.) in der Bed. cin größter Schnelligkeit dahineilenn. Schutt, m.(Jels): hingeschütteter Uber- rest von Erde, Sand, Kalk, Steinen usw. 1629 bei Opitz Poem. 2, 137 Schatt, 1664 bei Duez Schütt m., im 15. Jh. schut f.(Tucher Baumeist. 247, 24, auch«Schuttabladeplatz 58, 1); älter- nhd. in der Bed. aufgeschütteter Erdwall, Wall, Bollwerko, b. Luther Schat m. f.(2. Sam. 20, 15), 1482 im Voc. theut. dd 22 schutt. Schütte, f. (Pl.-n/): Bündel ausgedroschnen, vorher zum Ausdreschen hingeschütteten langen Strohes,
1562 b. Mathesius Sar. 159 a, in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 346, 28 schüt f. Mhd. schüt e) f.«an- geschwemmtes Erdreich, kleine Insel durch An- schwemmung, künstlicher Erdwalle, dann im 15. Jh. Schüt f.«Kornbodem. Beide von schütten (s. d.). Schütteln, v.: in zitternde Bewegung von stärkern Schwingungen versetzen. Mhd. schüt t)eln, ahd. scutilõn, Iterativzu schütten, v.: häufend hinstreuen, ausgießen;(intr.) reich- lichen Ertrag geben(im Getreide- u. Bergbau, 1562 bei Mathesius Sar. 87 a); unpers. es Schäüt- ket cregnet stark»(obd.). In der 1. Bed. mhd. schüt(t)en, frühmhd. und md. schutten, ahd. scut(t)an, scutan, urspr. cheftig bewegens, dann schwingend bewegen» usw., md. im 15. Jh. auch schotin, schoten«schütteln»(Diefenb. gl. 4873²), dazu asächs. scuddian u. mnd. schudden cschüt- teln⸗, afrs. schedda«stoßen, schüttelns, ags. Sch- dan cerschüttert werden, bebens. Viell. urverw. mit lat. quatére, con-cutère«schütteln, erschüt- tern,, lit. kutéti«aufrütteln?.
schütter, adj., s. schitter.
schüttern, v.:(tr.) in stark schwingende zitternde Bewegung setzen;(intr.) in stark schwingender zitternder Bewegung sein. In der 1. Bed. bei Luther Ruth 3, 8 erschuttern u. Br. 2, 57 sich schattern, b. Opitz 1, 232 schüttern; in der intr. Bed.«zittern, erbeben» bei Luther 9, 590, 29 W. schuttern, 1482 im Voc. theut. cc 8 b schuttern, 1557 b. Waldis Es. 4, 98, 138 schüttern. Iterativ von schütten(s. d.).
Schutz, m.(-es): Sicherungvor UÜblem. Bei Luther Schutz, md. im 14. Jh. schuz m.(Gen. tzes). Von schützen(s. d.). ZUS. Schutz- bündnis, n., im 17. Jh. b. Leibniz unvorgreifl. Gedanken§ 67 Schutz- und Trotz-Verbundniß, 1741 bei Frisch Schutz- und Trutz-Bündnüs. Schutzengel, m., 1641 Schottel 36. schutz- los, adj., 1716 bei Ludwig. Schutzwehr, f., 1641 bei Schottel 361.
Schütz, n.(-es, Pl.-e), auch Schütze, f. (Pl.-n): Schleusenbrett, Hebetor an Schleusen. Erstres b. Klamer Schmidt 3, 137, letztres 1784 bei Jacobsson. Md. im 15. Jh. schuz m.(Gen. kzes),«Aufstauung des Wassers, Umdämmung, dazu mnd. schatte, schütte f., zu spätmhd. und md. im 15. Jh. schutzen ceindämmen, aufstauen⸗ mndl. schattten.
1Schütz(e), m.(n, Pl.-n): der Schießende,
bes. der im Schießen Geübte. Mhd. schütze m.
«Armbrust.-,(in der Mitte des 15. Jhs. auch)
Büchsenschützey, sowie Tierkreisbilda, ahd.
scuzzo m.«Pfeilschußgeübter»(schon bei den
Langobarden als Eigenname); dazu mnd. schutte, 51*


