807 Schütze
Schwaden 808
afrs. skutta, sketta, ags. scytta,(entl.) anord. sketi, schwed. seytt, dän. skytte m. Zu schießen (s. d.). Vgl. Abcschütze.
2Schütze, m.(-n, Pl.-n): öffentlicher Wäch- ter oder Hüter für Flur, Feld, Wald usw. Mhd. u. schon 1256 md. Schütze, schutz m., eins mit 1 Schütze, s. d., aber angelehnt an schützen, s. d.
3Schütze, m. f.(Pl.-n): Weberschiffchen, Schießspule, spätmhd. zu Anfang des 15. Jhs. schutzen. Von schießen(s. d.).
4Schütze, f.(Pl.-n), s. Schäütz. ZUS. Schüt- zensteg, m.: Steg vor dem Gerinne der Mühl- räder, um die Schützen aufziehen und nieder- lassen zu können.
schützen, v.: vor Üblem sichern. Mhd. schützen, md. schutzen; dazu mnd.-mndl. schatten aschützen, einfriedigen, um etwas vor Angriffen od. Entweichen zu bewahren, hindern, wehren, insbes. fremdes Vieh, das Schaden tut, als Pfand zurückhalten, überhaupt mit Arrest belegeny, afrs. sketta«verschließeny, ags. schyttan«Riegel vorstoßen, sperrem, engl. shut. Intensivbildung zu schießen. Ein andres Wort ist mhd. schüten, beschüten cbeschützen», das zu Schutt gehört.
Schutzengel usw., s. Schutz. Schütz- ling, m., 1691 b. Stieler Schützlinger, zu Schutz, schützen(s. d.).
schwabbeln, v.: sich flüssig od. weich hin u. her bewegen. 1691 bei Stieler, md. u. nd. für hd. schwappeln(s. d.).
1Schwabe, m.(-n, Pl.-n), Volksname. Mhd. (13. Jh.) Swäbem., nebenstarkflekt. Seãp, Sawb (Pl.-be), ahd. Sudb(Pl. Suũba); dazu ags. Soσ, anord. Pl. Svdvar, lat. Suébas, Suévus, frühmlat. Suavus, gr. Vouüßocm. Schwaben, n.: Schwa- benland, mhd. Soben, gekürzt aus ze Sawäben (Dat. Pl. des Volksnamens), dafür ahd. b. Otfrid Suãbõ richi n. 4 BL. Schwäbin, f. mhd. Saœ bin(ne) f. schwäbisch, adj., mhd. saãbesch, swœ—bisch. ZUS. Schwabenalter, n. das Alter von 40 Jahren, in dem die Schwaben verständig werden. ZfdW. 8, 134 Beleg von 1773. Schwa- benstreich, m.: unüberlegter Streich. Ende des 18. Jhs. Vgl. Ladendorf.
*2Schwabe, f.(Pl. n): der Mehlkäfer tene- brio molitor, sowie die Schabe blatta lucifuga od. orientalis. 1691 b. Stieler als M.(bes. obd.), 1741 b. Frisch F., volkstümlich umgebildet aus Schabe. Anderswo nennt man die Tiere Russen, Preußen.
schwach, adj.(Komp. schwächer, Superl. schaächst): der Kraft oder Zahl ermangelnd. Mhd. swach«schlecht, unedel, niedrig, armselig, schimpflich, verachtet, sündhaft, kraftlosy; dazu
mnd.-mndl. saack, nndl. z2ak«kraftlos. Wohl wie mhd. szach m. u. swache f. Schmach, Un- ehres, gleichen Stammes mit ahd. suehhan cher- vorquellen, riechen, übel riechen, stinken», mhd. swecher Adj.(Abel swecher)«stinkend», wie bei Konrad v. Würzbg. Parthenopier 8473 stacher fuler mist, dazu ahd. sueckia u. Stexhe Pl.«Ge- rüche», asächs. swex m. Geruch, Duft», ags. secc, Swœec m.«Geruch, Geschmack». Oder zu siech(s. d.). 4BL. Schwäche, f., 1537 bei Dasypodius, mhd. sueche f. eder schwächre obre Teil der Messerklinge». schwächen, v., mhd. swechen ckraftlos machen, des Wertes und der Ehre berauben, beschimpfen, entehren, not- züchtigen». Schwachheit, f., mhd. szwacheit f.«armseliger Zustand, Unehre, Schmachv. schwächlich, adj.: kraftlos, bei Luther 8, 310 b schwechlich, mhd. stwwachlich, sawechlich schmählich», mnd. Adv. Szwakeliken schwachy. Schwächling, m., 1702 b. Krämer. Schwach- mätikus, m.(Pl.usse,-Ker, bayr.-kii), 1801 bei Campe u. Ende des 18. Jhs.(fd W. 4,313), dem lat. rheumaticus«an Gliederreißen leidend' scherzhaft nachgebildetes Wort.
Schwad, m.(-enls], Pl.-en), Schwaden, m.(‧, Pl. wie Sg.): Reihe abgemähten Grases oder Getreides; der leere Raum, soweit beim Mähen die Sense gereicht hat. Md. u. nd., in der 1. Bed. 1691 bei Stieler Schabad(en) m., 1595 im Froschmeus. 2, 2,7, 38 Schawad, 1599 b. Wais- sel Chron. 258 b Schzwat n., auch b. Voß Id. S. 384 Schaovad n., 1741 bei Frisch Schaade f., unsicher ob schon md. im 13. Jh. swaden m.; dazu mnd. sebat, Ssuaden n.(auch«Furche»), mndl. sade, ags. Suναρ f., savνς n.„Spur, Fährte, Pfad, engl. sath«Schwaden». Verwandt mit mnd. mndl. swade f.«Senses, nndl. 2⁰aa, ostfrs. schawaa f. cdie breite altfriesische Senses, ferner mit mnd. sawette f., afrs. S ethe, swithe f. Grenzen, dazu anord. svedja cgleiten, abgleiten», suvad n., svadi m.«das Gleiten, Stelle, an der man leicht aus- gleitet, norw. svacnackte Felsenfläches. Zfd W. 7, 269 wird aw. ærasta-«gedroschen», npers. xvast«ausgetretner Pfad» verglichen.
2Schwaden, m.(‧J, Pl. wie Sg.): die Grasart panicum, wie der eßbare Same derselben. Mhd. im 14. Jh. saden, 1482 im Voc. theut. ff 7 b sa- dem, 1414 bei Diefenbach gl. 140 2 Sαde. Dazu Schawade f. Grütze aus dem Samen des Schwa- dengrases» b. Voß Id. S. 384. Dunkler Herkunft.
sSchwaden, m.(-s, Pl. wie Sg.): Dampf von heißer Flüssigkeit, Dunst; schädlicher, giftiger Grubendunst beim Bergbau(1546 bei Agricola de re metallica 481 Schawaden m.). In der 1. Bed.


