Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
809-810
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809 Schwadron

Schwamm 810

mhd.- mnd. stwadem, sawaden m., eng verw. mit ahd. swedan«verhalten langsam und dampfend brennen», sweda f.«Dampf von kohlenden Sa- chens, ags. s:aul m.«Qualm», anord. Suida f. Brand»,(als Verb) canbrennen, ankohlen las- seno, schwed. svida, dän. svide«⸗sengeno, urverw. mit abg. pri-svenqti«verbrannt werden, ver- dorren», poln. swad m.«Brandgeruch, Dunst». Dazu wohl mit Schwebeablaut sieden. 4BL. schwadmen, v.: durch u. in Dampf erweichen od. bähen, wetterau., so schon mnd. szademen, dagegen spätmhd. im 15. Jh. sewademen, swe- demen dampfen.

Schwadrön, f.(Pl.-en): Reiterschar von ungefähr 100 Mann. 1616 b. Wallhausen Kriegs- kunst zu Pferd Squadron m., 1691 bei Stieler Schwadron f., aus glbd. ital. squadrone m., frz. escadron m., urspr.«viereckiger Haufen, von ital. squadrare«viereckig machen⸗; dafür 1578 b. Fronsperger Kriegsb. 1, 93 b Geschzwader, s. d., 1605 b. Hulsius Schoad m. 48 L. schwadro- nieren, v.: sich verbreitend umhertreiben (Schiller Räuber 2, 3 Schausp.); scharf hin und her hauen(der j. Goethe 3,587); groß u. viel in den Tag hinein schwatzen(1776 bei Hermes Soph. 1,7, stud. 1781 bei Kindleben schaoaddro- niren). In der letzten Bed. umgebildet aus älter- nhd. schawadern«viel schwatzen»(Keisersberg Sünden d. M. 81 b), eig.«plätschern»(1563 bei Forer Fischb. 112 ²), mhd. stoateren crauschen, klappern?.

schwafeln, v.: törichtes Zeug reden. Da- neben mannigfache Nebenform in den Ma., wie schaebeln, erzgebirg. schzwöfln, thür. schroaaweln, nd. Seeveln u. a. Herkunft dunkel.

Schwager, m.(-s, Pl. Schzwäger): Schwe- stermannn; des Gatten Bruder. Mhd.-mnd.-afrs. stwäger m.«Schwestermann», dann«Schwieger- vater, Schwiegerschm, im Mnd. auch«Neffe der Frauy, ahd. sᷣgur(KZ. 40, 406), urverw. mit aind. çvãçura-«zum Schwäher gehörig», zu aind. vãguras«der Schabãher»(s. d.). Vgl. KZ. 40, 400. In verblaßter Bed. als vertrauliche An- rede schon im 16. Jh.(Zimm. Chron. ² 3, 530, 9, Berlichingen 88 u. bereits 1494 in Brants Narr. 17,23 swägern«als Schwager anreden»), daher als stud. Bezeichnung für den Postillon»(1738 b. Stoppe neue Fabeln 102, für den«Kutscher⸗ 1697 bei Ettner unwürd. Doctor 753 und schon 1723 im Dänischen, vgl. Zfd W. 7, 333). 4BL. Schwägerin, f., mhd. aœgerinne f. schwä- gerlich, adj., mhd. swwœgerlich. Schwäger- schaft, f., mhd. im 14. Jh. szwgerschaff.

Schwäher, m.(*s, Pl. wie Sg.): Schwieger-

vater; Schwager(Goethe Iph. 1011, Hebbel Nib.). Mhd. suweher, ahd. suehur m.(im 11. Jh. auch des Gatten Bruder); dazu ags. sονπο m., Schwiegervaters(auch Vetters), got. sewaihra m. Schwiegervater». Das Wort wird seit dem 18. Jh. nur noch in poetischer u. altertümelnder Sprache gebraucht. Urverw. mit glbd. lit. Jésu- ras, abg. svekcrü, russ. swekru, lat. socer, gr. Exupôc, korn. hwigeren, albanes. ujehof, arm. skesrair, aw. ævasura-, aind. guãguras m. 8. Schawieger, Schwager.

Schwaige, f.(Pl.-n): Viehhof nebst Weide- platz u. Viehherde. Mhd. sweige, ahd. seweiga f., and. in svégeri m. cRinderhirts., noch bayr.-öst.- schwäb. in den Voralpen. Viell. urverw. mit gr. cnxôc m. umzäunter Platz für junge Schafe u. Ziegen», falls dies aus einem nõrdl. Dial. entl. ist.

Schwalbe, f.(Pl.-/): der Zugvogel hirundo. Mhd. szwalzwe, szwalbe, ahd. szwalaaa, sealurva f., schwäb.-schweiz. Schwalm m.; dazu and. suala, mnd. Sewale(n) m. f., nnd. Seο⁴έe f., 1477 clev. saal(u) e, ndl. zubaluu f., afrs. svala, ags. sealawe f., engl. Saallouo, anord. und schwed. svala, dän. svale f. Dunkler Herkunft, kaum zu gr.&kuchv f. cEisvogely. Vgl. Suolahti.

1Schwalch, m.(-Lels, Pl.-e): Offnung des Schmelzofens(Schiller Glocke V. 26). Md. im 13. Jh. szwalch m.«Schlund», im 14. Jh. Sawalg m.«Wasserschlund, Flut»; dazu mnd. sealch, swelch m.«Wasserschlundy, ags. seelgend f. m., anord. svelgr m.«Schlund, Abgrund. Zu mhd. (md.) Szwelgen, saelhen«schlucken», s. schaelgen.

²Schwalch, m.: Dampf, Lichtqualm. Aus glbd. nd. swallc im Brem. Wb. Zu schwellen.

Schwalg, m.(els,-e): Flut, Gewoge. Mnd. swalch, berührt sich mit Schwalch, ist aber von Schwall beeinflußt.

Schwall, m.(els, Pl.-e): sich wellenartig bewegende Fülle. Mhd. saοal m. angeschwollne große Masse». Von schaellen(s. d.).

Schwalm, m.(-Lels, Pl.-e): Schwall. Noch schweiz. Im 15. Jh. sealm m.«Wasserstrudel, wirbel»(Diefenb. gl. 629 2). Von schaoellen, s. d.

Schwamm, m.(-Lels, Pl. Schewämme): ge- trocknetes poröses Pflanzengebilde; Pilz. In beiden Bedd. mhd.-ahd. suυαmν(p) m., im Mhd. auch schwach swamme m.; dazu mnd. sawam m. Pilzy, ndl. zwam f. ZLündschwammy, ags. sawamm m., anord. svõppr m. in beiden Bedd., dän.-schwed. suvamp, got. swamm- m.«poröser Schwamm». Im Ablaut steht die Nebenform Schawumm m.(1561 bei Maaler u. noch schweiz. u. thür., im 15. Jh. seο m.). Herkunft dunkel. Verwandtschaft mit gr. couqc«schwammig,