Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
811-812
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811 Schwan

schwänzen 8¹²

locker, porös» ist unsicher. Vgl. noch Bezz. Btr. 29,47. 4B L. schwammicht, schwammig, adj., 1663 b. Schottel schwammig, 1537 b. Dasy- podius schaammechtig.

Schwan, m.(-els, Plural Schaäne): der Schwimmvogel cygnus. Mhd. sewan, schwach swane m.(noch im 18. Jh. u. obd. Gen. u. Pl. Schawanen), ahd. sewan m. u. sewana f.(noch am Rhein und Main Schawone f.); dazu and. stan, mnd. suan, Saο m., ndl. 2waan f., ags. swan, sοn m., engl. stan, anord. svanr m., schwed. svan. Wohl gleichen Stammes wie aind. suãnali «tönto, svänas u. sväna- m. Ton, Geräusch», lat. sonère, sonãre, sonus m.«Tοm, air. sennaim cich spiele auf der Harfes, also urspr. vom Sing- schwan, cycnus musicus, dessen Stimme wie entferntes Glockengeläute klingt. Eine andre Bezeichnung des Sch. ist mhd.-ahd. albiz, elbiz m., noch im 16. Jh. Elbiß, lbsch u. bernisch Bibs, dazu ags. iel fetu f., anord. elptr, ölpt, alftf., urverw. mit abg. lebedi m.«Schwan, lat. albas «weißy. Vgl. Suolahti 406. 4L. Schwanen, Pl.: Schwanenflaumfedern, 1732 b. Haller Alpen V. 10, Wieland Oberon5, 1. schwanen, v.: vor- fühlend ahnen, bereits im 16. Jh.(1543 der ver- zucket Pasquin A 7, 1582 Hayneccius Pfriem 445 mir schawant); dazu mnd. 1514 stwanen, wie die glbd. RA. Schwansfedern bekommen(Schnabel Felsenburg 4, 337) u. es wachsen mir Schwans- federn(im 17. Jh. bei Filip von Zesen) zeigen, vom Schaan als weissagendem Vogel, in dessen Gestalt sich Schwanenjungfrauen(Walküren u. Elbinnen) verwandeln. ZUS. Schwanenge- sang, m.: letzte Dichtung eines Dichters usw., 1678 bei Krämer, nach dem alten Glauben, daß der stumme oder Teichschwan nur kurz vor seinem Tode singe(Plinius hist. nat. 10, 32, Lu- krez 2,505); in urspr. Bed. 1541 b. Frisius 239° Schwanengsangn. Schwanenhals, m.: Fang- eisen für Füchse(1746 bei Döbel Jäger-Pract. 2, 141); mhd. swanhals m.«schmale Sichel. schwanenweiß, adj., 1575 im Garg. 112.

Schwang, m.(Leſs): schwingende Bewe- gung, Schwung; volle Ublichkeit(b. Luther Ps. 85,14 im Schawang gehen, 8, 33 W. in Schaoanck, mund. swan, swangh). In derl. Bed. mhd. swnc m.(Gen. stοαnges), s. Schaankx.

schwanger, adj.: vom Manne befruchtet; (bildl.), womit im Geiste erfüllt(im 14. Jh. bei Megenb. 4, 33). In der urspr. Bed. mhd. Slοanger u. swwangel(auch bildl.«erfüllt von etw.»), ahd. swangar, swangir; dazu mnd. swanger, nndl. zuanger«schwanger», ags. swangor«schwer- fällig, langsam, träge». Viell. verw. mit lit. Sun-

kis«schwer»(Zupitza 139). Bei Luther Hiob 39, 4 auch von Tieren«trächtigs, wie vereinzelt schon mhd. u. ahd. 4 L. schwängern, v., mhd. im 14. Jh. szwengern. Schwangerschaft, f., 1678 bei Krämer.

Schwank, m.(Aels, Pl. Schawänke): belu- stigender treffender Einfall u. Streich; Erdich- tung u. Erzühlung eines solchen. Mhd. szswancm. (Gen. kes)«Schwingung, Schwung, Schwung einer Waffe, Wurf, Hieb, Streich, Fechterstreich, plötzliche Erscheinung», dann im 15. Jh. der Pl. swenck(e), in beiden obigen Bed.; ahd. in hina- sauanch m. Fortschwung, Ungestüm». Von schwingen(s. d.). Vgl. Schwang.

schwank, adj.: schmal u. dünn sich hin u. her bewegend. Mhd. sranc cstark in Bewegung befindlich, stürmisch»(vom Wind), dann cbieg- sam, schlank, schmächtig», älternhd. vereinzelt 1540 bei Alberus dict. Qq 1 b schawang; dazu ndrhein. im 14. Jh. u. mnd. szank«schmal, leicht- beweglich», anord. svangr«schlank, dünn, hung- rige, dün. svang taubvom Korn. Weiterbildun- gen sind mhd. swankel, ags. swancor«leichtbe- weglich». Von schaingen, s. d. 4B L. schwan- ken, v., spätmhd. sankeen u. swankeln, mndl. sawancken, nndl. 2wankten, dagegen trans. mhd. swanken«schwingen, schwenken»(s. d.), wie clev. 1477 swwancken. Davon Schwankung, f., 1541 bei Frisius 860 2 Schwanckung.

Schwanz, m.(els, Pl. Schänze): Schleppe des Kleides; bewegliche Verlängerung des Tier- körpers hinten über dem After; männliches Glied. In diesen Bedd. mhd. swanz m.(auch czierliches Schöntun), daher entl. mnd. Sσασmα, schwed.-dän. szvansm. Gebildet zu mhd. sawanzen «schwenkend sich bewegen, hin u. her schwan- kenv», dann(den Mund) zierlich u. höflich be- wegen, sich zierlich od. geziert, bes. tanzartig be- wegen, tanzen, einherstolzieren), aus*sawanke- zen, Intensiv von Stoankten« schwanken»(s. d.).

schwänzen, v., mhd. senzen eschwenkeny, dann«putzen, zieren», aus*sυenkezen, einer In- tensivbildung zu mhd. swwenxen(s. schavenken), schon früh in die Bed. des mhd. stoanzen(s. Schwanz) übergreifend; stud. in der Bed. um etw. prellen?, 1729 bei Stoppe Ged. 2,181,«be- trügen» 1734 bei Steinbach,«aus Müßiggang versäumen»(stud. 1749, aus dem Rotwelsch, 1724 swensen cüber Landt lauffen» und 1510 schwentzen«gons), daher der Pl. Schwänzel- pfennige: heimlicherweise bei Einkäufen ab- gezwackte kleine Geldbeträge(1715 bei Ama- ranthes, vgl. rotwelsch schawenzlerspenk Dieb, ZfdW. 10,213). schwänzeln, v., mhd. swwenzeln