Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
813-814
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813 schwapp

schwarz 814

sschwenken, sich aufputzen, zieren», Weiter- bildung zu schaoänzen.

schwapp, interj., den Schall eines schnellen Schlages bezeichnend, 1558 bei Lindener Rastb. Kap. 54(S. 154) schawib schwab. Vgl. schwipp, schawupp. 4BL. schwappen, v. flüssigschwan- kend an od. über den Rand schlagen(1665 im Katzenveit E6 b) od. schwenkend gießen(1678 b. Krämer); einer Flüssigkeit ähnlich schwanken (1565 bei Barth Weiberspiegel G 5 b). Davon weitergebildet schwappeln, v., 1499 im Teren⸗z 106 b schaaplen«plätschernd anschlagen», 1516 b. Keisersb. Emeis 86 Seoappeln cschwätzen, jetzt schaabbeln(s. d.).

Schwüre, f.(Pl.-n), preuß.-bayr. nur so, u. Schwären, m.(-e, Pl. wieSg.): eiternde Haut- erhöhung, b. Hulsius 1616 Schzwär, 1691 b. Stie- ler Schawären m., mhd. u. mnd. seere u. stark sower, ahd. saero m., auch«Krankheit, Krank- heitsschmerz». Die Form Schaedre f.(Overbeck Fritzchens Lieder 127, Ged. 255) ist bes. nd. Wohl urverw. mit aw. rara- m.(aus*svara-) Wunde, Verwundung». schwüren, v.(Präs. schaürt, schaiert, Prät. schwor, Konj. schawöre, Part. geschaoren, die im 18. Jh. auftretenden schwachen Formen gelten nicht mehr als zu- lässig): in Eiterung übergehen, eitern. 1522 bei Keisersberg Postill 2, 58 schecüren, mhd. suwern (Präs. swirt, Prät. siwar, md. auch sevwir, Konj. saœere) cwehtun, schmerzen, schwellen, eitern?, auch«Schmerz zempfnden, schwellen»(vom Mut), ahd. saoeran cschmerzen; dazu mnd. Sae- ren(Prät. Suor, Part. gesworen) seitern, schmer- zen?, ndl. ⸗weren. Im Volk vielfach schwören.

Schwarm, m.(-els, Pl. Schaärme): unge- ordnete geräuschvolle Menge. Mhd. szwarm, abd. suwarm m. Bienenschwarm»(Pl.-a); dazu and.- mnd. szwarm, ndl. zwerm, zwwarm, ags. sawearm m. Bienenschwarm)y, engl. swaym, anord. svarmr m. Tumult, lärmende Mengev. Gleichen Stam- mes wie das im Ablaut stehende schwirren(s. d.) u. wie das späternord. suarra«rauschen, wim- melm, urverw. mit aind. svar«rauschen, tönen', s. Schaören. 4BL. schwärmen, v., mhd. sabarmen, swwermen, frühmhd. scweremen von den Bienen, übertr. auf das überspannte Gedanken- leben des Menschen in religiösem u. weltlichem Sinne(bei Luther 1, 376 5b J.), seit dem 18. Jh. in bezug auf phantastische Begeisterung(1775 bei Wieland Sixt u. Klärchen 1, 220). Davon Schwärmer, m.: Irrgläubiger(bei Luther 3,378 b); Phantast(im 16. Jh. b. Kirchhoff Wend. 1, 175 Ost.); Dämmerungsfalter(1795 bei Nem- nich); schwärmender Feuerwerkskörper(1664

bei Duez); Schwärmeréi, f. schwärme- risch, adj., beide bei Luther.

Schwarte, f.(Pl.-/): dicke harte Haut; altes, veraltetes, eig. in Schweinsleder gebund- nes Buch(Günther 518 u. 860); UÜbersetzung (bei den Schülern). Mhd. sarte f.«Haut, wo- rin die Haare sitzen, die menschliche Schopf- haut, befiederte Haut, dicke fette Haut, Speck- rinden; dazu mud. u. afrs. stwarde f.,«Kopf- haut», ndl. z⁶οrd n.«Speckschwarte?, ags. sweard m. Hautꝰ, engl. sward«Schwarte, Ra- sendecke, anord. svõrdr m. cHaut, Kopfhaut, Walfischhaut, Rasendeckes, dän. suärↄ. Dunkler Herkunft. In der volkstümlichen Bed.«Rede- fluß» ist Sch. umgebildet aus Schawade f., von suada, dem F. des lat. Adj. suadus cüberredend. 4B L. schwartig, adj., 1741 b. Frisch; schavar- kicht 1691 bei Stieler. ZUS. Schwart(en)- magen, m.: Schweinsmagen oder-blase mit kleingehackten Schweineschwarten usw. gefüllt (Goethe Br. 3,212), 1731 bei Zincke öcon. Lex.

schwarz, adj.(Komp. Schawärzer, Sup. schaärzest): völlig dunkelfarben. Mhd. suarz (Komp. suwarzer, sawerzer), ahd. suaz; dazu asächs.-mnd.-mndl. seαrt, nndl. zwart, ags. sweart, engl. scart, anord. suartr(dazu sorta f.«Schwärzes, sorti m.«schwarze Wolke»), schwed. svart, dän. sort, got. saarts. Wohl ur- verw. mit lat. sordes f.«Schmutz, sordicas «schmutzig, svãsum n. aschwarze Farbey und aw. kaævaroda-, vgl. Zfd W. 6, 354. Subst. der Schaarze«Teufel»(Schiller Wall. Tod 2, 3), be- reits mhd. der swwarze«Teufel, Mohrs. 4 B L. Schwärze, f., mhd. szwerze, ahd. suarzi f. und suerza f. schwärzen, v., mhd. saerzen, ahd. serzan schwarz machen»; in der Bed.«be- schuldigen, als schlecht darstellen⸗(Goethe Faust 3581) im 16. Jh. b. Fischart Großm. Pract. 105, b. Duez 1664 schadärtzen«ins schwartz Re- gister bringens, ferner«schmuggeln»(1780 bei Adelung als obd., zum rotwelschen Ausdruck suwercze f.«Nacht⸗, im 14. Jh. bei Kluge Rot- welsch 1, 2). schwärzlich, adj., mhd. im 14. Jh. Sebarzlot, 1452 bei Diefenbach-Wülker schawartzlecht, Ende des 16. Jhs. b. Ayrer 969, 12 schaartzlich, 1641 b. Schottel 331 schawärtzlich. ZUS. Schwarzbeere, f.: Heidelbeere, bei H. Sachs, ahd. suarzhere n.(auch«Brombeere»). Schwarzbrot, n., im 14. Jh. schwartzbrott (Diefenb. gl. 601). Schwarzdorn, m.: der Schlehdorn, prunus spinosa, benannt nach der dunkeln Farbe der Beeren und Rinde, 1741 bei Frisch, mhd. siwarzer dorn. Schwarzkunst, f.: Zauberei, 1483 b. Melber n8* schzartzlunst,