Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
815-816
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81⁵ Schwatz

Schwegel 816

mhd. diu ssarze kunst(Myst. 1, 68, 2), s. Nigro- mantie. Schwarzkünstler, m.: Zauberer, 1537 bei Dasypodius 1, 126 b Schwartzkuünstler, im 15. Jh. schzwarlzkunster b. Diefenb. gl. 380°. Schwarzwild, n.: Wildschwein, mhd. saarz- wilt, ahd. sarzwild n. Schwarzwurz(el), f., Name der Pflanze symphytum officinale, deren Wurzel eine schwarze Schale hat, mhd. Suσπdrz- wurz f.; aus gleichem Grunde heißt Scorzonera hispanica bei Krämer 1678 Schwartzwurtz. Schwatz, m.(-Lels, Pl.-e), spätmhd. seat= m. Von schwatzen, schwätzen, v.: in leich- ter Weise u. gesprächig reden; aus Sprechlust u. gehaltlos reden. Spätmhd. im 15. Jh. sewatzen, 1429 saätzen, 1412 selzen, verw. mit glbd. schaadern(s. schwwadronieren), schwedern plät- schernd gießen»(Luther 6, 4942 J.), mhd. sewa- teren«rauschen, klappernꝰ, spätmhd. sawaderer m.«Schwätzer», anders die Schoffel und die swa- derer(Weist. 1, 739), im Mlat. öfter scabini et suadentes od. sudsores. 4 BL. Schwätzer, m., spätmhd. im 15. Jh. swetzer m. schwatzhaft, adj., 1734 b. Steinb., Ende des 15. Jhs. schwetz- hafftig; Schwatzhaftigkeit, f., 1514 b. Kei- sersberg Klappermaul 80²2 schzoätzhafftikeit. schwätzig, adj.(Goethe 2, 205, Lächtwer Fab. 1, 11), im 15. Jh. schzwätzig, Schaetzig. Schwebe, f., nur in der RA. in der Sch., mhd. suwebe f. Von schweben, v.: sich in der Luft frei erhalten od. leicht u. sanft bewegen; in der Höhe befestigt frei hangen oder herabhangen. Mhd. sebeben«sich fließend, segelnd, schwim- mend, fliegend hin u. her bewegen,(von Streit- sachen) unentschieden sein», ahd. suwebén«sich von Luft oder Wasser getragen frei bewegen, schwimmeny; dazu and. sebon, mnd.-mndl. sweven, nndl. zweven. Verw. mit anord. Sufa, ags. Szwifan asich bewegen, gehen», ahd. sueib m. «schwingende, zitternde Bewegung», sueibön, mhd. sweiben«schwanken, sich hin u. her be- wegen'», ferner mit schzweifen(s. d.). Eine Wz. ohne s-in ahd. weibön«schweben, schwanken), anord. veifa«schwingen», dazu lat. vibräre «schwingen», aind. vépaté«zittern». Vgl. Walde. schwebeln, v., bes. in nebeln und sch.«sich wie in Nebel u. Schweben schwankend bewe- gen»(leiblich und geistig), bei Goethe 47, 198, Uhland Ged. 192. Iterativbildung zu schweben (s. d.), mhd. swibelen«schwanken, taumeln). Schwede, m.(-n, Pl.-n), Volksname, mhd. im 14. Jh. Saeden der Dat. Pl. als Name des Lan- des, ohne ableitendes d der Pl. des Volksnamens aschwed. Sazar, anord. Suiar, ags. Sawéon, lat. Suiones(Tacitus Germ. 44), aber bei Jordanus

Kap. 3 Suethans. RA. alter Sch.«Mann von al- tem Schrot u. Korn, alter Freund, nach Wei- gand eine wohl im 18. Jh. aufgekommne Be- zeichnung, die zunächst auf einen Mann aus der Schwedenzeit, d. h. der Zeit des 30 jähr. Krieges ging u. dann überhaupt auf einen Mann voraus- gegangner Generation übertr. wurde. Unsicher. Schwedenkopf, m.: Kopf mit ganz kurz ge- schornem Haar. In der 2. H. des 18. Jhs. be- liebte Haartracht.

Schwefel, m.(-S, Pl. wie Sg.): ein blau u. mit erstickendem Dampfe brennendes Mineral. Bei Luther Schwebel, mhd. stebel,(md.) Sevel, im 15. Jh. szwefel, ahd. suebal,(md.) sueval m.; da- zu asächs. suebal, mnd.-mndl. suevel, seavel m., nndl. ꝛοα᷑iĩ‿ f., ags. sefe)! m., schwed. svafel n., dän. suvovel n., got. Seενs m., aus dem Germ. entl. abg. 2uν(e) m.«Schwefel». Die Neben- form köln. im 15. Jh. szegel, jetzt Schawägel, aach. Schweegel, westfäl. Saäggel m. ist wohl jüngre Entwicklung. Zusammenhang mit glbd. lat. sulp(h)ur n. m. ist naheliegendu. wahrscheinlich. Vgl. Walde. Uber den Wechsel von F u. b vgl. Idg. Forsch. 14, 261. 4BL. schwefelicht, schwefelig, adj., mhd. swebelic, sweheleht, sweveleht, ahd. sivebeleg. Schwefeln, v., 1498 in Reichsordn. 292(Wein); dagegen in der Bed. Unsinn redem eins mit schawwappeln eschwätzens, obsächs. scheafeln(s. d.). ZUS. Schwefel- bande, f.: liederliche Gesellschaft, soll urspr. der Spottname einer Jenaischen Studentenver- bindung Sulphuria gewesen sein. Vgl. Zfd W. 8, 102. Schwefelblumen, Pl.: destillierter Schwefel, 1651 bei Colerus Hausb. 2, 47, dafür Schwefelblüthen 1794 b. Jacobsson. Schwefel- hölzchen, n., 1516 b. Pinicianus Prompt. D5c Schwebelhöltzle«an der Kuppe mit Schwefel bestrichnes Hölzchen, das am glimmenden Zun- derschwamme entzündet wurde». Schwefel- leber, f.: leberähnliche Verbindung des Schwe- fels mit Alkalien, 1780 b. Adelung. Schwefel- säure, f.: Verbindung von Schwefel u. Sauer- stoff. Im 18. Jh.

Schwegel, Schwiegel, f.(Pl.-/): Quer- pfeife; gedacktes Flötenwerk der Orgel, 1741 b. Frisch(auch Schewiflöt f.). Mhd. swegele, ahd. suegala, suegila f.«Flöte, Pfeifey(auch«Röhre, Speiseröhre), noch bayr.-öst.-schwäb.-schweiz. Sechabegel f.«Querpfeife», abgeleitet im 15. Jh. swigelpffe f.(Diefenb. gl. 509 c), mhd. szwegelen, swigeln«Flöte blasen, pfeifen», ahd. suegalari, suegilari m.«Flötenbläser», mhd. swegeler m.; dazu ags. Sw⁹‿)! n.«Musik», swegelhorn n. ceine Art Flötes, got. sewiglja m.«Flötenbläser',